Wortklaubereien

Worte

Ich hab ja schon öfters geschrieben, wie aufgeregt momentan diese Welt ist (siehe „Was ist eigentlich los?“ auf SalzUndLicht. Viele kleine Mücken werden zu Elefanten aufgeplustert. Themen, die es eigentlich nicht wirklich wert sind, werden in den Nachrichten breit getreten oder man diskutiert in Familien oder mit Freunden ergebnislos über immer dieselben Themen.

Was mir auch aufgefallen ist, ist, dass in unserer Medienlandschaft und von unseren Politikern mit vielen Worten und Begriffen um sich geworfen wird, die, wenn man genauer drüber nachdenkt, sinnfrei erscheinen: Klimaleugner, homophob oder transphob, Coronaleugner, Putinversteher. Manche Begriffe wie Hass, Nazi, Hetze bzw. Volksverhetzung werden geradezu inflationär gebraucht.

Ich hab mir ein paar solcher Begriffe mal ein bißchen genauer angeschaut…

Begriff Was er bedeutetWas gemeint istGedanken
Homophob, transphob, …Eine Phobie ist eine „übertriebene Angstreaktionen (Angststörung) beim Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung“, die auf „konkrete Dinge ausgerichtet und an bestimmte auslösende Objekte, Situationen oder Räumlichkeiten gebunden ist“.(Wikipedia). Gemeint sind Menschen, die z.B. die die gleichgeschlechtliche Ehe falsch finden oder jeder, der in irgendeiner Form etwas kritisiert, was in Zusammenhang mit homo, inter, trans, usw. steht.Ich nehme an, dass es niemanden gibt, der Panikattacken bekommt, weil er ein homosexuelles Pärchen auf der Straße sieht. Das Wort „Phobie“ impliziert, dass derjenige, der eine kritische Meinung  äußert, nicht mehr zurechnungsfähig ist, denn in einer Angstsituation reagiert man nicht unbedingt logisch. Eine solche Aussage wirkt ziemlich beleidigend.
KlimaleugnerWörtlich genommen, heißt das, dass man das Konzept „Klima“ nicht anerkennt. Es gibt also kein Klima.Jemand, der den menschengemachten Klimawandel leugnet.Dass es das Klima gibt, wird wohl kaum jemand bestreiten. Im Prinzip wird jeder, der den menschengemachten Klimawandel anzweifelt, als Nichtswisser und Abweichler abgestempelt. Es gibt beim Klimawandel nur eine Meinung und Ende! Ist das ein fairer Umgang mit anderen Menschen? Ich denke, jeder macht sich seine Gedanken und zieht seine eigenen Schlüsse. Nach bestem Wissen und Gewissen. 
NaziEin Nazi, kurz für Nationalsozialist, ist jemand, der in der Hitlerzeit NSDAP Mitglied war oder zumindest sympathisiert hat.Heute meint es Menschen, die der rechten Szene angehören (Neonazis) und jeden, der eine unliebsame Meinung vertritt. Oder der AFD-Mitglied ist.Das Wort „Nazi“ stempelt jemanden gleich als böse ab, als eine Person voller Hass. Mit so jemandem redet man nicht. Man kann ihn auch nicht ernst nehmen. Ich finde, der Stempel „Nazi“ ist ein schwerer Vorwurf – schließlich haben die echten Nazis aus dem dritten Reich den Tod von Millionen Menschen zu verantworten. Es ist richtig, dass sich so etwas nie wieder wiederholen darf, aber ist jeder ein Nazi, der wertekonservativ ist und z.B. die „traditionelle Familie“ (Vater, Mutter, Kind[er]) favorisiert?
CoronaleugnerJemand der bestreitet, dass es überhaupt Coronaviren gibt.Damit ist jeder gemeint, der die staatlichen Maßnahmen von damals kritisiert hat, z.B. Maskenpflicht, Kontaktregeln, Drängen zur Impfung, usw.Wie beim Klimaleugner spricht man jemandem das selbständige Denken ab, nur weil jemand nicht der Mainstreammeinung der Politiker und der Medien ist. Klar gab und gibt es Menschen, die sehr vehement bestreiten, dass es das Virus überhaupt gibt, aber die meisten nicht. Das Wort „Leugner“ wird als Synonym für „Dummkopf“ gebraucht, was vor allem jetzt, nach Offenlegung der RKI-Protokolle, nicht unbedingt haltbar ist…
HassDer Hass ist ein intensives Gefühl der Abneigung und Feindseligkeit. Hass wird als Gegenpol zur Liebe betrachtet. (Wikipedia)Jegliche Aussage, die die propagierte Mainstreammeinung kritisiert: „Ich bin gegen die Homoehe“ oder „Ich finde die unkontrollierte Einwanderung nach Deutschland/ Österreich nicht gut“ ist schon Hass-Propaganda. Wirklich? Das ist unsere vielzitierte Freiheit der Meinung, die anscheinend doch nicht mehr so frei ist… zumindest nicht, wenn man die falsche Meinung vertritt. Das Wort „Hass“ wird extrem inflationär für jegliche Meinungsäußerung gebraucht.
Volksverhetzung§130 StGB: (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, 1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen dessen Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordertIm Prinzip wie beim Hass.Krass, dass jemand, der z.B. öffentlich sagt „Es gibt nur zwei Geschlechter!“ schon „zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert“. Da wird einfach plakativ abgestempelt und versucht, jemanden, der anders denkt, mundtot zu machen. Wer will denn schon ein Verfahren wegen Volksverhetzung an der Backe haben?
ToleranzToleranz (v. lat. tolerare ‚ertragen‘, ‚erdulden‘) steht  (unter anderem) für:  Toleranz, Gewährenlassen fremder ÜberzeugungenJegliche Kritik an der von den Meinungsmachern vorgegebene Meinung ist nicht mehr Toleranz, sondern gleich Hass, Hetze, Intoleranz.Heute meint das Wort „Toleranz“ nicht das dulden einer fremden Meinung, sondern „Akzeptanz“ – du must auch meiner Meinung sein, weil meine richtig ist. Eine andere Meinung gibt es nicht und wenn doch, ist sie falsch. Toleranz in dem Sinne „Ich hab zwar eine andere Meinung wie du, aber ich respektiere dich trotzdem.“ wäre ein guter Weg.

Es gibt noch viel mehr nachdenkenswerte Begriffe wie Aluhutträger, Verschwörer, Schwurbler, und so weiter. Sie alle haben das Ziel, Menschen auszugrenzen und abzustempeln. Und das sollten wir nicht zulassen. Auch der Fakenews wird ganz schnell mal in den Ring geworfen.

Nachdenken

Was ich damit sagen will, ist, dass man allgemein aufpassen sollte, welche Worte man benutzt. Man sollte gut nachdenken, bevor man Worte gebraucht: Was bedeuten sie wirklich? Welchen Sinn haben sie? Was sagen sie aus?

Generell wird sehr schnell in die rechte Ecke gedrängt, wenn man unliebsame Meinungen unterdrücken will. Finde ich nicht gut.

Warum gibt es keine öffentliche, vernünftige, auf Augenhöhe stattfindende, wissenschaftliche Diskussion ohne ideologische Augenbinden und Schranken, gerade im Bezug auf Klimawandel, Coronamaßnahmen, Zweigeschlechtlichkeit des Menschen, Zuwanderung oder anderen „Reizthemen“. Das würde ich sehr begrüßen. Doch das ist wohl nicht mehr möglich. Überall kochen gleich die Emotionen hoch und dann wird die Vernunft beiseite gewischt. Bei so vielen Themen gibt es nur noch Schwarz und Weiß und andere Meinungen werden nicht mehr toleriert. Das find ich persönlich sehr kritisch. Man sollte die Meinung von anderen stehen lassen können, auch wenn man anderer Meinung ist. Das wäre echte Toleranz.

Wirkung von Worten

Worte können Stimmungen wiedergeben, aber auch Stimmung erzeugen. Sie können Menschen in Schubladen stecken. Worte wirken auch unterbewusst. Deshalb sind Worte und der gute Umgang mit ihnen sehr wichtig. Worte haben Macht!

Gott ist das Wort. Er schuf das Universum und die Welt durch sein Wort. In Jesus wurde das Wort Fleisch und Er hat durch Worte Menschen geheilt – und die Welt verändert.

Die Bibel ist Gottes Wort.

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

Hebräer 4,12 (HfA)

In der Bibel steht viel über Worte. Zum Beispiel:

Daneben gibt es noch Hohn, Spott, Respektlosigkeit, beschönigende Worte, Segen, Fluch, Beleidigungen, … ein weites weites Feld.

Umgang mit Worten

Wir wissen selbst, wie verletzend oder aufbauend Worte sein können. Das hat jeder schon erlebt. Wir wissen, dass mit Worten Menschen gesteuert werden können, sogar bis zu einem Ausruf „Wollt ihr den totalen Krieg!“. Eigentlich Wahnsinn.

Obwohl Worte eigentlich nur Schwingungen von Luftmolekülen sind, können sie Menschen hart treffen und Leben oder eine Situation komplett verändern. Sie entscheiden über Leben und Tod, Krieg oder Frieden, Hass oder Liebe. Worte können sich in Geist und Seele einbrennen. Deshalb sollten, nein müssen, wir unsere Worte sorgfältig wählen.

In der Bibel gibt es viele Menschen, die uns Rat im Umgang mit unseren Worten geben. Ein paar Stellen, an den wir uns orientieren können, hab ich rausgegriffen.

Wir sollten nur das sagen, von dem wir überzeugt sind und ein gutes Gewissen haben:

Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben. Eure Worte sind der Maßstab, nach dem ihr freigesprochen oder verurteilt werdet.« 

Matthäus 12,36-37 (HfA)

Sag die Wahrheit!

Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen!

2.Mose 20,16 (HfA)

…niemanden verleumden, nicht streiten, freundlich seien und alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen.

Titus 3,2 (HfA)

Wir sollten nicht ohne Punkt und Komma reden, sondern dem anderen zuhören:

Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Seid sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet.

Jakobus 1,19a (HfA)

Modern ist ja gerade diese dreifache Sieb, durch das wir Worte filtern sollen (Sind sie wahr? Sind sie gütig? Sind sie notwendig?) – eigentlich ist das schon uralt und von Sokrates.

Paulus schrieb das Gleiche etwas anders formuliert:

Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden.

Kolosser 4,6 (HfA)

Wir sollten klare Worte sprechen, die wahr sind:

Um eines möchte ich euch vor allem noch bitten, meine Brüder und Schwestern: Schwört nicht, weder beim Himmel noch bei der Erde noch bei sonst etwas! Wenn ihr »Ja« sagt, dann muss man sich darauf verlassen können. Und wenn ihr »Nein« sagt, dann steht auch dazu. Sonst müsst ihr euch vor Gottes Gericht dafür verantworten.

Jakobus 5,12 (HfA)

Es gibt Grenzen, auf die wir beim Reden achten sollten: Verletzt meine Aussage die Ehre oder die Seele eines Menschen oder den guten Geschmack, die guten Sitten, die Moral, den Anstand? Dann sollte ich lieber ruhig sein…

Wir sollten von Gott und Jesus sprechen:

Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden[1]! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!«

Matthäus 28,19-20 (HfA)

Falsche Worte

Natürlich wird es passieren, dass uns in Wortgefechten oder anderen Situationen Worte über die Lippen kommen, die wir danach bedauern und die nicht gut waren. Wir sind alle nur Menschen, die trotz allem Bemühen, fehlbar sind. Du bist immer eingeladen, zu Gott zu kommen und solche Fehler, Sünden, zu bekennen und Vergebung zu bekommen. Bete für die Situation und lass dir von Gott helfen. Er kann dir die richtigen Worte für eine Entschuldigung beim Betroffenen geben und auch verfahrene Situationen verändern.

Aus Worten werden Taten

„Ein Mann, ein Wort.“

Zum Schluß noch etwas Vergnügliches: Willy Astor, der Meister der Wortspiele – zum Beispiel die „Ländespiele“ auf Youtube.

Auf SalzUndLicht:

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

3 Kommentare zu „Wortklaubereien

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