
Jedes Jahr im November ist der Buß- und Bettag – dieses Mal am 19.11.. Seit vielen Jahren ist er kein gesetzlicher Feiertag mehr. Es scheint, wir machen alles richtig und haben keine Buße mehr nötig?!? Oder doch…
Brauchen wir heute noch Buße?
Natürlich brauchen wir Buße. Es ist immer viel von Fehlerkultur die Rede (Happy little accidents(?) – Teil I, Happy little accidents(?) – Teil II), aber wer gibt schon gerne Fehler zu und trägt die Konsequenzen? Sogar wenn die Fehler offensichtlich sind, werden sie geleugnet oder schöngeredet.
„Ich war’s nicht!“
…hört man schon bei kleinen Kindern. Es gibt Menschen, die sind zu schnell mit dem Auto unterwegs, werden erwischt und ziehen dann vor Gericht, damit sie ja nicht bezahlen müssen. Warum nicht einfach sportlich nehmen: „Gut, war zu schnell. Die haben mich erwischt. Dann zahl ich halt„. Und wenn man das nicht kann, dann muss man sich halt an die Begrenzungen halten…
Soviel zum Einstieg. Die Bibel spricht sehr viel von Verfehlungen und Schuld, aber noch mehr von Gnade und Vergebung. Und von Buße -der Umkehr! Ein gutes Beispiel dafür ist König David von Israel. Er hat viele Psalmen (also Lieder) verfasst. Auch über das Thema Buße.
Einer davon ist Psalm 51, der sogenannte „Vierte Bußpsalm“ (Link zum Bibleserver).
Die Situation: David bricht die Ehe mit Bathseba, die mit dem Soldaten Uria verheiratet ist. Um die daraus resultierende Schwangerschaft zu vertuschen, lässt er Uria an die forderste Front stellen, damit er getötet wird. Gott schickt den Propheten Nathan zu David, um David klar zu machen, dass es so nicht geht (siehe auch Psalm 51, Verse 1 & 2).
Von Davids Umgang mit seiner Schuld können wir lernen
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.
Psalm 51,3-7 (LU17)
David erkennt und gesteht sich ein, dass er etwas Falsches getan hat. Das ist der erste Schritt. Dann bittet er Gott um Gnade und Reinigung von der Schuld durch Gott, weil er genau weiß, dass er es nicht aus eigener Kraft kann. Vor Jesus Christus mussten zur Vergebung der Sünden noch Tiere geopfert werden. Für unsere Schuld ist Jesus geopfert worden (Johannes 3,16) – Er ist das Opferlamm Gottes, das alle Schuld bezahlt hat.
Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.
Psalm 51,9 (LU17)
David fühlt sich durch die Schuld schmutzig und möchte sich davon reinigen lassen. Du kennst vielleicht das Gefühl, wenn du etwas Dreckiges angefasst hast, möchtest die dir einfach nur die Hände waschen. So ähnlich ist das. Wir sind durch das Blut von Jesus gereinigt worden, wenn wir Ihn als Herrn annehmen (Hebräer 9,14). Das klingt vielleicht komisch, dass Blut weiß macht, doch Jesus hat real Sein Blut vergossen, um uns von unseren realen Sünden, die uns beflecken, zu reinigen.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.
Psalm 51,11 (LU17)
David bittet Gott um Gnade und Vergebung. Das ist der zweite Schritt.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Psalm 51,12-14 (LU17)
Schritt 3 ist die Änderung des Wesens. Buße heißt nicht nur, dass wir um Vergebung bitten, sondern dass wir unser Leben ändern. Ich lasse mich durch Gott verändern, dass ich die Sünde bleiben lasse. „Oops I did it again“ und „sorry“ ist nicht das Ziel. Klar kann es passieren, dass man immer wieder auf die gleiche Art und Weise fällt; es kommt auf die Einstellung an: Ist es mir egal oder will ich es wirklich nicht tun (vgl. Paulus im Römerbrief Römer 7,19). Gott schenkt uns den Heiligen Geist, der unseren Geist, unsere Einstellung, ändert (z.B. Hesekiel 36,27).
Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Psalm 51,15-17 (LU17)
Durch die Sündenvergebung erlebt David einen neuen „Schwung“ – er ist erleichtert und glücklich darüber, dass die Last der Sünde weggenommen wurde. Er will Gott loben und von Ihm den Menschen weitererzählen.
Vielleicht kennst du das, wenn du „dein Gewissen erleichtert“ hast – das ist genau das gleiche. Du gibst die Schuld zu, bittest um Entschuldigung und fühlst dich befreit. Das macht das Leben leichter.
Schritt 4 ist diesen „Schwung der Vergebung“ in positiver Weise zu nutzen – für Gott, für andere Menschen, für dich selbst.
Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.
Psalm 51,18-21 (LU17)
Wie weiter oben schon erwähnt, musste zur Zeit des Alten Testaments zur Sündenvergebung ein Tier geopfert werden. Zwar war das Blut des Opfertieres notwendig, damit die Menschen Gott wieder begegnen konnten und die Schuld vergeben war. Gott gefällt es allerdings viel besser, wenn wir gehorsam sind (1.Samuel 15,22) und demütig vor Ihm stehen. Das heißt: Besser die Sünde vermeiden, als danach um Vergebung bitten zu müssen.
Nochmal die 4 Schritte zur Buße
Schritt 1: Bekenne die Schuld.
Schritt 2: Bitte Gott (und andere Menschen) um Vergebung.
Schritt 3: Lass dein Wesen verändern.
Schritt 4: Nutze den Schwung.
Der Teufel wird immer wieder versuchen, dich zu Fall zu bringen. Vor allem mit den Versuchungen, mit denen er schon erfolgreich war. Und wenn das nicht klappt, kommt garantiert etwas Neues. Wir müssen immer wachsam sein, damit sich nicht falsche Verhaltensweisen einschleichen können (1.Petrus 5,8). Hier sind wir auf Gottes Hilfe angewiesen: Lass dir von Ihm zeigen, was schief läuft. Bitte Ihn um Hilfe, wenn du in vertrackten Situationen steckst. Kämpfe im Gebet mit Hilfe Seiner Kraft, dass du der Versuchung widerstehen kannst. Suche dir ein oder zwei vertraute Menschen, gegenüber denen du Rechenschaft ablegen musst – das hilft ungemein.
Viel Erfolg!
Gott segne dich!
Vielen Dank für’s Lesen!
Ein passendes Lied von Keith Green dazu:
Create in me a clean heart, oh God,
And renew a right spirit within me.
Create in me a clean heart, oh God,
And renew a right spirit within me.Cast me not away from Thy presence, oh Lord,
And take not Thy Holy Spirit from me.
Restore unto me the joy of my salvation,
And renew a right spirit within me.
Songtext von Create in Me a Clean Heart © BMG Rights Management, Capitol CMG Publishing, Universal Music Publishing Group; Quelle: https://lyrics.lyricfind.com/
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