Natürlich

Ein Baum auf einer Wiese als Symbol für die Natur.

Machet euch die Erde untertan

Der Mensch hat die Natur im Griff. Er baut Verkehrswege und Städte, ebnet Berge ein, lenkt Flüsse um, hat sich in die Lüfte und den Weltraum erhoben; ringt der Natur genug Nahrung ab, um Milliarden Menschen Ernähren zu können. Der Mensch gräbt tiefe Bergwerke und baut Gebäude auf hohen Gipfeln. Er bestimmt, wo die Natur geschützt wird und wo nicht. Der Mensch hat sich die Erde untertan gemacht. Er schafft es sogar, Dinge aus der Natur, aus dem Lebendigen, künstlich nachzuahmen – ein Brainstorming:

  • Synthetischer Kaffee
  • Künstliches Fleisch oder Analogkäse
  • Konstruktionen auf Basis von Insektenflügeln
  • Hubschrauber, die den Flügelschlag der Libelle nachahmen
  • den Lotoseffekt auf Oberflächen
  • Künstliche Befruchtung
  • Genschafe (Dolly), genmanipulierte Pflanzen
  • „Optimierung“ von Lebewesen durch Zucht und Genmanipulation
  • Fassadenklettern mit „Gecko-Füßen“
  • Künstliche Steine (Beton & Co.)
  • Künstliche und naturidentische Vitamine, Nahrungszusätze und Aromastoffe
  • Prothesen
  • Künstliches Licht
  • Kunstherzen und künstliche Herzklappen
  • Künstliche Fingernägel
  • Virtuelle Realität
  • Androiden, also menschenähnliche Roboter
  • Künstliche Welten in Literatur und Filmen
  • Künstliche Intelligenz
  • Simulationen von allem Möglichen auf der Welt

Wir herrschen über die Natur

So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!« Dann sagte er: »Seht, als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen, und die Früchte, die überall an den Bäumen wachsen; aber die Vögel und Landtiere sollen Gras und Blätter fressen.« Und so geschah es. Schließlich betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut! Es wurde Abend und wieder Morgen: Der sechste Tag war vergangen.

1.Mose 1, 27-31 (HfA)

Das sind schon enorme Leistungen, die hier von Künstlern, Forschern, Technikern und Ingenieuren erbracht werden.
Und all diese Dinge können zum Guten oder Schlechten verwendet werden. In hochtechnisierten Ländern sind wir immer mehr in diesen „künstlichen Welten“ will ich’s mal nennen, unterwegs. Es wird extrem viel mit dem Computer gearbeitet und immer weniger mit der Hand. Viele unserer Lebensmittel kommen aus Fabriken und wurden bis zur Unkenntlichkeit verändert. Moderne Actionfilme sind im Wesentlichen vor grüner Leinwand gedreht und sogar tote Schauspieler machen mit (vgl. Prinzessin Leia in „Rogue One“). Das Leben vieler Menschen spielt sich nur noch Online ab – Freunde treffen, Diskussionen, Einkaufen, Spielen, sogar Gottesdienste, … . In einer anderen, letztendlich unrealen „Realität“.

Was ist noch natürlich?

Andererseits sehnen sich Menschen auch nach dem Natürlichen, nach dem Echten:

  • Naturbelassenes Essen ist in „aller Munde“ (zumindest bei denen, die es sich leisten können)
  • Bio-Natur-Kosmetik wird gewünscht
  • Schafwollpullis werden Synthetikkleidung vorgezogen
  • Bewegung in der Natur ist für viele wichtig geworden
  • der Einkauf wird auf Bauernmärkten statt in Supermärkten gemacht
  • Persönliche Begnungen anstatt Microsoft Teams, WebEx, Skype oder Zoom
  • ein echtes Buch statt eBooks hat für viele einen gewissen Charme
  • viele haben handwerkliche Hobbies
  • Menschen machen zum Teil extreme Sport- und Freizeitunternehmungen, um sich selbst wieder wirklich spüren können
  • ….

Und es war sehr gut!

Das erste Buch Mose (1.Mose 1,1-31) beschreibt, wie Gott die Welt geschaffen hat. Eine Komponente nach der anderen. Und jedes Mal betrachtet Er Sein Werk und bemerkt:

  • Vers 4: Gott sah, dass es gut war.
  • Vers 10: Was er sah, gefiel ihm, denn es war gut.
  • Vers 12: Es war gut.
  • Vers 18: Und Gott sah, dass es gut war.
  • Vers 21: Gott sah, dass es gut war.
  • Vers 25: Wieder sah er sich alles an, und es war gut.
  • Vers 31: Schließlich betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut!
1.Mose 1 (HfA)

Er sagt nicht: „Das passt schon irgendwie.“ Nein, Gott freut sich über Seine Schöpfung und findet es gut, sogar sehr gut!

Ich habe mal in einem Artikel vor vielen, vielen Jahren gelesen (in welcher Zeitschrift es war, hab ich leider vergessen), dass der Mensch eigentlich keine gute Schöpfung ist, weil er nichts richtig kann: Ein Wolf läuft ausdauernder, ein Gepard schneller. Ein Gorilla ist stärker und eine Eule sieht besser in der Nacht. Ein Hund hat einen besseren Geruchssinn und der Falke bessere Augen. Und so weiter. Sozusagen ist der Mensch ein halblebiger Fehlschlag. Es mag sein, dass diese Tiere vieles besser können, aber der Mensch ist SEHR GUT gemacht – das sagt Gott. Er besitzt alles Notwendige, um die Erde zu bevölkern und Gott zu dienen. Außerdem ist er das einzige Lebewesen, das eine lebendige Beziehung zum Schöpfer haben kann. Wir haben den Lebensodem Gottes bekommen. Wir Menschen sind nicht irgendwelche hochentwickelte Tiere, sondern etwas ganz Besonderes für Gott.

Gott hat diese Welt perfekt geschaffen, nur hat der Satan den Menschen verführt und Chaos in die Welt gebracht. Nicht mehr alles ist so, wie es sich Gott gedacht hat.

Siehe auch „Psalm 19“ auf SalzUndLicht.

Soweit so gut (oder schlecht)?

Ich hab mir ein paar Gedanken gemacht, was die Auswirkungen von diesen künstlichen Dingen sein können. Es gibt positive und negative. Und ich will keinenfalls jemanden verurteilen, der diese Sachen gut findet. Manche künstliche Dinge machen das Leben komfortabler und sind sogar lebensrettend: Prothesen, Herzklappen, Dialysemaschinen und so weiter. Aber wo ist die Grenze zwischen guten und schlechten Entwicklungen? Wo liegen Gefahren?

Hybris

»Unsinn! Ihr werdet nicht sterben«, widersprach die Schlange, »aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.«

1.Mose 3,4-5 (HfA)

Die Versuchung, wie Gott zu sein, besteht seit Anbeginn der Menschheit. Wir meinen, weil wir die Natur in vielen Bereichen gezähmt haben und Gene manipulieren können, gewaltige Machtinstrumente (Waffen, Medien, Technik, Medizin, …) besitzen, könnten wir alles erreichen. Sogar Planeten durch unser Handeln massiv verändern. Wir können leuchtende Mäuse erschaffen und Fleisch im Labor nachzüchten und manche meinen, ihren Willen anderen Menschen aufzwingen zu können, weil ihr Weltbild richtig und besser und das der anderen falsch ist. Manche meinen, sie hätten das Recht, über Leben und Tod von ihren Mitmenschen zu bestimmen.

Ja, Menschen wollen Gott spielen. Aber es bleibt beim Spielen. Wir werden niemals allmächtig sein. Wir Menschen werden niemals Leben aus nichts erschaffen können. Wir sind nicht Gott. Wir können mit Ihm und durch Ihn leben. Das ist alles. Wir Menschen sollten uns eine Portion Demut vor dem Schöpfer gönnen, denn:

»Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.«

Jakobus 4,6 (ELB)

Den Kontakt verlieren

Für das Smartphone gibt es Apps, die den aktuellen Sternenhimmel über einem zeigen und sogar die Bewegung des Telefons miteinberechnen. Mit dem Fernseher kann man sich sehr bequem die ganze Welt ins Wohnzimmer holen, ohne die Couch verlassen zu müssen. Sogar der Kontakt zu anderen Menschen lässt sich elektronisch ganz leicht herstellen. Man muss nicht mal mehr zum Einkaufen rausgehen.

Dadurch verlieren wir den Kontakt. Zu den Menschen, der Natur, zum echten Leben. Es spricht natürlich nichts dagegen, mit Freunden in Australien zu chatten. Ich finde es toll, dass ich zu meinem Kumpel Godfrey in Uganda Kontakt via WhatsApp halten kann, bis wir uns live wiedersehen.

Es ist doch was völlig anderes, wenn man durch den Wald geht, die Zweige knacken hört, die Sonnenstrahlen durch die Bäume filtern sieht, den Duft von Tannennadeln riecht und einen kühlen Luftzug im Gesicht spürt. Das bietet uns keine App.

Es ist was völlig anderes, wenn wir Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnen, seine Körpersprache wahrnehmen und den warmen Händedruck fühlen. Ich fand das während der Pandemie echt extrem ungut mit den ganzen Onlinetreffen. Wenn wir direkt miteinander reden, können wir Vorurteile abbauen, Gedanken besser nachvollziehen und lernen, den anderen besser zu verstehen. Wie schnell sehen wir die Nachrichten und schimpfen: „Diese bescheuerten Demonstranten!“ Doch wenn wir jemandem gegenüber stehen, merken wir, dass unser Gegenüber ein menschliches Wesen mit Gedanken, Empfindungen, Wünschen und auch Ängsten ist. Egal, ob wir seiner Meinung sind oder nicht.

Neue Abhängigkeiten

Wenn wir uns nur noch auf die Technik und das Künstliche verlassen, begeben wir uns in immer mehr Abhängigkeiten. Wir werden zwar von Gott „unabhängig“, gleichzeitig sind wir Großkonzernen ausgesetzt, die unser Essen zubereiten, uns mit Energie versorgen, unseren Arbeitstakt bestimmen und uns mit Wissen beliefern.

Wenn Du mal einen Stromausfall erlebt hast, merkst Du erst, wie abhängig Du von allem bist: Du kannst nicht mehr kochen, das Internet benutzen, hast keine Unterhaltungserlektronik, musst um Dein Essen im der Gefriertruhe bangen.

Wenn jemand diese Abhängigkeiten missbraucht, diktiert er, was Du hörst, siehst und liest. Letztendlich wirst Du denken, was Du denken sollst. Er legt Preise fest und Du bezahlst, sonst bekommst Du nichts.

Da bin ich lieber abhängig von Gott, denn Er will mein Bestes…

Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.

Johannes 15,5 (HfA)

Wissen verlieren

Zwar wird auf der Welt Wissen (besser gesagt Daten) generiert wie noch nie und es wird gespeichert was das Zeug hält. Das Internet macht’s möglich, dass wir zu jeder Zeit an jedem Ort auf das Wissen zugreifen können – Wikipedia und Co. lassen grüßen. Wir müssen nicht mal mehr selbst eine Sprache lernen, denn die Übersetzungsapp auf dem Smartphone übersetzt live für uns und ChatGPT schreibt unsere Reden, Vorträge und Aufsätze. Den Kopf muss man nicht mehr anstrengen. Das ist eine große Gefahr – irgendwann verlernt man die Fähigkeiten zu Denken, zu Lernen – so wie ein Muskel schrumpft, wenn er nicht trainiert wird…

Mir fallen da auch alte Gemüsesorten ein – wir kennen die Kartoffeln, Äpfel, Tomaten ja nur aus dem Supermarkt. Da gibt’s ein paar Sorten. Aber dass es unendlich viel mehr gab und gibt, ist vielen nicht bewusst. Auch das Wissen um Heilpflanzen und deren Wirkung geht verloren. Gott hat uns in der Natur eine ganze Apotheke zur Verfügung gestellt.  Früher nahm man Weidenrinde gegen Kopfschmerzen, heute Aspirin und Co.

Und was ist, wenn das weltweite Netzwerk an Handels- und Informationswegen nicht mehr funktioniert? Das hatten wir in letzter Zeit immer wieder mal als Thema: Plötzlich gibt es Mangel an Klopapier oder Medikamenten. Man bekommt nicht mehr alles, was man möchte oder braucht.

Wer sich von der Weisheit führen lässt, der findet Glück und Frieden. Ja, die Weisheit gibt ein erfülltes Leben, und wer an ihr festhält, kann sich glücklich schätzen!

Sprüche 3,17-18 (HfA)

Siehe auch „Klugheit“ auf SalzUndLicht.

Sinne verarmen

Wir Menschen sehen, riechen, fühlen, schmecken, hören. Wir sind „sinnvolle“ Wesen. Mit unseren Händen bauen wir Häuser, sägen Holz, pflanzen Bäume oder operieren am offenen Herzen. Wir können aufrecht gehen, hüpfen, rennen, balancieren, schwimmen, tauchen, auf Berge klettern, akrobatische Kunststücke machen, schwere Sachen heben, an Seilen schwingen, singen und tanzen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie extrem vielseitig der Mensch ist. Doch hab ich den Eindruck, dass wir inzwischen sehr viel von diesen tollen Dingen aufgeben und stattdessen oft nur noch fähig sind, auf dem Smartphone weiterzuwischen. Natürlich gibt es auch viele Ausnahmen. Vor allem Kinder sind sehr aktiv, wenn man sie nicht zu sehr in die digitalen Welten eintauchen lässt.

Manchmal frag ich mich, wo die ganze Digitalisierung uns noch hinbringt. Werden wir „ferngesteuerte Affen“ werden, die gebeugt mit dem Gesicht zum Samrtphone durch die Weltgeschichte wandeln? Ich hoffe, dass es genug Menschen gibt, die in Zukunft alle Sinne einsetzen. Das Leben kann doch soviel bieten, wenn man sich drauf einlässt.

Ich meine, Gott hat uns nicht umsonst so geschaffen, wie wir sind. Das Hohelied ist voll von poetischen und sinnlichen Beschreibungen:

Wie Honig schmecken deine Lippen, meine Braut, ja, süße Honigmilch hält deine Zunge für mich bereit! Und wie der Wald dort auf dem Libanon, so duften deine Kleider!

Hoheslied 4,11 (HfA)

Auswirkung auf die Menschlichkeit

Es gibt in der Zwischenzeit Androiden (menschenähnliche Roboter), die mit Menschen reden, weil viele einfach alleine sind. Oder es gibt Pflegeroboter in Altenheimen, weil nicht mehr genug Menschen diese Arbeit tun wollen. Häuser können im 3D-Druck erstellt werden, weil auf dem Bau der Nachwuchs fehlt, und, und, und.

Wo kommen wir hin, wenn sich niemand mehr um die Alten und Kranken kümmert oder sich die Hände schmutzig machen will?

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei

1.Mose 2,18a (LU17)

Siehe auch „Entmenschlichung“ auf SalzUndLicht.

Resümee

Das waren mal ein paar Gedanken zum Natürlichen und Unnatürlichen. Ich will das Künstliche nicht verdammen. Es gibt tolle Dinge – es kommt wie immer darauf an, wie und wie oft man die Sachen einsetzt. Gott hat uns einen Verstand gegeben, damit wir beurteilen können, was gut und was schlecht für uns ist. Er hat uns die Bibel gegeben, damit wur uns daran orientieren können.

Zum Nachdenken

  • Wo siehst Du Gefahren der heutigen Technik bzw. siehst Du überhaupt welche?
  • Fühlst Du Dich abhängig von Smartphone und Co.?
  • Fühlst Du Dich gestresst, durch die hohe Taktung des Alltags und all die Informationen, die auf Dich einwirken?
  • Kannst Du, ohne bei Chefkoch.de zu schauen, ein Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffeln zubereiten?
  • Falls Du Gedanken, Fragen, Einwände hast, nutze gerne die Kommentarfunktion.

„Mein Schatz… verflucht hat man uns , Mörder hat man uns genannt ,verflucht hat man uns und verjagt …Gollum ,Gollum ,Gollum… und geweint haben wir, mein Schatz ,geweint weil wir so alleine waren… Und wir haben vergessen wie Brot schmeckt, wie Bäume flüstern, wie der Wind streichelt, sogar unseren Namen haben wir vergessen… mein Schatz.“

Gollum in Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs

Hoffentlich geht’s uns nicht auch irgendwann mal so…

Mit meinem Geist habe ich ihn erfüllt; ich habe ihm Weisheit und Verstand gegeben und ihn befähigt, alle für den Bau erforderlichen handwerklichen und künstlerischen Arbeiten auszuführen. Er kann Pläne entwerfen und nach ihnen Gegenstände aus Gold, Silber oder Bronze anfertigen; er hat die Fähigkeit, Edelsteine zu schleifen und einzufassen; er versteht sich auf das Bearbeiten von Holz und auf viele andere Arten von Kunsthandwerk.

2.Mose 31,3-5 (HfA)

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

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