Sola Gratia

Sola Gratia.

Martin Luther

Allein durch die Gnade. Das bedeuten die zwei Worte, die die Reformation geprägt haben. Keine Angst, ich möchte hier keine theologische Abhandlung darüber schreiben. Der Begriff Gnade hat eine besondere Bedeutung für mich. Möglicherweise ist meine Deutung nicht allgemeingültig, aber vielleicht trotzdem hilfreich.

So war es damals, und so ist es auch noch heute. In seiner Gnade hat Gott einen Teil des Volkes Israel auserwählt und gerettet. Wenn das aber ein unverdientes Geschenk war, dann hatte es nichts mit eigenen Leistungen zu tun. Sonst wäre ja sein Geschenk nicht mehr unverdient.

Römer 11,5+6 (HfA)

Gnade ist etwas Unverdientes. Du bekommst sie ohne Gegenleistung, nur weil Dich jemand liebt. Gott liebt Dich! Und er ist gnädig. Wir Menschen hätten es alle nicht verdient, von Gott geliebt oder versorgt zu werden. Wir hätten es nicht verdient, dass Jesus für uns ans Kreuz gegangen ist und unsere Schuld auf sich genommen hat. Wenn Du ehrlich bist: Kein Mensch ist perfekt! Auch Du nicht. Und ich auch nicht. Jeder hat seine Leichen im Keller. Jeder baut Mist. Verletzt andere Menschen. Tut das Falsche. Trotzdem liebt Dich Gott. Mich auch. Jeden! Selbst den übelsten Verbrecher. Gott liebt die Menschen, nicht das Böse, das sie tun, denn Er ist gerecht. Von diesem Gott wird in der Bibel berichtet.

In meinem Leben

Meine Frau und ich haben mehrere „Leitsätze“ für unsere Ehe: Einer davon ist, dass wir „die Sonne nicht über unserem Zorn untergehen lassen„; soll heißen wir wollen Streitigkeiten sofort klären, nicht aussitzen und später explodieren lassen, weil sich zuviel angesammelt hat. Ein anderer ist „Sola Gratia“ – allein die Gnade. Den haben wir von Beginn unserer Beziehung.

Für uns ist es die Gnade Gottes, dass wir beide glauben dürfen. Es ist Gnade, dass Er in unseren Leben der Chef ist.

Für uns ist es die Gnade Gottes, dass wir schon über 15 Jahre zusammen eine glückliche Beziehung haben dürfen – klar gibt es auch mal Reibereien, aber die fallen wahrlich nicht ins Gewicht.

Für uns ist es die Gnade Gottes, dass wir vier gesunde, tolle Kinder haben dürfen. Wir dürfen so oft Bewahrung erleben, denn unser Jüngster ist ein furchtloser Draufgänger…

Für uns ist es die Gnade Gottes, dass ich einen Job haben darf, mit dem unsere Familie materiell sehr gut versorgt ist; mit dem wir uns ein wunderschönes Haus mit großem Garten auf dem Land leisten dürfen; mit dem wir anderen Menschen finanziell helfen können.

Da sind viele, viele kleine und große Dinge, die wir bekommen. Am Anfang unserer Beziehung war das Geld knapp, aber es war immer genug. Wir haben liebe Freunde, auf die wir uns verlassen können. Wir durften und dürfen viele schöne Dinge auf der Welt sehen. Andere Menschen tun uns Gutes. Verdient haben wir das alles nicht. Wir sind nicht immer die superguten Menschen. Gott ist auch nicht immer an erster Stelle, wie es Ihm eigentlich gebührt. Trotzdem sind wir reich beschenkt. Das macht mich dankbar. Sehr sogar.

Leider muss ich zugeben, dass ich manchmal diese Gnade mit Füßen trete, in dem ich murre und jammere und schimpfe. Aber im Grund darf ich das nicht tun. Ich habe keinen Anspruch auf die Gnade. Wie gesagt, es ist alles ein unverdientes Geschenk. Ich möchte besser werden und meinen Blick auf Gott richten, nicht auf das, was mir die Laune verdirbt. Gott ist das Zentrum. Ihm gebührt die Ehre und die Dankbarkeit (siehe hier).

Andererseits

Es gibt Zeiten, in denen geht es uns wirklich besch… . Natürlich dürfen wir zu Gott schreien, unser Leid und unseren Schmerz bringen. Natürlich dürfen zu Gott ehrlich sein und Ihm alles sagen. Manchmal fühlen wir uns ungerecht behandelt. Manchmal bringt uns Gott durch widrige Umstände auf den richtigen Weg. Dazu passt der gut dieser Beitrag auf powerconnection.de.

Was ich damit sagen will

Zum Einen: Sei dankbar, für das was du hast. Es ist ein Geschenk! Freu Dich an dem, was Gott Dir Gutes tut. Mach Dir bewusst, was Dir Gutes widerfährt und danke Gott dafür.

Zum Anderen: Bring Gott das Schlechte, was passiert und bitte um Veränderung, lade Deine Last am Kreuz ab, lass Ihn handeln. Und traue Ihm zu, dass Er Dir helfen kann. Richte den Blick nach oben. Du darfst auf Wunder hoffen! Wenn Du Ihm vertraust, gibt Dir Gott das, was Du brauchst, wann Du es brauchst. Manchmal schwer zu glauben. Manchmal ist es schwer zu verstehen. Vor allem, wenn Schlimmes passiert. Aber es ist so. Biblisches Beispiel: David wurde über Jahre von Saul verfolgt, obwohl er schon zum König gesalbt war. Doch der Zeitpunkt war noch nicht reif. David lernte in der Verfolgung durch Saul Gott zu vertrauen, ehrlich zu Ihm zu sein, er reifte geistlich und menschlich und war dann bereit, das Volk Israel zu führen. Soll heißen: Vielleicht ist der Mist, in dem Du gerade steckst, das Ausbildungscamp Gottes für Deine Aufgabe.

Und: Gnade ist ein Geschenk. Ein Geschenk muss man aber annehmen, damit man es bekommt. Hab offene Hände und ein offenes Herz dafür!

Sei gesegnet!

Links

Kurze Abhandlung zu „Sola Gratia“ auf Wikipedia.

Gnade – Begriffsbeschreibung auf Wikipedia.

Buchtipp: „Spuren der Gnade“ von Philip Yancey

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