
Doch ich verlasse mich auf den HERRN, ich warte auf seine Hilfe. Ja, mein Gott wird mich erhören!
Micha 7,7 (HfA)
Gestrandet ohne Schiff
Tja, so kann’s gehen. Eigentlich wollte ich den ersten Beitrag aus Kasese schicken. Jetzt bin ich leider hier in Istanbul. Ein paar tausend Kilometer zu weit nördlich…
Einchecken, Grenzkontrolle, Boarding hat alles reibungslos funktioniert. Nur dann hat uns die Münchner Flight Control nicht starten lassen. Immer wieder wurde der Start verschoben. Letztendlich bin ich in Istanbul, dem geplanten Zwischenstop, gelandet, als mein Flugzeug nach Entebbe abhob. Trotz drei Stunden Puffer hat’s nicht gereicht. Anfangs hab ich noch gehofft, dass ich den Anschlußflug erwische, aber irgendwann blieb nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren.
Dann musste ich gleich noch meine Leute in Uganda, die auf mich warten würden, informieren und dem Hotelin Kasese Bescheid geben. Und das Ticket umbuchen lassen, ein Hotel finden und dorthin hinkommen. Dabei war Turkish Airlines gut behilflich. Auch die Leute hier sind sehr freundlich und hilfsbereit. Und jetzt sitze ich in der Nähe des Flughafens im Hotel und schreibe. Nur mit Handgepäck, in dem natürlich kaum was Nützliches für eine Nacht im Hotel ist 🙄.
Um 15 Uhr werde ich abgeholt.
Fragen
„Was tun?“, war die eine Frage, die ich mir stellte. Die Zeit ist leider zu kurz, um ins Zentrum der Stadt zu fahren und Sehenswürdigkeiten annzuschauen, vor allem wegen vielen Unwägbarkeiten im Verkehr. So bin ich einfach in der Nachbarschaft umhergegangen und hab eben dort Fotos gemacht. Keine Ahnung, wie der Stadtteil heißt, aber egal.
Ist schon spannend, völlig unvorbereitet in einer Stadt zu sein, wo man meine Sprache und nicht wirklich viel Englisch spricht, wo man keine Ahnung von hat… aber ich seh das als Abenteuer. Anfangs hat’s mich schong eärgert, aber jetzt schau ich, dass ich das Beste draus mache.
Eine andere Frage, die ich mir gestellt hab, ist: Warum hat das nicht geklappt? Ich denke, es wird sich zeigen. Aus der Bibel kenne ich einige Geschichten, in denen die Protagonisten ‚on hold‘ gesetzt waren, bevor es weiterging: Mose war viele Jahre bei seinem Schwiegervater, weil er aus Ägypten fliehen musste. David wartete sehr lange, die Nachfolge Sauls anzutreten, obwohl er schon längst zum König über Israel gesalbt war, Jesus war dreißig Jahre Zimmermann, bevor Er seinen großen Dienst angetreten hat. Und viele mehr. Ich bin in bester Gesellschaft.
Ich denke, ich kann draus lernen:
- Pläne können sich verschieben und auf vieles hat man keinen Einfluß.
- Manche Tatsachen muss man akzeptieren.
- Geduld.
- Vertrauen auf Gott, dass Er alles im Griff hat. Er hat einen Plan.
- Entschleunigen. Meine Reise war schon ziemlich durchgetaktet und jetzt ist einfach Ruhepause. Zwar mit Vollbremsung, aber was soll’s.
- Flexibilität.
- Und dass meine Familie und Freunde – besonders Godfrey in Uganda – für mich da sind.
Bilder












Hier ist es zwar momentan extrem trocken, aber man findet doch immer wieder ein paar Blumen:




