Wie wir Zuflucht finden können

Berghütte im Nebel als Symbol für eine Zuflucht und Ruhe

Seit längerer Zeit lese ich das Alte Testament durch und bin im Buch 1.Könige auf den obigen Vers gestoßen, der mir – warum auch immer – ins Auge gestochen ist. Mein erster Gedanke war das Wort „Zuflucht“.

Auch Adonija bekam es mit der Angst zu tun. Er fürchtete Salomos Rache. Darum flüchtete er zum Brandopferaltar und hielt sich an dessen Hörnern fest. Jemand ging zu Salomo und berichtete ihm: »Adonija hat große Angst vor dem König Salomo. Darum hält er sich an den Hörnern des Altars fest und ruft: ›Hier bleibe ich, bis König Salomo mir schwört, dass er mich nicht hinrichten lässt.‹«

1.Könige 1,50-51 (HfA)

Hintergrundstory

Adonija hat versucht, den Thron seines Vaters König David zu besteigen – er wäre als ältester auch berechtigt gewesen. Er hat schon wichtige Leute aus der Nähe des Königs, der schon recht „altersschwach“ war, um sich geschart, um mit ihnen zu essen und die Thronbesteigung vorzubereiten. Das wäre ihm auch beinahe geglückt. Doch eigentlich war der Thron Davids dem jüngeren Salomo, einem Sohn von Batseba, von Gott zugedacht. Davids Getreue – unter anderem der Prophet Nathan und Davids Leibwache – ergreifen die Flucht nach vorn und salben in aller Öffentlichkeit an der Gihonquelle bei Jerusalem Salomo zum König und er besteigt den Thron (nachzulesen in 1.Könige 1).

Häuschenschnecke als Symbol für Zuflucht und Verkriechen vor Problemen und Ängsten

Verkriechen

Flieht, ihr Narren!

Gandalf, der Graue in „Herr Der Ringe – Die Gefährten“

Adonija bekommt es mit der Angst zu und flieht: Darum flüchtete er zum Brandopferaltar und hielt sich an dessen Hörnern fest.

Es gibt Situationen im Leben, da möchte man sich am liebsten wie Adonija nur noch verstecken und in ein Schneckenhaus verkriechen. Einfach abhauen an einen schönen Platz, an dem es keinen Stress gibt, keine Bedrohung, keine Angst, keine Lasten, kein Unverständnis, … nur Ruhe und Frieden, gut fühlen und die Seele baumeln lassen.

In unserer westlichen Welt leben wir – Gott sei Dank – weniger in lebensbedrohlichen Situationen. Im Gegensatz zu anderen Gebieten auf unserer Welt. Doch gibt es auch bei uns Gewaltverbrechen genug, von Prügeleien an Bahnhöfen über Vergewaltigungen bis zu Messerstechereien wie vor, einiger Zeit in Solingen geschehen. Wir fühlen uns bedroht von fernen Kriegen, Klimawandel, jeglichen Arten von Extremismus, Katastrophenmeldungen aus den Nachrichten oder unmittelbaren Dingen wie Cyberkriminalität, finanziellen Problemen, Unfällen, Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Krankheiten, Tod oder Herausforderungen wie, Aufgaben, die uns über den Kopf wachsen, unliebsamen Mitmenschen, Stress, der Angst, dass wir nicht bekommen, was wir brauchen oder möchten, Sorge um die Eltern oder Kinder.

Ich denke, jeder hat seine Bereiche, in denen er sich Sorgen und Gedanken macht oder die ihn vielleicht nicht schlafen lassen. Und sogar Ängste und Panik auslösen.

Manchmal möchte man einfach, dass es aufhört und dass man eine Verschnaufpause bekommt. Durchatmen. Frei sein.

Der Altar als Symbol für die Zuflucht bei Gott. Und Stichwort Kirchenasyl.

Flucht

Wohin gehst du, wenn du vor etwas fliehen willst? Suchst du Hilfe bei Menschen? Betäubst du dich mit Alkohol oder Drogen oder Sex? Fliehst du beim Computer spielen oder Fernsehen in andere Welten? Gehst du Frusteinkaufen oder stopfst dich mit Schokolade voll? Verdrängst du unangenehme Situationen und nagende Gedanken? Es gibt viele Möglichkeiten – zumindest kurzzeitig – zu entfliehen. Doch echte, dauerhafte Lösungen sind das keine: Menschen können enttäuschen oder unzuverlässig und egoistisch sein. Aus den anderen Welten kommst du irgendwann wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Süchte machen dich über kurz oder lang kaputt. Verdrängen funktioniert nicht ewig und irgendwann bricht alles wie ein schlummernder Vulkan heraus.

Adonija flieht aber nicht irgendwo hin, sondern er sucht ganz bewusst Zuflucht und Schutz bei Gott.

Eine Festung auf einem Berg als sicherer Hafen und Zuflucht vor Feinden.

Fluchtgeschichten aus der Bibel

Bei dem HERRN suche ich Schutz. Wie könnt ihr da zu mir sagen: »Du musst ins Gebirge fliehen! Flieg fort wie ein Vogel!

Psalm 11,1 (HfA)

David sucht bewusst Schutz bei Gott. Wir können viel von ihm lernen – denn er war in allen möglichen und unmöglichen Situation – egal wie: Er hat sich immer an Gott gewandt. Er schlägt sogar menschliche Ratschläge zur Flucht aus – die grundsätzlich nicht falsch sein müssen – aber in der Situation, in der er steckt, will er Gott gehorsam sein und Ihm vertrauen.

Manchmal nimmt uns Gott aus gefährlichen Situationen heraus. Wenn Gott sagt, „Fliehe!“, dann solltest du fliehen:

Der Prophet Elia aus Tischbe in Gilead sagte eines Tages zu König Ahab: »Ich schwöre bei dem HERRN, dem Gott Israels, dem ich diene: Es wird in den nächsten Jahren weder Regen noch Tau geben, bis ich es sage!« Danach befahl der HERR Elia: »Du musst fort von hier! Geh nach Osten, überquere den Jordan und versteck dich am Bach Krit!

1.Könige 17,1-3 (HfA)

Oder auch vor dem Untergang Sodoms und Gomorras rettet Gott Seine Leute, gibt ihnen allerdings davor klare Anweisungen:

Bei Tagesanbruch drängten die Männer Lot zur Eile: »Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, bevor ihr in den Untergang der Stadt mit hineingerissen werdet!« […] »Lauft um euer Leben!«, sagte einer der beiden Boten. »Schaut nicht zurück, bleibt nirgendwo stehen, sondern flieht ins Gebirge! Sonst werdet ihr umkommen!« […] Da ließ der HERR Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabregnen. […] Lots Frau drehte sich auf der Flucht um und schaute zurück. Sofort erstarrte sie zu einer Salzsäule. 

1.Mose 19,15+17+24+26 (HfA)

Manchmal schickt uns Gott in eine unangenehme Situation zurück:

Der Engel des HERRN fand sie an einer Wasserstelle in der Wüste auf dem Weg nach Schur und fragte sie: »Hagar, du Sklavin von Sarai, woher kommst du und wohin gehst du?« »Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sarai«, antwortete sie. Da sagte der Engel des HERRN zu ihr: »Geh zu ihr zurück. Bleib ihre Sklavin und ordne dich ihr unter! Ich werde dir so viele Nachkommen schenken, dass man sie nicht mehr zählen kann! 

1.Mose 16,7-10 (HfA)

Bei Jesu Gefangennahme im Garten Getsemane hätte Er fliehen oder kämpfen können, aber Er tat es nicht, weil es Sein vorherbestimmter Weg war. Doch Seine Jünger hatten Angst und ergriffen die Flucht:

Ist dir denn nicht klar, dass ich meinen Vater um ein ganzes Heer von Engeln bitten könnte? Er würde sie mir sofort schicken. Wie sollte sich aber dann erfüllen, was in der Heiligen Schrift vorausgesagt ist? Es muss alles so geschehen!« Danach wandte sich Jesus an die Männer, die ihn festgenommen hatten: »Bin ich denn ein Verbrecher, dass ihr euch mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet habt, um mich zu verhaften? Jeden Tag habe ich öffentlich im Tempel gelehrt. Warum habt ihr mich nicht dort festgenommen? Aber auch dies geschieht, damit sich die Vorhersagen der Propheten erfüllen.« Da ließen ihn alle seine Jünger im Stich und ergriffen die Flucht. 

Matthäus 26,53-56 (HfA)

Egal was Gott für Dein Leben geplant hat; egal in welcher Situation Du bist und ob Du am liebsten Abhauen willst: Gott hat für DICH einen bestimmten Weg – Deine Version der „Fluchtgeschichte“ – vorgesehen, den Er Dich führen möchte. Vertrau Ihm. Er wird Dir helfen!

Küken unter den Flügeln einer Henne, die sie beschützt

Gott ist die Zuflucht

In den Psalmen wird immer sehr blumig beschrieben, wie sich Menschen an Gott wenden und was sie dabei denken und fühlen:

Der Schreiber von Psalm 91 sitzt „unter dem Schirm des Höchsten“ (Psalm 91,1-2).

David begibt sich unter die „Schatten Seiner Flügel“ und lässt sich beschützten (Psalm 17,8).

Für David ist Gott eine feste Burg, die ihn vor allen Feinden beschützt (2.Samuel 32-34).

Gott verlässt nicht die, die Ihn suchen (Psalm 9,10-11).

Wir sind eingeladen ins „Haus des Herrn“ und können im „Angesicht unserer Feinde“ speisen (Psalm 23).

In Psalm 7,2 bitte David Gott, dass Er ihn in Sicherheit vor seinen Feinden bringt.

Oder eben in 1.Könige Adonija am „Horn des Altars“ – das Horn ist ein Zeichen der Macht. In diesem Fall der Macht Gottes und das weiß er.

Und für uns gilt das gleiche. Jesus sagt, dass wir uns nicht fürchten brauchen:

Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt, aber lasst euch nicht entmutigen: Ich habe diese Welt besiegt.«

Johannes 16,33 (HfA)

Daher sagt Petrus zu Jesus: „Da antwortete ihm Simon Petrus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Johannes 6,68). Jesus ist der Weg aus all unseren Ängsten, Nöten, Fluchtgedanken, selbstzerstörerischen Handlungen. Die Beziehung zu Ihm, ist das Einzige, was uns nachhaltig helfen kann. Bring Ihm alles, was dich belastet.

Menschen mit Regenschirmen, Symbol für Schutz

Beziehung zu Gott

Egal wie man es dreht oder wendet – es geht IMMER um die lebendige Beziehung zu Gott. Wenn wir uns Gott anvertrauen, geben wir Ihm die Chance, sich in unserem Leben zu manifestieren und in und für uns zu handeln. Er hat zwar die Macht, zu tun und zu lassen, was Er will, doch wir haben unseren freien Willen und können uns entscheiden, wie wir handeln.

Vertrau dich Seiner Führung an, denn Er kennt den Weg.

Nimm dir Zeit, mit Gott in Kontakt zu treten – bete. Miteinander reden, hält eine Beziehung lebendig. Lass Gott die Chance im Gebet oder durch die Bibel oder andere Menschen zu antworten.

Sei demütig und erkenne an, dass Gott größer als du und deine Situation ist
Bitte den Heiligen Geist um Trost und Kraft – Er ist als Tröster in die Welt zu uns Christen geschickt.

Handle, wenn Gott dir einen (Aus-)Weg zeigt. Das ist Gehorsam und darüber freut sich Gott. Und vor allem ist es ein guter Weg für dich…

Adler in der Luft - Symbol für die Freiheit durch Gott

Vielen Dank für’s Lesen und sei gesegnet!

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