
Lasst den Geist Gottes ungehindert wirken! Wenn jemand unter euch in Gottes Auftrag prophetisch redet, dann geht damit nicht geringschätzig um. Prüft jedoch alles und behaltet das Gute!
1.Thessalonicher 5,19-21 (HfA)
Prüfungen
Das ganz Leben besteht aus Prüfungen, aus Tests: Mutproben, Klassenarbeiten, Examen, Abschlussprüfungen, beim Auto der TÜV, die Steuerprüfung, Kassenprüfung, und vieles mehr. In der Industrie wäre eine Produktion ohne Prüfung – Qualitätskontrolle, Überwachung von Prozessparametern – nicht möglich.
Ich selbst arbeite in einem modernen Prüflabor bei einer großen bayrischen Chemiefirma. Genauer gesagt in der Mikroskopieabteilung. Mit verschiedensten Mikrokopiertechniken, wie Elektronenmikroskopie, Lichtmikroskopie in allen möglichen Varianten, Rasterkraftmikroskopie, usw. untersuchen wir unterschiedlichste Proben. Wie schaut die Feinstruktur von Pulvern aus? Wie rau ist die Oberfläche? Warum ist diese Stahlschraube gebrochen? Aus was besteht der braune Fleck auf dem blaugrauen Halbmetall oder wie schaut die Kristallstruktur aus? Wie dicht ist die Silikonschicht auf dem Backpapier? Das sind nur ein paar Fragestellungen, die mein täglich Brot sind. Und mit denen ich meine Brötchen für meine Family und mich verdiene 😉.
Prüfen ist quasi mein Alltag. Andere sind bei z.B. der Abteilung „Anlagensicherheit“ damit beschäftigt, die Funktionsfähigkeit von Chemiereaktoren zu gewährleisten. Auch die Qualitätssicherung ist notwendig – wer möchte schon, dass seine Waschmaschine gleich kaputtgeht, weil irgendjemand das falsche Bauteil eingebaut hat oder wer will, dass er nach dem Haare waschen dieselbigen verliert, weil der Chemikant die falschen Reagenzien gemischt hat?

Prüft alles
Prüfen ist wirklich ein unglaublich wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Warum sollte es im Glauben anders sein? Wieso sollte man hier alles hinnehmen, was Menschen sagen? Deshalb schreibt Paulus:
Prüft jedoch alles und behaltet das Gute!
1.Thessalonicher 5,19-21 (HfA)
Und er hat recht. In Zeiten von Fakenews, Manipulation, mit KI erzeugten Bildern und Videos, perfiden Lügen und Intrigen ist es umso wichtiger zu schauen, was stimmt wirklich. Was ist wahr? Ist mein Gegenüber ehrlich zu mir oder sucht es nur seinen eigenen Vorteil? Wem kann ich vertrauen? Im Bibeltext bezieht sich Paulus auf die prophetische Rede: Wenn also jemand ein Wort von Gott für jemanden oder die Gemeinde bekommt – etwas Ermutigendes oder eine Ermahnung oder eine Richtungsweisung. Selbst das könnte persönlich gefärbt sein oder sogar eine falsche Behauptung um andere zu lenken. Wow!

Der Prüfmaßstab
Tja, welchen Maßstab legt man nun an? Den Zeitgeist: Tu, was du fühlst, das kann nicht falsch und nichts ist richtig, nichts ist falsch, solange es dir guttut. Oder die Naturwissenschaft: Nur das, was man beweisen kann, ist richtig. Oder eine Autoritätsperson: Wenn das der Staatspräsident oder der Leiter des MIT oder der Vorstandsvorsitzende von BMW? Wer hat nun recht? Nach wem oder was richte ich mein Leben aus?
Für uns Christen ist dieser Maßstab als allererstes das Wort Gottes, die Bibel. Wenn eine „Prophetie“ der Bibel widerspricht, kann sie nicht von Gott kommen. Die Bibel galt vor tausenden Jahren und sie gilt auch heute noch:
Ich versichere euch: Nicht der kleinste Buchstabe im Gesetz Gottes – auch nicht ein Strichlein davon – wird je an Gültigkeit verlieren, solange Himmel und Erde bestehen. Alles muss sich erfüllen.
Matthäus 5,18 (HfA)
Und wenn es keine direkte Antwort in der Bibel gibt – immerhin gab es damals z.B. kein Smartphone – können wir aus ihr ableiten, wie wir mit neuzeitlichen Dingen und Strömungen umgehen können. Es gibt in der Bibel eine Linie, einen roten Faden, eine Richtung, in die sie weist. Den Charakter sozusagen.
Und wenn du noch immer nicht ganz sicher bist, kannst du Gott um Hilfe, um Weisheit bitten, dass Er dir Klarheit über eine Aussage, eine Frage gibt.

Biblischen Prüfungen
Josef, der von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft wurde, prüft sie, ob sie sich nach langen Jahren zum Positiven verändert haben (1.Mose 42,16): Die Königin von Saba prüft den weithin als weise bekannten König Salomo und ist begeistert von seiner Weisheit (1.Könige 10,1).
Auch Gott prüft den Glauben seines Volkes, nachdem es das gelobte Land eingenommen hat:
Darum werde ich keines der Völker, die seit Josuas Tod noch im Land sind, mehr vertreiben; sie sollen dort bleiben. Durch sie will ich die Israeliten auf die Probe stellen und sehen, ob sie sich an meine Gebote halten wie ihre Vorfahren oder nicht.« So vertrieb der HERR die Völker, die Josua nicht besiegen konnte, nicht sofort aus dem Land, sondern ließ sie dort wohnen.
Richter 2, 21-23 (HfA)
Hiob, ein reicher Mann, der wirklich alles verliert, will sich selbst von Gott prüfen lassen und ist sich sicher, dass er bestehen könne:
Doch er kennt meinen Weg genau; wenn er mich prüfte, wäre ich rein wie Gold. Unbeirrbar bin ich dem Weg gefolgt, den er mir zeigte, niemals bin ich von ihm abgeirrt. Ich habe seine Gebote nicht übertreten; seine Befehle zu beachten, war mir wichtiger als das tägliche Brot.
Hiob 23,11-12 (HfA)
Etwas bescheidener drückt sich König David aus:
Verschaffe mir Recht, HERR, denn ich bin unschuldig! Dir vertraue ich, nichts soll mich davon abbringen. Vor dir, HERR, kann ich nichts verbergen, prüfe meine geheimsten Gedanken und Gefühle!
Psalm 26,1-2 (HfA)
Oder in Psalm 139:
Durchforsche mich, o Gott, und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle! Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, und wenn ja: Hol mich zurück auf den Weg, den du uns für immer gewiesen hast!
Psalm 139,23-24 (HfA)
Paulus fordert uns Christen auf, dass wir das Abendmahl würdig und nicht leichtfertig einnehmen und dabei bedenken:
Jeder soll sich also prüfen und erst dann von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon nimmt, ohne zu bedenken, dass es hier um den Leib von Christus geht, der liefert sich selbst dem Gericht Gottes aus.
1.Korinther 11,28-29 (HfA)
Und das Prüfen gilt nicht nur für das Abendmahl, sondern für das ganze Leben. Wir sind aufgefordert zu prüfen, ob wir auf Gottes Weg sind:
Prüft in allem, was ihr tut, ob es Gott gefällt. Lasst euch auf keine finsteren Machenschaften ein, die keine gute Frucht hervorbringen, im Gegenteil: Helft, sie aufzudecken. Denn was manche im Verborgenen treiben, ist so abscheulich, dass man nicht einmal davon reden soll. Doch wenn durch euch das Licht Gottes auf diese Dinge fällt, werden sie erst richtig sichtbar.
Epheser 5,10-13 (HfA)
Sogar Jesus wird geprüft. Er ist 40 Tage lang in der Wüste ohne Nahrung und am Ende dieser Zeit testet der Teufel den Sohn Gottes:
Da nahm ihn der Teufel mit in die heilige Stadt Jerusalem und stellte ihn auf die höchste Stelle des Tempels. »Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring hinunter«, forderte er Jesus auf. »In der Schrift steht doch: ›Gott wird dir seine Engel schicken. Sie werden dich auf Händen tragen, so dass du dich nicht einmal an einem Stein stoßen wirst!‹ «Jesus entgegnete ihm: »In der Schrift steht aber auch: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‹ «
Matthäus 4,5-7 (HfA)
Wir sollen also Gott nicht prüfen, quasi nicht „zwingen“ einzugreifen und durch „geschickte“ Gebete versuchen, zu manipulieren. Gott checkt das. Er lässt sich nicht vera…lbern. Allerdings gibt es im Prophetenbuch Maleachi eine Stelle, in der Gott sagt, dass wir Ihn in einer Sache prüfen dürfen:
Ich antworte euch: Findet ihr es etwa richtig, wenn ein Mensch Gott betrügt? Doch genau das tut ihr die ganze Zeit! Ihr entgegnet: ›Womit haben wir dich denn betrogen?‹ Nun, ihr habt mir nicht den zehnten Teil eurer Ernte gegeben, und ihr habt den Priestern ihren Anteil an den Opfergaben verweigert. […] Ich, der HERR, der allmächtige Gott, fordere euch nun auf: Bringt den zehnten Teil eurer Erträge in vollem Umfang zu meinem Tempel, damit in den Vorratsräumen kein Mangel herrscht! Stellt mich doch auf die Probe und seht, ob ich meine Zusage halte! Denn ich verspreche euch, dass ich dann die Schleusen des Himmels wieder öffne und euch überreich mit meinem Segen beschenke.
Maleachi 3, 8+10 (HfA)
Gott sagt hier: Gebt den Teil eures Einkommens, der mir zusteht und ich gebe euch so reichlich, damit ihr mehr als genug habt! Was für ein Versprechen! Auch wenn es im Alten Testament steht, heißt es nicht, dass es heute nicht mehr gelten würde. Nein, Jesus hat selbst gesagt, dass das Gesetz noch gilt.

Abschlussprüfung
Aus den erwähnten Prüfungen und natürlich der Jahreslosung können und dürfen wir lernen:
- Prüfe anhand von Gottes Wort und mit Hilfe des Heiligen Geistes, was du hörst, liest, sieht und wahrnimmst. Wie die Situation bzw. Frage im Licht der Bibel aus? Ist es für dich, deine Mitmenschen, deine Beziehung zu Gott gut oder schlecht? Such dir Ratgeber – z.B. Menschen, die schon lange mit Gott unterwegs sind.
- In uns Menschen kann im Verborgenen Sünde wachsen. Wir tun vielleicht Dinge, die Gottes Willen widersprechen, merken es vielleicht nicht oder wollen es nicht merken. David bittet Gott, ihn zu prüfen – das ist ein gutes Gebet! Wenn wir Gott um Seine Hilfe bitten, wird Er nicht zögern uns zu helfen. Also: Die geistlichen Ohren aufsperren!
- Auch Paulus fordert uns Christen auf, uns zu prüfen und zu checken, ob wir auf dem richtigen Weg sind.
- Wir sollen Gott nicht auf die Probe stellen, sagt die Bibel. (Matthäus 4,7) Zumindest nicht wegen allen möglichen Dingen. Es gibt Beispiele, wo Gott es allerdings zulässt: Gideons Berufung zum Richter (Richter 6,11-23) oder der ungläubige Thomas, der von Jesus eine Bestätigung wünscht (Johannes 20,19-29). Gott kann sich dir „beweisen“, wenn Er es für richtig hält, aber du wirst Ihn nicht manipulieren können. Challenge: Achte mal auf deine Gebete, ob du vielleicht unbewusst versuchst, Gott zu manipulieren („Wenn du mir den Lottogewinn zuschusterst, geb ich die Hälfte den Armen. Ist doch ein guter Deal! Eine Win-Win-Situation“ oder so ähnlich. Es muss nicht unbedingt so offensichtlich sein).
- Gott fordert uns in Maleachi 3,10 auf, Ihn zu prüfen – das wäre doch eine Challenge für’s Jahr 2025! Stell ein Budget auf und gib wirklich die 10% deines Einkommens für Gott – und warte auf Seine Antwort.
Das Prüfen aller Art ist kein Selbstläufer und erfordert zum Teil wirklich viel Zeit für Recherche. Manches geht schneller. Und ganz wichtig: Bitte das Hirn einschalten und nicht voreingenommen an Dinge herangehen, sonst sucht man sich nur die Argumente, die einem in den Kram passen und die eigene Meinung/ das eigene Verständnis bestärken. Gut, dass der Heilige Geist unbestechlich ist und Er das Wort Gottes weitergebt, ob es uns gefällt, was Er sagt oder nicht.

Geprüft – und dann? Das Gute behalten!
Jetzt habe ich viel über das Prüfen geschrieben. Was ist mit dem anderen Teil, dem Behalten? Wenn wir etwas durch das Licht der Bibel und mit Gottes Hilfe geprüft haben und es gut für uns ist, dann dürfen wir es behalten: Das kann heißen z.B. einen Bibelvers lernen und im Leben anwenden, nach der Entscheidung handeln, ein prophetisches Wort weitergeben und einfach eine Verheißung aufschreiben und auf ihre Erfüllung vertrauen.