Watzmannumrundung

Prolog

Josef sah sehr gut aus. Darum hatte auch Potifars Frau mittlerweile ein Auge auf ihn geworfen. »Schlaf mit mir!«, forderte sie ihn auf. Aber Josef weigerte sich: »Du weißt doch: Mein Herr braucht sich im Haus um nichts zu kümmern – alles hat er mir anvertraut. Ich habe genauso viel Macht wie er. Nur dich hat er mir vorenthalten, weil du seine Frau bist. Wie könnte ich da ein so großes Unrecht tun und gegen Gott sündigen?« Potifars Frau ließ nicht locker. Jeden Tag redete sie auf Josef ein, er aber hörte nicht darauf und ließ sich nicht von ihr verführen.

1.Mose 39,6b-10 (HfA)

Im Muscial „Watzmann“ ist in einer Szene von der „Gailtalerin“ die Rede. Eine – sagen wir mal – sehr offenherzige Frau, die reihenweise junge Männer verführt und letztendlich in den Tod am Watzmann treibt.

Uns geht es doch manchmal auch so: Wir entdecken etwas Schönes, Verführerisches und obwohl wir wissen, das es nicht richtig ist, dieser Versuchung zu folgen, tun wir es trotzdem und müssen dann die Konsequenzen tragen: Pleite, weil wir zu viele schöne, tolle Dinge einkaufen; geschieden, weil wir mit unserer Nachbarin rummachen; krank, weil wir nur Fastfood essen. Diese Dinge sind schön verpackt, werden uns aber nicht guttun. Es ist weise uns an Gottes Wort zu halten und im Gebet solchen Versuchungen zu widerstehen. Das wird uns gut tun.

Dort geht’s los

Man kann direkt am Wanderparkplatz Wimbachbrücke parken. Dort ist auch das Ziel.

Wimbachweg 1, 83486 Ramsau bei Berchtesgaden

Tourdaten

Dauer: ca. 8-10 Stunden

Höhenmeter: 1127 m

Strecke: ca. 35 km

Mein Kommentar

Der Watzmann ist einer meiner Lieblingsberge in den Berchtesgadener Alpen. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es am genialen Musical von Ambross und Co., das eine gewissen Faszination auslöst und aus dem Berg ein mystisches Geheimnis macht. Auf jeden Fall geh ich dort gerne Wandern und eine der schönsten – und längsten – Wanderungen war die Watzmannumrundung.

Wandern

Die Tour kann man gut an der Wimbachbrücke starten. Dort ist ein großer Parkplatz, den man für ein paar Euro benutzen kann (Kleingeld mitnehmen!). Man folgt dem Weg Richtung Wimbachklamm, der auf einer breiten Straße bergaufgeht. Wenn man die Klamm besichtigen will (ganz toll!), muss man unterwegs am Automaten einen Zugangschip kaufen. Die Klamm kann man auch auf dem breiten Weg umgehen, ansonsten muss man im Wald links abbiegen. Beide Wege führen dann wieder zusammen und man wandert entlang des Wimbachgrieses immer weiter ins Tal. Nach ca. 2 h erreicht man das Wimbachschloss, wo man gut einkehren kann.

Danach folgt man dem Weg durchs Gries bis zur Wimbachgrieshütte. Nach einer Pause hält man sich links und wandert Richtung Trischübelpass. Der Weg war mir nicht immer klar und ich bin auf die rechte Talseite abgedriftet und musste durch das Gries wieder zurück auf den richtigen Weg… ging aber gut. Man kann dann später im Schatten den Anstieg zur Scharte machen und hat dort oben einen schönen Blick aufs Wimbachtal. Danach geht’s langsam über schmale Wanderwege runter Richtung Königsee. Ein Abschnitt ist betoniert, was leider recht auf die Knie geht. Doch immer wieder kann man Blicke auf den schönen Königssee erhaschen, was einen dann entschädigt.

Entlang des Ufers geht es dann nach Sankt Bartholomä. Dort haben mich dann die Touristenmassen ziemlich geflasht, nachdem ich viele Stunden mit mir alleine war…

Nun muss man zur Nordspitze des Königsees: Entweder man fährt mit einem Schiff (hab ich gemacht) oder man kann den Wanderweg über die Kührointalm machen, was aber nochmals 600 Höhenmeter sind – wobei der Blick auf den See vom dortigen Aussichstspunkt, der Archenkanzel, gigantisch ist.
Vom Parkplatz Königsee kann man dann mit dem Bus zur Wimbachbrücke zurück oder man wandert, so wie ich, wieder entlang des Watzmannmassivs. Es gibt keine großen Höhenunterschiede mehr, aber der Weg zieht sich dann irgendwann mal…

Die Tour sollte man früh am Morgen starten, vor allem wenn man über die Kühroint geht.

Bilder


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