
Plane eine Reise, und sie zeigt dir ihren eigenen Weg.
Reiner M. Sowa
Reisen ist immer eine spannende Sache. Man überlegt sich das Ziel der Reise, die Dauer, wie man dort hinkommt, was einen erwartet, den Zweck der Reise (geschäftlich, Erholung, Bildung, …), die Finanzierung, … hat man das alles zusammen, hofft man, dass die Hotelbuchung geklappt hat, dass das Flugzeug pünktlich startet, dass man nicht krank wird und das Wetter schön ist. Das ist heute so und war vor tausenden Jahren nicht anders (bis auf das Fliegen vielleicht und das Hotel war eine Herberge).
Paulus – ein Reisender für’s Evangelium
Vielleicht kennst du Leute aus der Bibel, die auch viel auf Reisen waren: Zum Beispiel Abraham und Mose. Ich hab mir den Apostel Paulus mal angesehen.
Paulus war ja zuerst als Saulus ein Verfolger der ersten Christen in Israel. Dann hatte er ein einschneidendes Erlebnis mit Gott (Apostelgeschichte 9) und wurde einer der wichtigsten Verbreiter des Wortes Gottes. Dazu hat er vier große Reisen unternommen, die ihn nach Griechenland, die heutige Türkei, Zypern, Syrien und zum Schluß bis nach Rom führten. Er wurde verfolgt, hat Schiffbruch erlitten, war im Gefängnis, wurde geschlagen, verjagt und angegriffen (nachzulesen in der Apostelgeschichte). Das sind Sachen, die man sich für eine Reise nicht unbedingt wünscht…
Aber Paulus hat nicht aufgegeben, sondern hat weiter das Evangelium verbreitet, Kranke geheilt, Briefe geschrieben und mit den anderen Aposteln unzählige Abenteuer erlebt.

Was kann ich für meine (Lebens-)Reise von Paulus lernen?
Ein paar Stationen für meine diesjährige Ugandareise hab ich ja schon beschrieben. Die letzten Wochen habe ich fleißig mit meinem Freund Godfrey aus Kampala alles Mögliche geplant, weil ich ja nicht nur aus Spaß in Afrika bin, sondern auch für die Menschen da sein möchte. Ich freu mich schon sehr drauf und bin sehr sehr gespannt.
In der Vorbereitungszeit für den Trip hab ich mir überlegt, was ich von Paulus abgucken kann, einem Mann, der wirklich viel rumgekommen ist.
Reise nicht alleine
In den Gemeinden von Lystra und Ikonion wurde Timotheus sehr geschätzt. Ihn nahm Paulus als weiteren Begleiter mit auf die Reise.
Apostelgeschichte 16,2-3a (HfA)
Da kann ich einen Haken dran machen: Godfrey ist als Ugander mit mir unterwegs. Gut zu wissen, dass ich jemanden an meiner Seite hab, der sich dort auskennt, die Sprache spricht und auch die kulturellen Gepflogenheiten kennt. Und natürlich in Freundschaft mit mir verbunden ist.
Lass dich von Gott führen
Nach all diesen Ereignissen beschloss Paulus – geleitet durch den Heiligen Geist –, über Mazedonien und Achaja nach Jerusalem zu reisen. »Und wenn ich in Jerusalem gewesen bin«, so sagte er, »muss ich weiter nach Rom.«
Apostelgeschichte 19,21 (HfA)
Begebenheiten wie diese in Apostelgeschichte 19,21 werden mehrmals aus Paulus Leben berichtet. Er hat zwar seine Pläne, lässt sich aber vom Geist Gottes lenken und geht dann konsequent diesen Weg. Ein wichtige Lektion für jeden, der mit Gott unterwegs ist. Vergleiche auch 2.Korinther 1,17.
Mach dich auf alles Mögliche gefasst
Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das ganze Gefängnis bis in die Grundmauern erschüttert wurde; alle Türen sprangen auf, und die Ketten der Gefangenen fielen ab.
Apostelgeschichte 16,26 (HfA)
Dies weckte Neid und Eifersucht bei den Juden. Mit Hilfe gewalttätiger Männer, die sie von der Straße holten, zettelten sie einen Tumult an und brachten die ganze Stadt in Aufruhr.
Apostelgeschichte 17,5 (HfA)
In Deutschland oder Österreich zu Reisen ist nicht ganz so abenteuerlich. Vielleicht ein Stau, eine Umleitung oder ein Blitzer. Arg viel mehr kann einem da nicht passieren. Bei Paulus war das ganz anders: Zum einen waren die Straßen nicht unbedingt sicher, zum anderen hat er sich durch seine Mission allerlei Unmut von verschiedenen leuten auf sich gezogen. Er erlebt Tumulte, Steinigungen, Streits, Erdbeben, landet im Gefängnis, wird vertrieben – kann man alles in der Apostelgeschichte nachlesen. Von ihm geplant waren solche Ereignisse sicherlich nicht.
Ich hoffe mal, dass mir Tumulte erspart bleiben. Doch Reisen in Uganda ist nicht ganz so easy wie in Deutschland. Viele Straßen sind in keinem allzuguten Zustand. Bei der letzten Reise war einen Brücke weggeschwemmt und man kam nur schwer über das Provisorium drüber. LKW mussten sogar sehr viele Kilometer Umweg machen. Manchmal steht ein Elefant im Weg, Schlaglöcher erschweren die Fahrt oder eine Verkehrskontrolle steht an. Ich bin schon gespannt, was dieses Mal kommt…

Gib Gottes Wort weiter und hilf den Menschen
In Lystra lebte ein Mann, dessen Füße von Geburt an gelähmt und kraftlos waren. Noch nie hatte er einen Schritt gehen können. Dieser Mann hörte Paulus predigen. Paulus wurde auf ihn aufmerksam und sah, dass der Mann glaubte, er könne geheilt werden. Laut rief er ihm zu: »Steh auf, stell dich auf deine Füße!« Da sprang der Mann auf und konnte gehen.
Apostelgeschichte 14,8-10 (HfA)
Den Menschen praktisch helfen und das Evangelium weiterzugeben, das ist einer der Hauptgründe für meine Reise (und natürlich das Land sehen und Freunde besuchen). Frei nach dem Motto: Ich segne Dich und Du sollst ein Segen sein. (1.Mose 12,2) – denn ich fühl mich wirklich gesegnet und reich beschenkt von Gott – und das will ich weitergeben.
Ich bin schon sehr neugierig auf die Begegnungen, die ich haben werde und was draus wird.
Fürchte dich nicht
Paulus ging darauf in die Synagoge. Drei Monate lang predigte er dort unerschrocken von Gottes Reich und versuchte, viele Menschen zu überzeugen.
Apostelgeschichte 19,8 (HfA)
Die Christen damals wurden teilweise verfolgt. Juden lehnten die neue Lehre ab und bei den „Heiden“ gab es genug, die die Botschaft ablehnten und sich und ihr Geschäft dadurch bedroht sahen (z.B. als Paulus in Ephesos einen Aufruhr verursachte, Apostelgeschichte 19). Trotzdem gab er Gottes Wort weiter und fürchtete sich nicht, weil er wusste, dass Gott ihn bedauftragt hatte und bei ihm war.
Ich freu mich zwar schon auf Uganda, weiß aber auch nicht, was mich alles erwarten wird, weil ich was für mich Neues versuche. Doch ich möcht auf Gott vertrauen, dass Er die Reise lenkt. Und wenn ich mir bewusst mache, dass der Schöpfer der Welt hinter mir steht – vor wem brauche ich mich dann noch fürchten?!?!
Mit diesen Überlegungen bin ich hoffentlich gut gerüstet. Ich werde berichten 😊

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!
Ein paar Tipps und Infos zum Reisen in Uganda findest Du noch hier: Uganda 2022- Reisevorbereitung