Kasese, eine heiße Quelle, ein König und ein Strauß

Für den heutigen Tag hatten wir nicht allzuviele Aktivitäten geplant. Aber a bisserl was geht immer…

Kasese

Godfrey ist hier in Kasese aufgewachsen und hat mir die Stadt gezeigt. Hier leben ca. 100.000 Menschen. Bis in die 70er Jahre wurde Kupfer abgebaut, heute gewinnt man aus dem Abraum der Minen noch Cobalt.

Am Abend sind wir noch durch die Stadt gegangen und haben uns umgesehen. Leider hab ich keine Fotos machen können, da Godfrey meinte, es sei besser, die Kamera im Hotel zu lassen… Die Straßen sind abends/ nachts recht leer, da viele der Ladenbesitzer außerhalb der Stadt wohnen. In einer Straße waren einige Pubs und dort gabb es auch noch Essensstände, die fleißig Fleisch für Nachtschwäremer gebrutzelt haben. Endlich hab ich wieder mal ein Nile Special (eine Biersorte aus Jinja) bekommen. Bin ja nicht der große Biertrinker, aber das ist wirklich sehr lecker!

Kyiriba Kyathumba Hot Spring-Kibennge

Vor einigen Jahren hat man nahe Kasese eine heiße Quelle entdeckt. Das ganze Gebiet ist ja sehr vulkanisch. An der Quelle wurden zwei Teiche angelegt und ein kleiner Trinkwasserbrunnen. Die Menschen glauben, dass ein Bad in dem Wasser alle möglichen Krankheiten heilt. Auf einer kleinen Staumauer kann man eine Massage mit dem heißen Wasser bekommen – dort waren auch einige Leute. Hab ich jetzt nicht gemacht, dafür hab ich ein bißchen Wasser getrunken (schmeckte leicht schwefelig) und einen Armmassage bekam ich auch.

Der Glaube der Menschen an die Heilkraft es Wassers hat mich an eine Begebenheit aus dem Johannesevangelium erninnert:

In der Stadt [Jerusalem, Anm.d.A.] befindet sich nicht weit vom Schaftor entfernt der Teich Betesda, wie er auf Hebräisch genannt wird. Er ist von fünf Säulenhallen umgeben. Viele Kranke lagen in diesen Hallen – Blinde, Gelähmte und Verkrüppelte. Einer von den Menschen, die dort lagen, war schon seit 38 Jahren krank. Als Jesus ihn sah und erfuhr, dass er schon so lange an seiner Krankheit litt, fragte er ihn: »Willst du gesund werden?« »Ach, Herr«, entgegnete der Kranke, »ich habe niemanden, der mir in den Teich hilft, wenn sich das Wasser bewegt. Versuche ich es aber allein, ist immer ein anderer schneller als ich.« Da forderte ihn Jesus auf: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!« Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er rollte seine Matte zusammen und ging seines Weges.

Johannes 5,2-9a (HfA)

König Dan vom Königreich Busungora

Godfrey hatte spontan die Idee, dass wir eine private Initiative zur Wildlife Preservation besuchen könnten. Wir sind zu dem Gelände gefahren – ein Schild verkündete „Royal Palace“ – und haben dort Dan, den König vom Königreich Busungora getroffen. Er hatte vor Corona geplant, ein Schutzgebiet für einheimische Tiere zu eröffnen. Leider sind ihm durch die Pandemie einige Investoren abgesprungen und er musste von vorne anfangen. Es ist ein sehr großes Gelände, auf dem er alle nicht einheimischen Bäume entfernt hat, ein kleines Museum ist im Bau. Es hat dort die einheimischen Rinder, Esel, Pferde, Kamele und ugandische Strauße, die es sonst nur in zwei kleineren Nationalparks gibt.

Eines der Straußenweibchen kam zu uns bis auf ein/ zwei Meter – wenn ein riesiger, offener Schnabel an einem langen Hals direkt auf einen zukommt, ist das schon spannend 😁.

Farming

Ich hab mich öfters gefragt, wo – außer von kleinen Privatverkäufern, die im Garten anbauen – die Mengen an Tomaten und Zwiebeln herkommen, die man überall sieht. Von dort:

Tomaten

Ein Reiher zwischen Erdnusspflanzen

Zwiebeln, im Hintergrund Bohnen

Viel Handarbeit…

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