Wurzelwachstum (Fest verwurzelt II)

Aber sein Glaube hat keine starke Wurzel und deshalb keinen Bestand. Wenn dieser Mensch wegen seines Glaubens in Schwierigkeiten gerät oder gar verfolgt wird, wendet er sich wieder von Gott ab.

Matthäus 13,21 (HfA)

Gute Böden – oder: Das wichtigste vom letzten Mal.

Ziel des Verwurzelt seins

Bevor wir dazu kommen, was unsere Wurzeln sind, wie wir sie pflegen und wachsen lassen können, noch etwas anderes: Was ist eigentlich das Ziel des Verwurzelt seins?

Ziel ist nicht ein Selbstzweck, dass es dir gut geht – das folgt aus dem Verwurzelt sein. Das Ziel ist die Beziehung zu Gott, also in Ihm verwurzelt zu sein. Jesus drückt es so aus:

Bleibt fest mit mir verbunden, und ich werde ebenso mit euch verbunden bleiben! Denn eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Früchte tragen, sondern nur, wenn sie am Weinstock hängt. Ebenso werdet auch ihr nur Frucht bringen, wenn ihr mit mir verbunden bleibt. Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.

Johannes 15,4+5 (HfA)

Alles, was folgt, kommt aus Jesus. Das Wachstum, die Liebe, die Werke, die Früchte, Gehorsam, der Wunsch, Gott zu dienen und die Erlösung von Sünde und Tod. Ohne Wurzeln gibt es keine Früchte. Ohne Verbindung zu Jesus durch den Heiligen Geist wachsen keine Früchte des Geistes wie Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung (Galater 5,22+23).

Ein radikaler – also stark verwurzelter – Glaube macht es uns möglich, alles für das Evangelium zu ertragen. Wir sind berufen, alles andere, außer Jesus aufzugeben und uns Gottes Willen zu beugen, Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die uns hassen, Verfolgung zu ertragen, …kurz: Lebendige Opfer zu sein (Römer 12,1 oder „Lebendiges Opfer“ auf SalzUndLicht). Doch das wird uns nicht aus eigener Kraft gelingen. Früher oder später werden wir aufgeben. Wir müssen in Gott verwurzelt sein.

Deshalb – schau auf deine Wurzeln und lass sie wachsen. Denn der beste Boden bringt nichts, wenn du keine Wurzeln ausbildest, die darin wachsen.

Die ideale Wurzel ist immer die, die dich näher zu Gott bringt.

Wie du Wurzeln ausbildest

Jeder Baum hat verschiedene Arten von Wurzeln. Es gibt die großen, dicken Wurzeln, die Halt geben und die feinen Wurzeln, die mit Nährstoffen versorgen. Wurzeln wachsen nicht von alleine, sondern der Baum bzw. die Pflanze investiert Zeit und Energie, um sie auszubilden. Genauso ist es im Leben mit Gott: Es ist kein Selbstläufer. Jesus sagt:

Setzt alles daran, durch das enge Tor in Gottes Reich zu kommen! Denn viele versuchen es, aber nur wenigen wird es gelingen.

Lukas 13,24 (HfA)

Und Paulus schreibt an Timotheus:

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Erringe so das ewige Leben. Dazu hat dich Gott berufen, und das hast du vor vielen Zeugen bekannt.

1.Timotheus 6,12 (HfA)

Ringen und Kämpfen kannst du nicht von der geistlichen Couch aus. Nachfolge kostet (Lukas 14,28-33).

Starke Wurzeln, die Halt geben

Die starken Wurzeln sind Glaube, Vertrauen, Gehorsam, Hoffnung, Gebet, Liebe,. Sie kommen nicht von alleine.

Glaube

Stärke deinen Glauben, indem du in der Bibel liest, dich von anderen Menschen, die Gott kennen, ermutigen lässt, lies Bücher über Gottes Wirken oder besuche Konferenzen. Kurz alles, was deinen Glauben weiterbringt, stärkt diese Wurzel.

Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht.

Hebräer 11,1 (HfA)

Vertrauen

Vertrauen in Gott lernst du, indem du deine Vergangenheit anschaust und dir überlegst, wie und wo dich Gott immer wieder treu begleitet und versorgt hat. Wie war dein Leben vor zwanzig, zehn, fünf Jahren, gestern und wie ist es heute? Am besten schreibst du dir auf, für was du betest und was du mit Gott erlebst. So kannst du in schweren Zeiten immer wieder nachlesen, dass Gott dich versorgt. Und wage Schritte des Vertrauens: Wenn Gott dir ans Herz legt, etwas anzupacken, dann tu es, auch wenn du nicht genau weißt, wie es funktioniert und wohin es führt.

Vertrau dich Gott und Seiner Führung an. Er weiß, was Er tut. Manchmal bedeutet es auch, dass du dein Kreuz auf dich nehmen musst und schwere Schritte mit Gott gehen wirst. Trotz schwerer Zeiten braucht dein Mut nicht zu sinken: Jesus sagt in Lukas 12,6-7, dass du viel wertvoller wie die Sperlinge bist, um die sich Gott auch kümmert, und dass alle Haare auf deinem Kopf gezählt sind.

Gehorsam

Sei gehorsam. Orientiere dich an der Bibel, am Wort Gottes. Sie gibt dir die Richtung an, in die du gehen sollst. Und gibt es Hoffnung? Klar! Denn die christliche Hoffnung wurzelt in Wahrheit und Realität – nicht in irgendeinem mysteriösen Nebel, der die Sicht verbaut. Die Bibel gibt klare Linien vor und Gott erwartet von dir, dass du dein Kreuz auf dich nimmst, und Jesus nachfolgst. Ohne Wenn und Aber. Das nennt sich Jüngerschaft.

Hingabe

Eng mit dem Gehorsam verbunden ist die Hingabe. Hingabe heißt, dass du absolut ALLES Gott übergibst und überlässt. Deine Gedanken, deinen Besitz, deine Hobbies, deine Zeit, deine Familie, dein ganzes Leben. Prüfe dich selbst mit der Frage: „Würde ich alles für Jesus hergeben/ aufgeben und nur für Ihn alleine leben?“ Nimm dir Zeit, dieser Frage nachzugehen. Man sagt schnell: „Ja, klar.“ Aber was heißt das wirklich: Alles? Denke an die Geschichte mit der armen Witwe von der Jesus sprach. Gibt es Bereiche, wo du etwas ändern musst.

Buße

Tue Buße. Regelmäßig. Gottes Wort zeigt dir, welche Richtung die richtige ist und die gehst du am besten. Wenn du vom Weg abkommst, dann kehre um zu Gott. Nicht nur eine kleine Richtungskorrektur, sondern komplett. Bekenne deine Sünden vor Gott – wenn nötig vor Menschen deines Vertrauens oder denen, denen du Unrecht getan hast. Gott ist treu und gerecht und vergibt dir.

Hoffnung

Setze deine Hoffnung auf Gott, denn Herrn, denn Er wird – wie wir’s vorher schon gehört haben – alles zu einem guten Ende bringt (das eigentlich erst der Beginn vom Besten Abschnitt in deinem Leben ist).

Schätze im Himmel

Sammle Schätze im Himmel. Jesus fordert uns in der Bergpredigt auf, unseren Mitmenschen Gutes zu tun, auch wenn wir keine Belohnung von ihnen erwarten können. Sei freundlich zu deinen Mitmenschen. Setze dich für Frieden ein und schlichte Streit. Erzähle Menschen von Jesus. Verwalte treu die Dinge, die Gott dir gegeben hat. Ermutige Menschen, die in Not sind. Gib großzügig und im Verborgenen. Und so weiter. Es geht nicht darum, dir den Himmel zu verdienen, sondern Dinge zu tun, die in der Ewigkeit Bestand haben. Sie sind quasi wie eine Wurzel, die in die Ewigkeit hineinreicht.

Gottesfurcht

Gottesfurcht. Hört sich komisch an, bedeutet aber einfach, dass du Gott respektierst, dass du akzeptierst, dass Er der Souverän ist und Ihm die Ehre gibt, die Er verdient. Im Gebet und in deinem täglichen Leben. Nimm sein Wort ernst und folge Jesus nach.

Gebet

Suche Orientierung im Gebet. Alles entsteht letztlich im Gebet. Denn mutige Schritte haben Wurzeln immer im Gebet. Trenne nicht deinen Alltag vom Glauben und Gebet, sondern lass alles von Gott durchdringen. Zu jederzeit!

Liebe

Die Liebe zu Gott und deinen Mitmenschen:

Liebe und tue, was du willst. Schweigst du, so schweige aus Liebe! Redest du, so rede aus Liebe! Die Wurzel der Liebe sei in deinem Inneren: Aus dieser Wurzel kann nur Gutes kommen.

Augustinus

„Die Liebe ist die größte unter ihnen,“ schreibt schon Paulus in 1.Korinther 13. Lieben ist nicht immer so einfach im Alltag oder wenn einen Menschen enttäuschen. Aber denke dran, dass Gott die Liebe ist und lass sie dir von Ihm schenken. Liebe ist immer eine Entscheidung – du hast stets die Wahl, zu Gott zu gehen oder nicht und du hast immer die Wahl, einen Menschen anzunehmen oder nicht. Auch wenn es ein Feind ist…

Die kleinen Wurzeln, die ernähren

Die feinen Wurzeln am Baum oder an jeder anderen Pflanze, haben die Funktion, Nährstoffe zu suchen und aufzunehmen. Durch Osmose wird die Nahrung – vor allem Wasser und Mineralstoffe – in die Pflanze bis ganz nach oben in die Blätter und Blüten geleitet. Ohne diese feinen Wurzeln kommt keine Frucht.

Was könnten diese feinen Wurzeln sein? Mit was ernährst du dich in deinem täglichen Leben (außer ein Schweinsbraten mit Krautsalat und Knödeln)? Was gibt dir Kraft?

Beziehungen

Es sind Beziehung zu lieben Menschen, deine Familie und Dinge, die dir Freude machen; Grundbedürfnisse, die gestillt werden. Oder ein schöner Urlaub. Oder Kunst. Und so weiter. Das sind Wurzeln auf menschlicher Ebene.

Anbetung

Die feinen Wurzeln zu Gott sind wieder das Gebet, vielleicht ist bei dir auch christliche Musik. Stille vor Gott sein. Nimm dir Zeit auf Ihn zu hören. Es ist Anbetung – also nicht dich selbst, sondern Gott in den Mittelpunkt zu rücken, dich Jesus-zentrieren.

Dankbarkeit

Dankbarkeit für das, was du hast, nährt dich. Sie bringt dich näher zu dem, der dich versorgt und macht dich zufriedener und glücklicher.

Freude

Freue dich an Gott, Seiner Schöpfung und Seinen Gaben. Das macht dich dankbar…

Fastenzeit

Jesus hat gefastet (z.B. Matthäus 6,16-18). Eine oft vergessene geistliche Disziplin. Eine Fastenzeit gibt dir die Möglichkeit, dich auf Gott zu fokussieren. Der Geist wird frei. Sie gibt Kraft. Ein Tipp: Nimm dir Urlaub – während der normalen Arbeitswoche funktioniert das nicht so gut (Ich sprech aus eigener Erfahrung).

Ruhe

In den zehn Geboten steht, dass wir uns regelmäßig ausruhen sollen (2.Mose 20,8-11). Jesus betont das auch spricht davon, dass der „Sabbat um des Menschen willen gemacht ist“ (Markus 2,27). Das hat seinen guten Grund: Gott weiß, dass du eine Ruhepause brauchst. Nicht nur der Körper, sondern auch der Geist. Es ist nichts Verwerfliches, einfach mal einen Mittagsschlaf zu machen, wirklich Feierabend zu feiern oder am Sonntag nichts zu tun. Im Gegenteil: Regelmäßige Pausen geben Kraft und schützen vor Burn-out.

Gott gibt uns gerne. Er ist der gute Vater und der Versorger – strecke dich nach Ihm aus.

Gott nahe kommen

Letztendlich sind die guten Wurzeln die, diejenigen dich näher zu Gott bringen und mit Ihm die Verbindung halten. Tu alles dafür, dass du eine enge Beziehung zu Gott hast – bleibe sozusagen am Weinstock – orientiere dich an Jesus, denn Er hat immer die Verbindung zum Vater gesucht. Wenn du fest in gutem Boden verwurzelt bist, dann kannst du wachsen, bringst Gott die Ehre und trägst gute Früchte.

Frage dich: Welche Wurzeln müssen bei mir wachsen? Welche Wurzeln sind stark oder schwach ausgeprägt? Warum ist das so?

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