3D-Druck: Prothese

Story

Seit einiger Zeit bin ich bei Pro Uganda aktiv, einem gemeinnützigen Verein aus Usingen, Hessen, der in Kiyunga in Uganda eine Werkstatt für Prothesen betreibt.

Warum ausgerechnet Prothesen?

Weil…

…es generell in den Entwicklungsländern zum einen viele Menschen gibt, die amputierte Gliedmaßen haben. Dafür gibt es viele Gründe wie Krankheiten, Unfälle, Verbrechen, …

…es dort zu wenig Versorgung für diese Menschen gibt und sie sich es oft auch nicht leisten können, eine Prothese fertigen zu lassen. Die Koste betragen etwa ein Jahresgehalt eines durchschnittlichen Uganders und eine Krankenversicherung gibt es nicht.

…in Uganda Menschen mit Handicap stigmatisiert sind.

…sich diese Menschen extrem schwer tun, den Lebensunterhalt zu verdienen.

Ich bin auf einem der Workshoptage auf eine schweizer Firma aufmerksam geworden, die 3D-Druck-Prothesen in Kenia herstellt. Das Startup wollte urpsrünglich aus Kunststoffabfällen Prothesen drucken, was zumindest ein bißchen das Müllproblem gemildert hätte. Das war aber nicht erfolgreich. In der Zwischenzeit stellen sie erschwingliche Prothesen her. Das ist eine der Vorteile, der zweite ist, dass mit dem 3D-Druck die Prothesen relativ einfach angepasst werden können.

Ich find’s toll, dass man so Menschen wieder – buchstäblich – auf die Beine helfen kann.

Auch in biblischer Zeit gab es viele hilfsbedürftige Menschen – auch Lahme, die einfach nicht gehen konnten. Da half auch keine Prothese. Vielleicht noch eine Krücke. Als Jesus auf der Erde war, hat Er sich diesen Menschen angenommen und viele von ihnen geheilt – ganz ohne 3D-Drucker…

Und siehe, einige Männer brachten einen Menschen auf einem Bett; der war gelähmt. Und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. Und weil sie wegen der Menge keinen Zugang fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinunter mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus. […] Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat auf Erden, Sünden zu vergeben – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott. 

Lukas 5,18-19;24-25 (HfA)

Bild: Foto von Jakub Pabis auf Unsplash

Das Modell

Die Idee der 3D-gedruckten Prothese fand ich sehr spannend und hab einfach mal versucht, ein Modell zu drucken. Das Ergebnis siehst du auf den Fotos.

PLA ist jetzt nicht wirklich für echte Prothesen geeignet, da muss was stabileres her.

Die Druckdaten

  • Drucker: Creality Ender 3D
  • Filament: PLA, 1,75 mm, verschiedene Farben
  • Layer/ Nozzle: 0,160 mm/ 0,4 mm
  • Druck bei 205°C am Nozzle und 55°C Druckbetttemperatur
  • Materialverbrauch: ca. 150 g
  • Druckdauer: ca. 21 h
  • Druckgeschwindigkeit: 60 mm/s
  • Support: am besten im Slicer so positionieren, dass man keinen braucht; vor allem die „covers“ sind recht empfindlich, wenn man den Support lösen will
  • Build Plate Adhesion: Brim
  • Infill: 20%
  • Modell von: Thingiverse

Dazu braucht man noch ein paar Schräubchen, eine kleine Federung. Und Sekundenkleber ist ganz nützlich.

Für eine echte Prothese nimmt man eine Stahlröhre als Hauptstütze – ich hab einfach einen Zylinder mit 12,9 mm Durchmesser und 15 cm Höhe generiert und mit 75% Infill gedruckt. Je nach dem, wie groß du dein Modell machst, musst du die Dimensionen anpassen.

Die Bilder

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