Israel

Der Staat Israel liegt am Mittelmeer, und zwar derart, dass man von jedem Punkt des Landesinneren in einer halben Stunde entweder ans Meer oder in arabische Gefangenschaft kommt.

Ephraim Kishon

Jesus, dessen Auferstehung wir jedes Jahr an Ostern feiern, war ein Jude, ein Israelit. Das Volk Israel hat einen besonderen Platz im Herzen Gottes und ist nicht wie jedes andere Volk auch. Ich hab einige Aussagen der Bibel über Israel zusammengestellt – ohne den entferntesten Anspruch auf Vollständigkeit. Da müsste man schon die ganze Bibel in diesen Beitrag packen. Und das will keiner…

Abraham, Isaak und Jakob

Nur er blieb noch allein zurück. Plötzlich stellte sich ihm ein Mann entgegen und kämpfte mit ihm bis zum Morgengrauen. Als der Mann merkte, dass er Jakob nicht besiegen konnte, gab er ihm einen so harten Schlag auf das Hüftgelenk, dass es ausgerenkt wurde. Dann bat er: »Lass mich los, der Morgen dämmert schon!« Aber Jakob erwiderte: »Ich lasse dich nicht eher los, bis du mich gesegnet hast!« »Wie heißt du?«, fragte der Mann. Als Jakob seinen Namen nannte, sagte der Mann: »Von jetzt an sollst du nicht mehr Jakob heißen. Du hast schon mit Gott und mit Menschen gekämpft und immer gesiegt. Darum heißt du von jetzt an Israel (›Gotteskämpfer‹).«

1.Mose 32,25-29 (HfA)

Abraham war ein gläubiger Mann, der von Gott berufen wurde, seine Heimat in Haran zu verlassen und nach Kanaan, in das Gebiet des heutigen Israel, zu ziehen. Er war ein reicher Nomade und hatte einen Sohn namens Isaak, den er erst in hohem Alter bekam. Isaak hatte zwei Söhne: die Zwillinge Esau, den Erstgeborenen und Jakob, den Zweitgeborenen, der sich das Erstegeborenenrecht für einen Teller Linsen „erkaufte“.

Aus Jakob, der mit Gott kämpfte und seinen neuen Namen „Israel“ bekam, gingen die Zwölf Stämme Israels hervor, die über 400 Jahre in Ägypten in der Sklaverei lebten und schließlich unter Moses wieder nach Kanaan zurückkehrten.

Nach der Richterzeit wollten die Israeliten einen König, wie die anderen Völker um sie herum auch hatten. Dieses israelitisch Königreich bestand von ca. 1000 bis 587 v. Chr. (Israel bis 722, Juda bis 587) bis die Babylonier und Perser die Gebiete eroberten und auch einen Teil des Volkes wegführten. Schließlich kamen die Griechen und nach einer kurzen Phase der Unabhängigkeit (ca. 165 – 63 v.Chr.) waren wieder Fremde Herrscher im Land: Römer, Byzantiner, Sassaniden, Araber, Osmanen und schließlich die Briten.

Auserwählt

Das „auserwählte Volk“. Diese Phrase hast du sicherlich schon mal über Israel gehört. So steht es auch in der Bibel. Aber warum sucht sich Gott ausgerechnet ein so winziges, vergleichsweise schwaches und unbedeutendes Volk aus – und nicht die US-Amerikaner, die Russen oder Chinesen?

Weil Gott andere Maßstäbe anlegt und sich an Seine Versprechen hält:

Denn ihr seid ein heiliges Volk – ihr gehört ganz dem HERRN, eurem Gott. Er hat euch aus allen Völkern der Welt zu seinem Eigentum erwählt. Das hat er nicht etwa getan, weil ihr zahlreicher wärt als die anderen Völker. Denn ihr seid ja das kleinste von allen Völkern. Nein, aus Liebe hat er sich euch zugewandt und weil er das Versprechen halten wollte, das er euren Vorfahren gegeben hat. Darum hat er euch mit starker Hand aus der Sklaverei in Ägypten herausgeholt, er hat euch aus der Gewalt des Pharaos, des Königs von Ägypten, erlöst.

5.Mose 7,6-8 (HFA)

Gott gab damals Abraham das Versprechen, dass seine Nachkommen eines Tages unzählbar wie der Sand am Meer und die Sterne am Himmel werden sollten. Der HERR versprach, dass Er dieses Volk reich segnen würde, wenn es gehorsam sein würde. Gott sagte voraus, dass aus diesem damals kleinen Volk eines Tages der Retter der Menschheit, der Messisas, nämlich Jesus Christus, entstammen würde. Die Geschichte des Volkes Israel ist die Geschichte des Heils für die Menschen!

Weitere Bibelstellen zum Thema: 3.Mose 20,26, 5.Mose 32,9-10, Amos 3,2.

Das geht ins Auge!

Hat dir jemand schon mal versehentlich ins Auge gefasst? Das sind Schmerzen! Das Auge ist eines der empfindlichsten Körperteile.

Um seine Macht und Herrlichkeit zu zeigen, hat mich der HERR, der allmächtige Gott, zu den Völkern gesandt, die euch ausgeplündert haben. Er sagt: »Wer sich an euch Israeliten vergreift, der verletzt, was mir am kostbarsten ist (wörtlich: der tastet meinen Augapfel an; Anm.d.A.).

Sacharja 2,12 (HfA)

Gott spricht also eine deutliche Warnung an diejenigen aus, die sich am Volk Israel vergreifen wollen. Israel ist Sein Eigentum. Und Sein Eigentum wird Gott beschützen. Wenn ich das so lese, denk ich mir, dass ich mich lieber nicht mit Gott anlegen will. Da zieht man den Kürzeren.

Doch gibt es auf dieser Welt Völker und Menschen, die genau das tun. Es mag nicht alles richtig sein, was das Volk Israel früher und heute getan hat bzw. tut und man muss auch nicht alles gut finden. Doch wenn Gott davor warnt, sich an Seinem Volk zu vergreifen, sollte man sich gut überlegen, wie man mit diesem Land umgeht. Es gibt immer andere Möglichkeiten wie Krieg, Vernichtung, Gewalt und Hass. Man muss nur wollen…

Gottes Schutz

Israel steht unter Gottes Schutz, so lässt Gott durch den Propheten Jesaja dieses Versprechen überbringen:

Der Herr sagt: »Israel, du bist das Volk, das mir dient. Du Nachkommenschaft Jakobs, dich habe ich erwählt. Du stammst von meinem Freund Abraham ab,
[…] Alle, die voller Wut gegen dich toben, werden am Ende in Schimpf und Schande dastehen. Die Männer, die dich bekämpfen, werden zugrunde gehen. Niemand redet dann mehr von ihnen. Vergeblich wirst du dich umsehen nach denen, die Krieg mit dir führten – du wirst sie nicht mehr finden. Wo sind sie geblieben, deine Feinde? Sie sind verschwunden, als ob es sie nie gegeben hätte. Denn ich bin der HERR, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.

Jesaja 41,8+11-13 (HfA)

Weil Israel Gottes Augapfel, Sein Eigentum ist, wird Er es auch beschützen. Eines Tages werden alle Feinde Israels besiegt sein, so sagt es diese Bibelsstelle.

Der ganze Text zum Thema: Jesaja 41,8-16

Botanik, Juden und Christen

Jetzt wird es theologisch. Anscheinend hatten einige Christen kurz nach Jesu Himmelfahrt gemeint, dass nicht mehr die Juden, also das Volk Israel, die Auserwählten wären, sondern die Christen. Dem widerspricht Paulus im Brief an die Römer in Kapitel 11 energisch:

War es nun Gottes Absicht, dieses Volk fallen zu lassen, weil sie sich von Christus abgewandt haben? Nie und nimmer! Weil das Volk Israel die rettende Botschaft abgelehnt hat, wurde der Weg bereitet, um den übrigen Völkern diese Botschaft zu bringen. Auf diese Weise wollte Gott sie eifersüchtig machen und dazu bewegen, dem Beispiel der anderen Völker zu folgen. […] Mit dem ersten Brot, das Gott zum Opfer gebracht wird, ist nämlich die ganze Ernte Gott geweiht; und sind die Wurzeln eines Baums gut, dann sind es auch die Zweige. Einige Zweige dieses Baums sind herausgebrochen worden. An ihrer Stelle wurdet ihr als Zweige eines wilden Ölbaums aufgepfropft. So lebt ihr von den Wurzeln und Säften des edlen Ölbaums. Bildet euch aber deshalb nicht ein, besser als die herausgebrochenen Zweige zu sein! Denn nicht ihr tragt die Wurzel, sondern die Wurzel trägt euch.

Römer 11, 11+16-19 (HfA)

Was sich vielleicht erst mal kompliziert anhört, ist es nicht unbedingt. Wir Christen sind zwar genetisch keine Israeliten – also vom Volk Gottes- (vom edlen Ölbaum), sondern durch unseren Glauben werden wir ein Teil davon (als wilder Ölzweig aufgepropft), und werden somit ein Teil von Gottes Volk und wir leben von der selben Wurzel. Diese Wurzel nährt und trägt uns. Wir sind sozusagen in der Segenslinie von Abraham über David bis zu Jesus.

Auch wenn Gott Zweige des edlen Ölbaums herausbricht und neue einsetzt, sollen wir uns trotzdem nichts darauf einbilden, schreibt Paulus weiter. Wir sollen daran Gottes Güte und seine Strenge erkennen. Strenge für die Untreuen, Güte für diejenigen, die sich auf sie verlassen.

Es ist wirklich eine Gnade Gottes, dass Er ALLEN Menschen eine Chance gibt, ein Teil Seines auserwählten Volkes zu werden. Durch Jesus Christus, Seinen Sohn, hat Er es möglich gemacht! Dafür dürfen wir sehr dankbar sein.

Neugründung Israels

Im 19. Jahrhundert gab es noch keinen Staat Israel. Auf dem ersten Zionistenkongress 1897 in Basel wurde unter Führung von Theodor Herzl der Grundstein für die Errichtung eines neuen Staats im damaligen Osmanischen Reich gelegt. Nach der Balfour-Deklaration 1917 und Ende des Völkerbundsmandats (1920 bis 1948) wurde schließlich am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit Israels erklärt. Das Zusammenleben zwischen den arabischen Völkern und den Juden gestaltet sich seitdem immer schwierig und es gab zahlreiche Kriege, Konflikte, Terror und dergleichen mit den Nachbarvölkern.

Aktuell im Jahr 2025 herrscht immer noch Krieg zwischen den Palästinensern im Gaza-Streifen und Israel.

Beten wir für Frieden!

Umgang mit Israel

Gott sagt zu Abraham, dem Stammvater Israels:

»Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen.«

1. Mose 12,3 (HfA)

Später in der jüdischen Geschichte haben die Israeliten gerade Zoff mit König Balak von den Moabitern. Da soll Bileam – ein Mann der „erfolgreich“ Menschen segnen und verfluchen kann – das Volk Israel verfluchen, damit es leichter besiegt werden kann. Bileam versucht das auch, schafft es aber nicht, denn Gott stellt sich ihm in den Weg. Nach mehreren Anläufen gibt er auf und muss zugeben:

Wer euch segnet, wird selbst gesegnet, und wer euch verflucht, wird selbst verflucht.«

4.Mose 24,9b (HfA)

Wenn wir auf Israel blicken, sollten wir dieses Volk nicht leichtfertig verurteilen. Verurteilen ist immer ganz leicht, wenn man nicht in der Situation eines anderen steckt. Israel ist von Anfang an von Feinden umgeben und kämpft täglich ums überleben – wir würden das gleiche tun und sicherlich wären unsere Methoden nicht immer fair und richtig. Wie gesagt: Es ist sicher nicht alles richtig, was Israel heute tut. (By the way: Wir sollten immer Berichterstattung kritisch hinterfragen. Es wird nicht immer alles neutral in den Medien dargestellt. Es gibt immer zwei Seiten.)

Trotz allem sollten wir Christen uns an die Seite von Gottes Volk stellen, indem wir für es beten…

  • …für Frieden
  • …dass es erkennt, dass Christus der versprochene Messias ist
  • …für Segen

Wir können Israelischen Kriegsopfern helfen, z.B. über Hilfsorganisationen wie Vision für Israel. Wir können Kontakte zu jüdischen Mitbürgern knüpfen, mit ihnen reden. Oder ich hatte mal vor langen Jahren einen regen Austausch mit einem israelischen Briefmarkensammler – so bekommt man die Sicht von Menschen aus anderen Ländern mit, wenn man sich gegenseitig schreibt. Es gibt viele Möglichkeiten, das Richtige zu tun.

Denn: Wir sind ein Teil dieses Volkes geworden, weil wir „eingepfropft“ sind und daher stehen wir immer auf der Seite Gottes. Und Er steht auf der Seite Seines erwählten Volkes.

Afrika und das Volk Israel auf SalzUndLicht

Antisemitismus auf SalzUndLicht

Kinderzeit: Abraham – „Die Auswanderer“ auf SalzUndLicht

Einen Teil der zum Teil echt verrückten Geschichte von Bileam findest du hier: 4.Mose 24,1-14

Herzlichen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

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