
No mistakes – happy little accidents
Vielleicht kennst du den amerikanischen Maler Bob Ross. Er ist leider viel zu früh mit 52 an Krebs gestorben. Es heißt, in seinem Leben habe er über 30.000 Bilder gemalt. Seine Sendung „The Joy of Painting“ hab ich immer gern geschaut – nachts hatte das fast was Hypnotisches, wenn er malte und ich konnte schön dabei dösen. Er war ein unglaublich netter Mann. Er sagte, wenn ihm ein kleiner Fehler passierte: „We don‘t make mistakes, just happy little accidents“. Sollte heißen: Auch wenn mal was falsch gemacht wurde, im Bild kann alles übermalt werden. Doch im Leben ist es nicht so. Und darum geht‘s heute.
Der Tragödie erster Teil…


Fehler wohin man schaut
Wir alle machen Fehler – große oder kleine, unbedeutende oder fatale. Fehler passieren – bewusst oder aus Versehen. Niemand ist davor gefeit. Einfach, weil wir nicht perfekt sind. Die Welt ist nicht perfekt. Was sagt die Bibel zu Fehlern? Wie gehen wir mit Fehlern selbst um? Wie können wir in einer guten Weise damit umgehen?

Große, kleine, unbedeutende, und fatale
Jeder hat seine Fehler!
Wir sind unperfekte Menschen. Das ist definitiv so. Vor dem Sündenfall (1. Mose 3) war das anders: Wir Menschen, ja die ganze Erde und alles was darauf lebt, wurden perfekt erschaffen. Aber auch mit freiem Willen, zu entscheiden, Gott zu gehorchen oder nicht. Durch de Ungehorsam kam die Sünde in die Welt und es war nicht mehr perfekt. Psalm 14 geht sogar noch weiter:
Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Psalm 14,3 (HfA)
Wow! Wir machen Fehler und werden immer Fehler machen, weil wir Menschen sind.
Kennst du deine Fehler?
Tja. Vielleicht. Geben wir eigene Fehler zu? Vielleicht einen kleinen netten, aber die wirklich großen übersieht man und will sie nicht sehen. Ich weiß, dass ich Fehler habe. Nehm dir etwasZeit, über dich nachzudenken – in welchen Bereichen hast du deine Schwachstellen, wo machst du Fehler? Was würdest du gerne ändern, wenn du könntest?
Wer meint, dass er perfekt ist, belügt sich selbst!
Jeder hat schon Dinge getan, die er bereut!
Da gibt es sicherlich eine ganze Bandbreite – vom Falschparken über Steuerhinterziehung bis zu Ehebruch. Was sind die Dinge, die du bereust und gerne rückgängig machen würdest? Musst du dich bei jemandem entschuldigen?
Charakterschwächen und Lieblingssünden hat jeder…
Jeder hat seine Charakterschwächen oder Lieblingssünden, die der Teufel gezielt zur Versuchung nutzt. Vielleicht zu viel essen; vielleicht allen gefallen zu wollen und deshalb zu lügen; vielleicht Notlügen; vielleicht Pornografie (die Lust nach Sex kann vor allem für Männer eine sehr starke Versuchung sein).
Welche Deiner Fehler hatten eine fatale Auswirkung?
Hast du schon mal was angestellt, dass richtig Katastrophal war? Ich meine jetzt nicht, dass man sich die Haare grün gefärbt hat, weil man es für eine gute Idee hielt oder dass man die falsche Bohrmaschine gekauft hat. Es gibt Menschen, die im betrunkenen Zustand oder aus Leichtsinn schon schwere Unfälle gebaut und dadurch andere Menschen schwer verletzt oder getötet haben. Oder jemand verzockt sein Hab und Gut an der Börse – oder im Spielkasino. Es gibt Dinge, die echt übel ausgehen können.
Ist dir sowas schon mal passiert? Was waren die Konsequenzen?

Du bist nicht allein – Beispiele
David, König von Israel, ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ hatte einige Fehler gemacht. Einer der schlimmsten war, dass er einen Ehebruch mit Batseba, der Frau von seinem Soldaten Uria, begangen hat und diesen durch einen sehr perfiden Plan vertuschen wollte, als die Frau schwanger wurde. Der Prophet Nathan deckt diese Schuld auf und leitet David zur Buße, trotzdem wird dieser von Gott bestraft.
Exkurs König David (hier klicken)

Lies 2.Samuel 11,1-12,25.
In der Geschichte kann man die ganze menschliche Tragödie der Sünde und von Fehlern erkennen. Am Anfang scheint es, als ob David Langeweile hat – er ist ja nicht bei seinen Truppen im Kampf. Nach dem Ausruhen spaziert er auf dem Dach seines Palastes umher und auf dem Dach des Nebenhauses lauert die Versuchung in Form einer wunderschönen Frau, die ein Bad nimmt. Aus der Versuchung wird ein Verlangen. Er will sie näher kennenlernen. Letztendlich lässt David sie holen und aus dem Verlangen wird die Tat: Er schläft mit Batseba. Gut, ein kleiner Ausrutscher!?! Nein. Es kommt, wie es kommen muss: Die Frau wird schwanger. Panik! Was tun? Den Ausrutscher vertuschen! Wie? Ihren Ehemann Uria von der Front abziehen und ihm netterweise ein paar Tage zuhause gönnen. Uria wird sogar betrunken gemacht. Doch er will nicht zu seiner Frau und der Plan geht nicht auf. Ein wackeliges Lügengebäude ist kurz vor dem Einsturz. Also wird zu härteren Mitteln gegriffen: Uria soll sterben. Alles muss getan werden, damit der Ruf des Königs keinen Schaden nimmt. Dieser Plan, Uria im Kampf an vorderster Front umkommen zu lassen, geht auf. Gefahr gebannt! Nach der Trauerzeit holt David Batseba zu sich und heiratet sie. Auch der gemeinsame Sohn kommt auf die Welt. Doch die Schuld brodelt im Untergrund weiter und Gott will nicht, dass David mit diesem Unrecht durchkommt. Deshalb schickt Er den Propheten Nathan, der anhand einer einfachen Geschichte David sein eigenes Urteil sprechen lässt. Alle Schuld und alles was David getan hat, wird aufgedeckt. Und Gott lässt durch Nathan die Konsequenzen ausrichten: Du hast dich mir widersetzt und Uria die Frau weggenommen. Darum soll dein Königshaus von nun an immer wieder das Schwert zu spüren bekommen.Ich, der HERR, sage dir: Jemand aus deiner eigenen Familie wird dich ins Unglück stürzen. Ich selbst werde dafür sorgen. Du musst erleben, wie ein Mann, der dir sehr nahesteht, dir deine Frauen wegnimmt und in aller Öffentlichkeit mit ihnen schläft. (2.Samuel 12,10+11). David erkennt und bekennt die Schuld. Er erfährt viel Segen in seinem Leben, aber muss aus diesem Fehltritt die Konsequenzen tragen: Das gemeinsame Kind David und Batsebas stirbt; einer seiner Söhne, Amnon, vergewaltigt seine Halbschwester Tamar und wird er ermordet; sein Sohn Absalom putscht erfolgreich gegen David und wird später durch Joab, einer Heerführer Davids, getötet.
Ein aktuelleres Beispiel vom 20. April 2010: Die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon. Die Auswirkungen waren katastrophal, die Entschädigungssummen astronomisch hoch, die Natur im Bereich des Golf von Mexico wurde stark geschädigt.



Bilder: Wikipedia – zum Urheberrecht siehe Impressum
Solche schweren Unglücke werden in den USA gut aufgearbeitet. Die Untersuchungen der Behörden ergaben unter anderen folgende Fehler, die bewusst und unbewusst gemacht wurden:
- Keine doppelwandige Verkleidung des Bohrlochs
- Zu wenige Zentrierhülsen
- Kein Test der Zementschicht
- Keine Befestigungselemente am oberen Ende des Auskleidungsrohres
- Druckanstiege vor dem Blowout wurden ignoriert
- Alarmsystem war im Unterdrückungsmodus – keine Alarmierung möglich
- Steuerungspulte wurden wegen einem defektem Ventil überbrückt
- Schützender Bohrschlamm wurde gegen Meerwasser getauscht
Das Zusammenkommen dieser vielen Fehler hat letztendlich das Unglück ausgelöst, was BP 4,5 Mrd. $ Strafe und mindestens 14 Mrd. $ Entschädungszahlungen gekostet hat.
Die Typen sind echt verantwortungslos gewesen. Wie kann man sowas nur machen? Nur die Dollars in den Augen. Faulheit! Idioten! Das würden du und ich natürlich anders machen… oder !?!?!?!
Damit sind wir bei der Fehlerkultur – wie gehen wir mit Fehlern um? Darum geht es im zweiten Teil nächste Woche.

Zum Nachdenken
Der Mensch soll niemandes Fehler groß wägen, wenn er möchte, dass Gott seine Fehler mit Barmherzigkeit übersehen.
Johannes Tauler (ca. 1300 – 1361, deutscher Theologe, Mystiker)
Was ist mein größter Fehler?
Warum muss ich immer perfekt sein? Bin ich echt?
Kann ich Fehler zugeben und bereinigen?
Suche ich Fehler immer bei anderen Menschen?
Wie gehe ich mit Fehlern von anderen um?
Welche Maßstäbe lege ich an?
In welchen Punkten brauche ich Vergebung?
In welcher Sache muss ich einen Schritt auf Gott oder andere Menschen zugehen?
Ein Kommentar zu “Happy little accidents(?) – Teil I”