
Deshalb hat Gott sie all ihren Trieben und schmutzigen Leidenschaften überlassen, so dass sie sogar ihre eigenen Körper entwürdigten.
Römer 1,24 (HfA)
Inhaltsverzeichnis
- Schmuddelvideos
- Was sind Pornos?
- Kann Pornokonsum ein Problem sein/ werden?
- Wege aus der Falle
- Links
Schmuddelvideos
Pornografie. Die meisten von uns haben schon davon gehört. Sie ist ein Thema, das viele betrifft und ist zum Teil mit Scham behaftet, es wird aber auch sehr offen damit umgegangen. Es gibt sogar eine regelrechte „Pornoindustrie“, die im Internet extrem präsent ist. Keiner muss mehr verstohlen in der dunklen Ecke der Videothek, mit der Mütze tief ins Gesicht gezogen, Filme ausleihen. Das geht einfach per Mausklick. Ein extrem leichter Zugang, was natürlich Auswirkungen hat:
Laut einer Studie von 2014 konsumieren 80% der 15- bis 25-jährigen Männer mindestens einmal wöchentlich Pornos. Der erste Kontakt beginnt mit ca. 13 Jahren: Mädchen konsumieren deutlich weniger Pornos, allerdings mit steigender Tendenz. (vgl. Wikipedia: Pornografie im Internet).
Zum Beispiel zeigt die „Jugend, Information, Medien“-Studie von 2023, daß 23 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ungewollt auf pornografische Inhalte im Netz gestoßen sind und 30 Prozent im Netz sexuell belästigt wurden. Am häufigsten passiert dies auf den Plattformen Instagram, TikTok und Snapchat.
3 – 5 Prozent der Männer sind von einer Pornosucht betroffen – davon gehen PsychologInnen aus. (Techniker Krankenkasse: Digitale Gesundheit).
Wieviele Menschen in Deutschland Pornos – zumindest gelegentlich – konsumieren, wird in Studien unterschiedlich stark angegeben. Schätzungen kommen teilweise auf bis zu 90% der Männer und 50% der Frauen. (Quarks: Pornosucht).
Da dieses Thema anscheinend omnipräsent ist, muss sich auch eine christliche Seite, die über das Thema „Familienleben“ schreibt, damit beschäftigen.

Was sind Pornos?
Das Wort „Pornografie“ kommt aus dem Griechischen. Porne ist die Hure bzw. Dirne und graphein bedeutet schreiben, malen, zeichnen.
Pornos können Bilder, Zeichnung und Videos sein, die Menschen nackt und beim Geschlechtsakt darstellen. Dabei sind auch die Geschlechtsorgane deutlich zu sehen. Es gibt verschiedenste Stile und für verschiedenste Zielgruppen entsprechende Medien.
Dass das Leben nicht wie ein Porno abläuft, dürfte eigentlich jedem klar sein. Doch anscheinend treffen diese Darstellungen vor allem bei Männern auf offene Türen und einen Nerv. Nach der Nahrungsaufnahme ist der Sexualtrieb einer der stärksten. Und Triebe können leichter angesprochen werden, wie vieles andere. Sie sind tief in uns verankert.
Doch:
Nur weil es „alle“ tun, muss es noch lange nicht richtig sein!
Was sagt die Bibel zu dem Thema? Ist ein Problem oder sieht Gott das eher locker? Was kann man tun, wenn man eingentlich keine Pornos mehr schauen will, aber nicht davon loskommt? Wie soll man mit Verlockungen umgehen?

Kann Pornokonsum ein Problem sein/ werden?
Ein Hinweis bevor du weiterliest: Falls dir schon klar ist, was das Problem bei dir ist und du eh schon ein schlechtes Gewissen hast, dann überspringe gern dieses Kapitel und gehe zu „Raus aus der Falle“.
Unsere Zeit ist moralisch lockerer geworden. Vor hundert Jahren trug man als Frau noch quadratmeterweise Stoff am Leib, wenn man ins Wasser stieg, heute werden kleine Stofffetzen von dünnen Fäden der richtigen Stelle gehalten. Oder wenn man sich ansieht, wieviel Nacktheit in Vorabendsendungen bzw. überhaupt in Filmen gezeigt wird. In ganz „normalen“ Kino- oder Fernsehfilmen. Keine Pornos! Das war vor 30 Jahren noch ganz anders.
Bei Pornos geht es dann quasi ans eingemachte – welche Auswirkungen hat der Konsum derselben? Eine Sammlung:
Veränderungen im Belohnungssystem des Gehirns
Häufiger Pornokonsum lässt sich tatsächlich medizinisch mit bildgebenden Verfahren (hier: MRT-Volumetrie) feststellen: Es verändert sich das Belohnungssystem des Gehirns. Je mehr Zeit mit Pornos verbracht werden, desto kleiner wird der Schweifkern (Nucleus caudatus). Der ist für das Wahrnehmen, Differenzieren und Entdecken von Belohnungen wichtig, ebenso um die Motivation zu erzeugen, damit eine Belohnung erlangt wird. Das hat Einflüsse auf die Fokussierung der Aufmerksamtkeit.
Die Auswertung von Fragebögen ergab, dass bei diesen Männern eine höhere Tendenz zu Pornosucht und Alkoholsucht gegeben war sowie dass sie stärker depressiv waren.
Aus einer Studie der Psychiatrie der Charité.
Was in der Bibel dazu steht
Grundsätzlich ist aus dem Kontext der Bibel zu entnehmen, dass die Sexualität im geschützten Rahmen der Ehe ausgelebt werden soll. Sie ist ein Geschenk und wird als absolute Intimität zwischen zwei Menschen verstanden (z.B. 1.Mose 2,24). Nur so entsteht Vertrauen zwischen den Ehepartner und die Sexualität kann aufblühen.
In den Zehn Geboten legt Gott unter anderem fest: Du sollst nicht ehebrechen (2.Mose 20,14). Ganz klar ist damit das Fremdgehen gemeint. Das bestätigt auch Jesus, wobei Er dieses Gebot weiter fasst: Der Ehebruch beginnt bereits im Kopf (Matthäus 5,27-28)! Und wenn Pornos konsumiert werden, ist man am Ehebruch gefährlich nahe dran. Dass ist wiederum ein Einfallstor für den Teufel und die Sünde, weil ein Verlangen erzeugt werden kann.
Uns Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes (1.Korinther 6,19). Das heißt unter anderem, dass wir darauf achten sollen, was wir in uns hineinlassen. In dem Zusammenhang steht auch, dass wir uns nicht mit Prostituierten einlassen sollen (1.Korinther 6,15-16). Und Pornografie – also wörtlich die „Hurenmalerei„, heißt Gott daher sicherlich nicht gut. Zudem schreibt Paulus, dass wir sexuell moralisch leben und reine Gedanken haben sollen (z.B. Philipper 4,8).
Sex ist nicht gleich Liebe!
Auch wenn es in vielen Filmen und Serien so dargestellt wird: Sex ist nicht gleich Liebe! Die Sexualtität ist ein Teil einer intimen Partnerschaft und dort gehört sie hin. Es geht um den Menschen, mit dem ich zusammen bin und nicht nur um die Lustbefriedigung.
Bei Pornos ist genau das nicht der Fall: Es geht um die Befriedigung der Lust. Die Sexualität wird von der Liebe getrennt und die Pornodarsteller werden zum Objekt der Lust. Menschen werden zu Dingen degradiert, die „konsumiert“ werden können, wie ein Lutscher. Und wenn sie ihre Schuldigkeit getan haben – also den Kick verschafft haben – dann können sie gehen.
Jeder Mensch ist als Gottes Ebenbild geschaffen und hat Würde! Menschen dürfen niemals Objekte für uns werden – das gilt in jeglicher Hinsicht.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Pornos müssen ja irgendwie produziert werden. Man weiß nie, wieviele der Frauen freiwillig vor der Kamera stehen (die gibt es sicher auch) oder wieviele durch verschiedene Umstände gezwungen sind – vielleicht Geldnot, Gewalt, Drogenabhängigkeit, usw.
Das wirft viele Fragen auf:
Wieviele von den Menschen in den Filmen sind Sexsklaven? Wieviele werden missbraucht? Wieviele werden von ihnen ausgebeutet? Wieviele sind Gewalt ausgesetzt? Und wo ist die Grenze zu Kinderpornografie? Wie alt sind die Mädels in den Videos wirklich?
Auswirkungen auf die Ehe/ Partnerschaft
Der Konsum von Pornos kann Partnerschaften stark belasten. Keine Frau (zumindest der Großteil) wird erfreut sein, wenn sie den Ehemann/ Partner dabei vorfindet, wie er sich einen Pornostreifen reinzieht. Seelische Verletzungen sind die Folge. Die Frau fragt sich, ob sie dem Partner überhaupt genügt, ob er sie überhaupt noch schön findet. Es fördert Eifersucht, zerstört Vertrauen.
Zudem können falsche Erwartungen geweckt werden: Welche neue Stellung probieren wir heute aus? Wieso haben wir nur viermal pro Woche Sex? Warum hält er nicht so lange durch, wie der durchtrainierte Typ, der schon die dritte Frau bearbeitet? Seitensprünge sind doch normal, oder nicht? Jeder muss mal einen flotten Dreier gemacht haben! Und so weiter.
Andererseits sind Pornos vielleicht ein Ventil für Männer, die sexuell in ihrer Partnerschaft frustiert sind, weil sie nur alle Schaltjahr mit ihrer Frau schlafen dürfen oder weil es im Bett „langweilig“ geworden ist. Aber das ist ein Extrathema, das recht komplex ist und auf das ich jetzt nicht weiter eingehen will.
Was passiert in deinem Kopf?
Wenn man sich zu viele Pornos reinzieht, wird unweigerlich ein komplett unrealistisches Bild vom Sex gezeichnet – ständig und überall lauern Gelegenheiten; die Körper sind perfekt; drei, vier oder mehr tun es miteinander; multiple Orgasmen; der Mann kann stundenlang und ein Haufen verschiedene Stellungen müssen ausprobiert werden. Und so weiter. Irgendwann glaubst du, dass das die Regel ist. Das erzeugt Leistungsdruck und falsche Vorstellungen. Auf der Suche nach dem nächsten Kick verschiebt sich die Grenze möglicherweise zu immer extremeren Filmen – von S/M über Hardcore zu noch Schlimmerem. Kurz: Irgendwann kann dich das gefangen nehmen und zu einer Sucht werden.
Auch im Zwischenmenschlichen kann es Auswirkungen haben, z.B. gegenüber dem Ehepartner oder wenn das Thema in einem Gespräch auftaucht: Man versteckt es, man hat Angst entdeckt zu werden, man kann nicht mehr offen sein und hat ein schlechtes Gewissen.

Wege aus der Falle
Erst einmal die gute Nachricht: Gott verurteilt dich nicht, aber Er möchte, dass du nicht weiter sündigst (vgl. der Bericht von Jesus und der Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte – Johannes 8,1-11).
Es ist sicherlich kein Selbstläufer, wenn du dich dem Thema stellen willst. Es gibt auch kein Patentrezept. Aber ich möchte dir ein paar Werkzeuge an die Hand geben, die dir helfen können.
Werkzeug 1: Analysiere deine Ausreden für’s Warum
Welche Ausreden suchst du, um dein Gewissen zu beruhigen?
- Alle machen es doch – zumindest, wenn man der Statistik glaubt!
- Einmal ist kein Mal.
- Ich kann jederzeit aufhören!
- Mir schadet es nichts.
- Ich mach’s doch nur für meine Freundin, damit ich leidenschaftlicher und kreativer im Bett sein kann.
- Ich hol mir nur Appetit – „essen“ tu ich zu Hause.
- Gott vergibt mir sowieso!
Oder so ähnlich. Manches hört sich vielleicht seltsam an, aber es funktioniert. Irgendwann wird das Gewissen ruhiger und dann ist alles ok. Wirklich? Sei ehrlich zu dir selbst! Im vorherigen Abschnitt hab ich einige Punkte vorgebracht, warum Pornokonsum nicht gut ist. Wenn du wirklich davon loskommen willst, dann tritt die Ausreden in die Tonne und beschäftige dich mit Werkzeug 2.
Werkzeug 2: Gehe an die Wurzel
Um das Problem zu erfassen und lösen zu können, musst du es an der Wurzel packen. Dabei helfen diese Fragen:
Warum schaust du? Warum brauchst du „es“?
In welcher Situation wirst du schwach (Stress, Frust, Langeweile, Lust, fehlender Lebenssinn, Ablenkung, …)?
Woher kommen diese Gefühle?
Hast du das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn du keine Pornos schaust?
Erkenne die Bedürfnisse, die dahinterstecken. Fühlst du dich allein? Fehlt dir körperliche Nähe?
Den Antworten auf diese Fragen kannst du dich nähern. Wenn du eine Wurzel erkannt hast, kannst du sie auch gezielt angehen. Manche Punkte tun vielleicht weh oder zeigen auf Punkte in deinem Leben, die nicht so schön sind. Manches wirst du auch nicht allein lösen können. Dann hilft Werkzeug 4.
Werkzeug 3: Technische Hürden
- Sperre entsprechende Seiten bzw. aktiviere einen Filter in deinem Internetbrowser
- Wirf deine Porno-DVDs in den Müll
- Kündige Pornhub & Co.
- Stelle einen Safe-search-Filter bei Suchmaschinen ein
Werkzeug 4: Rechenschaft und Gottes Hilfe
Am besten ist, wenn du dein „dunkles Geheimnis“ ans Licht bringst, denn Sünde gedeiht im Dunkeln und benötigt zum Aufarbeiten das Licht – das gilt generell.
Das kannst du machen, indem du es einem sehr guten Freund bekennst. Stelle mit ihm gemeinsam einen Schlachtplan auf, was du tun kannst, falls die Versuchung wieder anklopft, z.B. geh ins Gebet, ruf den Freund an, fokussiere dich auf andere Dinge, … Und lege Rechenschaft vor diesem Freund ab – berichte regelmäßig, wie es dir mit dem Thema geht. Vielleicht kämpft ihr ja beide mit demselben Problem – das macht stark!
Du kannst dir möglicherweise auch einen Seelsorger in deiner Gemeinde suchen, mit dem du dich regelmäßig austauschst.
Lass dir von Gott helfen! Er kann deine Bedürfnisse stillen und deine innere Leere füllen. Wenn du fällst bringe es vor Gott und empfange Vergebung – Er sieht, wenn du dich bemühst. Dann gehst du weiter auf dem richtigen Weg nach dem Motto: aufstehen, Krone richten, weitergehen.
Werkzeug 5: Feuer in der Ehe wieder wecken, wenn der Sex fehlt
In langjährigen Beziehungen ist es oft so, dass der Sex immer seltener wird. Das kann vor allem für Männer zu einem Problem werden und sie suchen sich die Befriedigung an anderer Stelle. Die Gründe für diese Flaute sind vielfältig. Aber oft sind es eben einfach der Alltag, zu wenig Zeit, Stress oder finanzielle Schwierigkeiten, die einem einen Strich durch die Rechnung machen Daher: Versuche Stress zu vermeiden und plane schöne, gemeinsame Zeiten mit deinem Partner/ deine Partnerin ein. Nimm dir bewusst Zeit und hör zu. Mach dich attraktiv für deine Partnerin/ deinen Partner – pflege dich, zieh was Schickes an. Sei aufmerksam und überrasche sie/ ihn mit Kleinigkeiten. Nehmt euch regelmäßig Zeit füreinander, z.B. eine Nacht im Hotel verbringen und auf die Kids passt die Oma auf. Versucht, auf eure Bedürfnisse einzugehen, sprecht darüber und respektiert auch die Grenzen des anderen. Erzwingt nichts. Vielleicht geht ihr zusammen zur Seelsorge oder tauscht euch regelmäßig mit einem befreundeten Ehepaar aus.
So oder so: Eine Beziehung ist kein Selbstläufer, sondern Arbeit…
Siehe auch:
Familienleben: Ehe – Stichpunkt „Sexualität“ auf SalzUndLicht
Familienleben: Ehe – Tipps und Tricks auf SalzUndLicht
Werkzeug 6: Bist du Single/ junger Mann
Ein paar Tipps und Gedanken:
Sex ist nicht das Wichtigste in einer Beziehung und steht nicht an erster Stelle – er ist das Sahnehäubchen. Genauso ist es im Leben: Sex ist nicht überall und immer da, auch wenn es die Medien so vorgaukeln.
Löse dich von falschen Vorstellungen: Nicht alle Mädels wollen gleich mit dir ins Bett springen, wenn du ihnen geholfen hast. Es besteht die Gefahr das du frustriert wirst und das Selbstwertgefühl leidet, wenn „keine mit dir ins Bett springt“. Und nicht alle Eroberungsstories deiner Kumpel sind die Wahrheit…
Es gibt Menschen, die haben eine perfekte Figur – aber das ist eine Minderheit; dein (zukünftiger) Partner – und du selbst – hast deine Ecken, Kanten, Rundungen, …
Wenn die Hormone in der Pubertät in der Pubertät überschießen, dann versuche einen Ausgleich zu schaffen. Statt einen Porno zu schauen, steig aufs Fahrrad oder mach Krafttraining. Da hast du mehr davon.

Links
- Link: Begierden auf SalzUndLicht
- Link: Predigt vom ICF Zürich (Leo und Susanna Bigger) zum Thema
Wenn Du ein Problem mit Porngrafie hast, dann sollst du wissen, dass du nicht allein dastehst. Gott ist mit dir und ich wünsche dir, dass du gemeinsam mit Ihm deinen Pornokonsum in den Griff bekommst!
Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!