M & M – Maria und Martha

Martha

Stell dir vor, du hast dein Haus voller Gäste. Die Vorbereitung war schon viel: Planen, Einladen, Essen einkaufen, das Haus putzen, Tische decken, ein paar Blumen, Essen vorbereiten, Kuchen backen und so weiter. Es sollen sich ja alle wohlfühlen. Dann kommen die Gäste. Ihr stoßt mit einem guten Sekt an. Du bedienst und bittest die Leute, Platz zu nehmen. Während du eine Flasche Wein auf den Tisch stellst, hast du die zwei Töpfe auf dem Herd und den Backofen im Blick. Dein Timing steht. Es klingelt wieder und du lässt die letzten Gäste herein. Dein Essen ist wirklich gelungen und alle loben dich.

Den Nachtisch – eine selbstgemachte Schwarzwälderkirschtorte gibt es mit frisch gebrühten Kaffee im Wohnzimmer. Einer der Gäste – ein ziemlicher interessanter Typ und ein sehr guter Freund von dir – beginnt zu erzählen. Die anderen hören gespannt zu. Du bringst das letzte Stück Torte und da passiert es: Der Teller fällt vom Tablett und die drei Kaffeetassen fallen mit ihm auf den Küchenboden! Das Chaos ist perfekt und du musst erst mal putzen. Moment! Wo ist eigentlich deine Schwester? Die sitzt im Wohnzimmer und hört deinem Freund zu! Unglaublich und du hast die ganze Arbeit!

Maria

Ich weiß gar nicht, warum sich meine Schwester so aufregt. Klar ist die Party viel Arbeit. Aber schließlich hab‘ ich beim Vorbereiten geholfen. Und sie macht sich einfach viel zu viel Stress. Jedes Mal dasselbe. Aber dass sie mich jetzt vor unseren Freunden runtermacht und als faul darstellt – das ist absolut blöd von ihr! Irgendwie sollte man das Leben doch auch genießen können und wenn jemand tolle Stories erzählen kann, dann mein bester Freund. Dem hör‘ ich wirklich gerne zu. Und das ist doch besser, als sich die ganze Zeit abhetzen.

Jesus

Diese Story ist nicht neu:

Jesus bei Maria und Marta
Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo er bei einer Frau aufgenommen wurde, die Marta hieß. Maria, ihre Schwester, setzte sich zu Füßen von Jesus hin und hörte ihm aufmerksam zu. Marta aber war unentwegt mit der Bewirtung ihrer Gäste beschäftigt. Schließlich kam sie zu Jesus und fragte: »Herr, siehst du nicht, dass meine Schwester mir die ganze Arbeit überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!« Doch der Herr antwortete ihr: »Marta, Marta, du bist um so vieles besorgt und machst dir so viel Mühe. Nur eines aber ist wirklich wichtig und gut! Maria hat sich für dieses eine entschieden, und das kann ihr niemand mehr nehmen.« 

Lukas 10,38-42

Beschäftigt sein, das können wir. Entweder wir arbeiten von früh bis spät, organisieren hier oder haben den Termin dort. Dieses ist wichtig und jenes auch. Die Apps auf dem Smartphone verlangen viel Aufmerksamkeit. Schließlich muss man wissen, was in der Welt und Social Media los ist. Es ist wichtig, dass alles gut passt, nee, perfekt ist. Im Fernsehen sehen wir die perfekten Köche, die tolle essen zaubern, die optimale Wohnung wird präsentiert, wir lernen über die förderlichste Ernährung und der nächste Urlaub muss erlebnisreich sein, damit wir alles rausholen. Außerdem hat unsere Tante eine neue Abnehmkur gefunden, die WIRKLICH!!!! funktioniert. Außerdem muss man noch Sport machen (inclusive der optimierten Ausrüstung), damit man fit bleibt. Die Kids brauchen das beste Pausenbrot (was natürlich im Status präsentiert werden muss).

Es scheint, als ob wir ständig beschäftigt sind und uns von so vielen Dingen, die wir sehen und hören, beeinflussen lassen. Freizeitstress. Das ist ein Wort, das vermutlich nur die Deutschen und Österreicher kennen.

Martha-Typen

„Gut, nur es ist sehr viel los.“ Das war meine Standardantwort vor einiger Zeit auf die Frage „Wie geht’s dir?“. Kennst du das auch? Und manchmal, wenn ich dann sehe, dass Leute (scheinbar) nichts tun oder von einem Urlaub in den nächsten gehen, dann fühle ich mich… irgendwie nicht ganz so gut. Auch beim Lied „The Lazy Song“ von Bruno Mars mit den Textzeilen

Today, I don’t feel like doin‘ anything
I just wanna lay in my bed

– naja. Mein erster Gedanke war eher „faule…r Mensch“. Nicht so nett. Anscheinend bin ich ein Typ „Martha“.

Die „Marthas“ unserer Welt sind wichtig. Sie sehen, was getan werden muss, und legen los. Sie tragen Verantwortung und bringen Dinge voran. Das bedeutet aber nicht, dass die „Marias“ weniger tun oder weniger fleißig sind. Vielleicht haben sie nur gelernt, dass es neben der Arbeit noch anderes gibt, das unsere Aufmerksamkeit verdient. Und manchmal ist es entscheidend, den richtigen Moment zu erkennen – und eine Gelegenheit nicht vorübergehen zu lassen.

Von Maria lernen

Es gibt Dinge, die dulden keinen Aufschub, die müssen getan werden. Ein Verletzter wartet nicht mit dem Bluten, bis ich in Ruhe noch ein Lied zu Ende gehört hab oder ein Baby lässt man nicht schreien, wenn es Hunger hat.

Aber es gibt Zeiten, da ist es besser, die Hand in den Schoß zu legen und wie Maria zu Füßen des Meisters zu sitzen. Dann ist die Zeit egal und man hört einfach zu. Maria hat nämlich begriffen, wie einmalig diese Chance ist, Jesus zuhören zu können. Das war in diesem Moment wichtig. Martha hätte sich die Zeit auch nehmen dürfen. Das Geschirr könnte man auch später abwaschen – gemeinsam.

Tipps für Martha-Typen

Wenn du auch ein Martha-Typ bist, mach dir Gedanken, wie du deine Maria-Seite stärken kannst. Lass mal fünfe grade sein und kümmere dich um wichtige Dinge. Menschen sind wichtig; Freunde, Familie. Der Staubsauger kann warten. Anstatt in der Früh los zu hetzen, um in die Arbeit zu kommen, nimm dir Zeit für einen Kaffee, lies in der Bibel und sprich ein Gebet. Ich hab‘ gemerkt, früher aufzustehen, bringt zwar mehr Zeit am Morgen, aber wichtig ist eigentlich, dass du dein Mindset änderst. Blicke auf Jesus. Er hat sich Zeit für die Menschen genommen – und für’s Gebet. Trotz Seiner „Arbeit“ – oder gerade wegen ihr? Wenn du eine ToDo-Liste hast, geh sie durch und streiche alles raus, was wirklich nicht notwendig ist. Entferne die nice-to-haves. Das half mir. Und nimm vielleicht doch das Beispiel von Bruno Mars – einfach mal ein Tag nichts tun. Das kannst du dir gönnen.

Kommentar verfassen

Bloggerei.de

Entdecke mehr von Salz und Licht

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen