Willow Creek Congress 2026

Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so lebt nun auch in ihm: verwurzelt in ihm und aufgebaut auf diesem Fundament, gefestigt im Glauben, so wie ihr unterrichtet worden seid.

Kolosser 2,6-7

Heute gibt’s mal keinen so direkten geistlichen Impuls, sondern einen kleinen Einblick in die Welt der Organisation eines großen christlichen Kongresses: dem Willow Creek Leitungskongress 2026 in der Dortmunder Westfalenhalle. Thema: „Rooted“ – verwurzelt.

Bevor es losgeht – drei Begriffe:

  • Halle – damit ist immer die Westfalenhalle mit der Arena gemeint, in der die Vorträge, die Musik, usw. war
  • Willow-Welt – eine Ausstellungshalle, in der man Bücher kaufen oder kreativ sein konnte, dort gab es verschiedene Treffpunkte und Infos sowie eine kleine Bühne für Interviews und Musik
  • Ausstellung – die Fachausstellung mit etwa 200 Ausstellern aus dem christlichen Bereich

Hinter den Kulissen

Ich durfte dieses Mal als Mitarbeiter mitmachen und hab einen guten Einblick in den Backstage-Bereich bekommen. Viele Mitarbeiter sind schon am Wochenende zum Aufbau und zur Vorbereitung angereist, ich kam am Dienstagabend dazu und ab Donnerstag war der Kongress für die Teilnehmer geöffnet.
Einen Kongress mit mehreren tausend Teilnehmern und etwa 500 – größtenteils ehrenamtlichen – Mitarbeitern zu organisieren ist schon eine riesige Aufgabe, die das Willow-Team vor sich hat(te). Im Vorfeld ist wahnsinnig viel zu bedenken und zu tun. Beim Aufbau müssen unendlich viele Zahnrädchen ineinandergreifen. Immer wieder mal kommt das ein oder andere Sandkorn ins Getriebe, aber es wird wirklich mit viel Liebe und Einsatz geschuftet, um den Teilnehmern einen tollen Kongress zu bieten.

Nicht nur die „großen“ Dinge auf der Bühne oder in der Halle, sondern es sind die viele Kleinigkeiten und Ideen, die eine tolle Atmosphäre schaffen können. Man kann sich nicht vorstellen, an was es alles zu denken gilt und was es zu gibt.

Ein Auszug:
Catering, Speaker betreuen, Aufbau und Abbau der vielen verschiedenen Locations, Gestaltung der Bühne, Namensschilder für 500 Mitarbeiter herstellen, Aufbau der Willow-Welt, die Teilnehmer anschreiben, verwalten, buchen, Mitarbeiter betreuen und leiten, Filmen, Ton einstellen, die Band, Mitarbeiterverpflegung, Technik, Aufkleber für die reservierten Plätze (über 1.000 Etiketten!), Geschenke für Helfer, Aussteller, Spender, Hinweisschilder aufhängen, putzen, Bücher etikettieren (über 400 verschiedene Titel…), Ordner, die die Besucher einweisen, Kamera und Ton, und viele, viele mehr. Insgesamt waren über 6000 Menschen (Teilnehmer, Mitarbeiter, Aussteller) beteiligt.

Generalprobe

Am Mittwochabend, nach einem Probentag für die Band und die Schauspieler, war in der Willow-Welt der Empfang für die Sprecher. Dann der große Moment: die „Session 0“. Die Mitarbeiter sind in der großen Halle versammelt. Licht aus, Bühne beleuchtet. Ein beeindruckender Opener durch das Schauspielteam, der die Geschichte der christlichen Gemeinde von Jesus bis in der Neuzeit in vielen Bildern intensiv beleuchtete. Sehr bewegend!  Dann spielt die Band ihre ersten Songs. Eine Begrüßung durch das Kongressmanagement: Dani, Thomas und Jörg. Und da Jörg im Sommer Willow verlassen wird, haben sich die Mitarbeiter ein besonderes Abschiedsgeschenk einfallen lassen – Videointerviews mit langjährigen Weggefährten und seiner Tochter. Das war wirklich ein sehr emotionaler Moment. Wir haben dann zusammen gebetet, gesegnet und gesungen.
Nach den letzten organisatorischen „Kleinigkeiten“ war Mittwoch auch schon vorbei.

Tag 1: Es geht los!

Am Donnerstag sind die letzten großen Vorbereitungen (hoffentlich) abgeschlossen. Heute war ich viel damit beschäftigt, Vorbereitungen für das Spendendinner im Kongresszentrum am Abend zu treffen. Dabei kamen etliche Kilometer zusammen. Ab 8 Uhr früh durften die Teilnehmer kommen, was immer ein spannender Moment ist. Wenn Zeit war, bin ich durch die Willow-Welt und die Ausstellung gegangen – es war schön zu sehen, wie sich die Messehallen langsam mit Menschen gefüllt haben. Um 9 Uhr wurde dann die Westfalen-Halle geöffnet und mehrere tausend Menschen sind hineingeströmt und suchten sich Plätze.

Dann Begann der Kongress mit einem grandiosen Opener über die Geschichte der Christenheit von Jesus bis heute. Das hab ich mir noch angeschaut, musste dann aber weiterarbeiten. Da ich oft unterwegs war, hab ich immer wieder Neues entdeckt. Es gab in einem Abschnitt der Halle „Zelte der Ruhe“ mit Waldgeräuschen berieselt und Hackschnitzeln als Untergrund – ich fand’s toll, dass sich dort Teilnehmer echt ausgeruht und (vermutlich) geschlafen haben.

Am Abend war unser Spendendinner, das echt ein schönes Hightlight war – gutes Essen, gute Gespräche, tolle Menschen – ein echt gelungener Abend. Ich hab sogar ein Ehepaar getroffen, das vor ca. 20 Jahren in meine Gemeinde ging. Ganz spannend waren die Interviews mit Willow-Mitarbeitern der älteren und jüngeren Generation. Für mich war es ein echter Augenöffner zu hören, wie die Jugend denkt und ihren Glauben sieht. Sehr interessant.

Tag 2: Weiter geht’s

Freitagmorgen war ich beim Eingang und hab mir die Hallenöffnung für die Teilnehmer angeschaut. Da steckt ja auch Arbeit dahinter – Eintrittsbänder kontrollieren, Garderobe, Securitycheck, usw. Ich hab sogar die Leute aus der Burghauser Gemeinde, in die ich gehe, getroffen – das war schön, doch ein paar bekannte Gesichter zu sehen.

An dem Tag war´s für mich etwas ruhiger. Ich konnte sogar einen Vortrag anhören. Martin Schleske ist Geigenbauer und ein Naturliebhaber, vor allem Pferde haben es ihm angetan. Was mich sehr nachdenklich gemacht hat, ist seine Aussage zu einem Teil des Vater unser: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Er meinte, dass wir einfach zu viel Fleisch konsumieren, oft sogar täglich und damit die Schöpfung überlasten. Zwar erlaubt Gott das Essen von Fleisch nach der Sintflut, aber Schleske interpretiert es so, dass dieses Nahrungsmittel eben für besondere Anlässe vorbehalten sein sollte (z.B. als Passahlamm, als der verlorene Sohn heimkehrt, auf Hochzeiten, …). Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, den Fleischkonsum etwas zu reduzieren – zum einen wegen der Umwelt, zum anderen sind Tiere beseelte Lebewesen und wenn man weniger oft Fleisch kauft und dafür welches aus guter Tierhaltung, ist das eine Win-Win-Situation. Auf jeden Fall nachdenkenswert.

Auch die Live-Schaltung zu John Mark Comer in die USA hat einwandfrei geklappt – sogar die automatisierte Übersetzung!

Am Nachmittag waren die sogenannten Panels – Interviews mit vielen verschiedenen Menschen, die über ihren Glauben, Willow, die Zukunft, usw. sprachen. Sehr spannend.

In der letzten Session wurde außerdem noch die Kollekte eingesammelt – das klingt einfach, muss aber bei so vielen Menschen in der Halle gut organisiert sein. Es reicht hier halt nicht, den Klingelbeutel durchgehen zu lassen…

Besonders schön fand ich es, als alle Besucher unter 35 Jahren aufstehen sollten – die Jugend, unsere Zukunft eben. Und das waren echt viele, was mir wirklich Hoffnung für den Glauben in Deutschland macht. Wir Junggebliebenen sind auch aufgestanden, um eben diese jungen Christen zu segnen. Sehr ergreifend. Gemeinsam haben dann um die 5.000 Menschen das Vater unser gebetet – das ist schon etwas Gewaltiges!

Am Abend waren wir noch Cocktails in der Hotelbar getrunken und in Blickweite hat sich der BVB mit Mainz in der Signal-Iduna-Arena vergnügt (4:0) 😊.

Der letzte Tag

Am Samstag war ich echt platt, angeschnupft und hatte Halsweh. Kein Wunder, bei viel Arbeit, der Kälte und dem wenigen Schlaf (auch wenn man ins Bett geht, braucht es doch seine Zeit, bis man gedanklich wieder ruhiger wird). Am Morgen war wieder Lobpreis auf der Bühne in der Willow-Welt – cool war, dass sich das Team von Tag zu Tag vergrößerte. Außer dem Keyboard und den Sängern war auf einmal ein Geiger dabei. Ich durfte noch Geschenke für das Willow-Team organisieren und packen – war zwar einiges an Lauferei, hat aber Spaß gemacht.

Als die letzte Session begann, ging es bei der Ausstellung schon ans Abbauen, die Willow-Welt hat später damit angefangen und am Ende des Kongresses mussten die Teilnehmer die Halle und die Messe verlassen. Als die letzten Besucher aus der Westfalenhalle draußen waren, wurde schon die Technik abgebaut, die letzten Mittagessen wurden serviert. Erste Mitarbeiter verabschiedeten sich von einander (es gibt ein extra Team für Auf- und Abbau). Ich selber bin dann um 16:09 Uhr im ICE nach München gesessen. Und um 0:30 Uhr (planmäßig) in Burghausen angekommen…am Sonntag hab ich fast nur geschlafen.

Es gäbe natürlich noch viel mehr zu berichten, aber für heute soll’s das gewesen sein.

Nach dem Kongress

Die große Frage ist, wie es mit den Kongressen weitergehen wird – das Konzept ist toll, ohne Frage, nur steigen auch hier die Kosten und ein solcher Kongress – so war es früher – musste genug einbringen, um die Arbeit von Willow zwei Jahre zu finanzieren. Auf jeden Fall nimmt sich das Willow-Team nun genug Zeit, um von Gott zu hören, was Er vor hat und wie – da können wir alle dafür beten!

Es war toll!

Ich fand`s toll zu sehen, wie so viele Räder in einander gegriffen haben. Mit wie viel Kraft, Engagement, Energie zusammengearbeitet wurde. Viele von uns haben wenig geschlafen und es gab auch Dinge, die nicht ganz glatt gelaufen sind, aber man konnte sich entschuldigen und einander vergeben. Das ist das Schöne. Wir müssen ja nicht perfekt sein.

Es war ein sehr inspirierender Kongress – auch aus meiner Sicht hinter den Kulissen. Und es war sehr spannend, einige der Personen, die sich sonst auf der Bühne tummeln mal Backstage kennenzulernen. Ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben – ich glaube er war in der „Session 0“ vom Präses der FEG: „Der Kongress ist mit Liebe gemacht.“ Und ich glaube, das hat man gespürt.

Willow Creek Kongress 2024: Hoffnung

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

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