Aus dem Ei gepellt

Im März habe ich den Beitrag „Eingesperrt“ veröffentlicht, in dem es darum ging, wie wir uns von äußeren Umständen bestimmt fühlen, unsere eigenen Käfige schaffen und dass wir uns da nicht unterkriegen lassen sollten.

Eine neue Perspektive: Das Ei.

Ich finde es echt faszinierend: Eine Henne legt ein Ei mit Dotter und nem Haufen Glibber drin und nach mehreren Wochen schlüpft daraus – so wundersam es auch sein möge – ein fertiges Lebewesen – ein flauschiges Küken. Das Ei ist brutalst stabil, es schützt damit seinen wertvollen Inhalt. Es versorgt das neue Leben komplett mit dem, was es braucht. Die Henne weiß genau was zu tun ist, wie und wie lange sie das Ei wärmen muss, wann sie es drehen muss. Wenn man die Eier von verschiedenen Vögeln anschaut, findet man unterschiedlich große Eier (Kolibri bis Strauß), die verschiedensten Formen (rundlich, eierig, länglich) und Farben (gesprenkelt, grün, braun, weiß – es gibt sogar blaue Eier!).

Dann geht’s los. Action pur: „Die Geburt“. Das Schlüpfen muss das kleine Wesen ganz alleine schaffen. Es kratzt mit dem Eizahn, es drückt, schiebt und strengt sich an. Erste Risse entstehen, ein kleines Loch, das mehr und mehr vergrößert wird. Die Schale zerbricht, klebt an den Federn. Nach einigem Mühen liegt ganz abgekämpft ein feuchtes Flaumknäuel zwischen den Schalen – das Küken ist da!

Nette Geschichte, aber was soll das Ganze?

Das denkst Du vielleicht jetzt. Warum schreibt der Alex das alles? Ich finde, dass ein Ei eine gute Metapher für unser Leben sein kann. Zuerst sind wir behütet und gut versorgt. Wir brauchen uns um nichts zu kümmern. Dann, irgendwann, müssen wir raus aus dem Ei.

Mir ging es lange so, dass ich mich eingesperrt fühlte – von Umständen und so weiter. Als ich dann drüber nachdachte, kam mir der Gedanke mit dem Ei. Vielleicht bin ich momentan am inneren Wachsen, noch nicht bereit für meine Aufgabe. Also werde ich sozusagen von Gott weiter bebrütet, bis ich bereit bin, mich der Welt da draußen und meiner Aufgabe zu stellen. Er formt mich, wie Er mich braucht.

Doch dann passiert etwas Entscheidendes: Der Tag des Schlüpfens ist da! Nun liegt es an mir – nehme ich die Herausforderung an und kämpfe mich durch die Schale oder bleibe ich im Ei, wo es schön gemütlich ist. Bewege ich mich vorwärts und gehe neuen Aufgaben entgegen oder mache ich es mir in der Komfortzone gemütlich? Das bleibt meine Entscheidung! (Jetzt hinkt der Vergleich etwas – irgendwann gibt’s keine Nährstoffe mehr im Ei und das Küken würde sterben. Jedes mal, wenn ich mir solche Vergleiche überlege, hat die Sache einen Haken. Mit den Gleichnissen ist Jesus wesentlich besser drauf wie ich – aber das nur so am Rande.)

Also zurück zum Eigentlichen: Ich glaube, dass Gott uns auf unsere Aufgaben vorbereitet und möchte, dass wir aktiv werden. Wir sollen unser Ei verlassen! Wir sind als Christen nicht dazu geschaffen, zuhause zu sitzen, alt, dick und reich zu werden und alles was bleibt ist der Abdruck unseres Hinterns auf der Couch. Nein! Wir sollen rausgehen. Den Menschen von Gott erzählen (Matthäus 28,18+19). Unser Leben leben, die Zeit auskaufen (Epheser 5,16). Gute Taten tun (Jakobus 1,22). Unsere Mitmenschen und Gott lieben (Lukas 10,27).

Und für alle, die nicht an Jesus glauben, gibt es zwei gute Geschichten in der Bibel. Die erste Erzählung handelt von Nikodemus, einem Schriftgelehrten, nachzulesen im Johannesevangelium 3,1-21, der zu Jesus kommt, um zu verstehen, was Sache ist:

Verständnislos fragte der Pharisäer: »Wie kann jemand neu geboren werden, wenn er schon alt ist? Er kann doch nicht wieder in den Mutterleib zurück und noch einmal auf die Welt kommen!« »Ich versichere dir«, entgegnete Jesus, »nur wer durch Wasser und durch Gottes Geist neu geboren wird, kann in Gottes Reich kommen!

Johannes 3,4+5 (HfA)

Wir alle brauchen einen Neuanfang mit Gott. Diese Welt ist gefallen und teilweise echt übel. Wir sind dem Bösen ausgeliefert. Doch Gott bietet eine Lösung an: Jesus.

Was dahintersteckt und was passiert, steht in Epheser 2,1-10:

Aber Gottes Barmherzigkeit ist groß. Wegen unserer Sünden waren wir in Gottes Augen tot. Doch er hat uns so sehr geliebt, dass er uns mit Christus neues Leben schenkte. Denkt immer daran: Diese Rettung verdankt ihr allein der Gnade Gottes. Er hat uns mit Christus vom Tod auferweckt, und durch die Verbindung mit Christus haben wir schon jetzt unseren Platz in der himmlischen Welt erhalten.

Epheser 2,4-7 (HfA)

Das ist das, was wir alle brauchen. Fange neu mit Jesus an. Erkenne Ihn als Chef Deines Lebens an. Vertraue Ihm. Bete zu Ihm. Dazu möchte ich Dir heute Mut machen, das Abenteuer zu wagen. Und es ist ein Abenteuer, wenn man sich ganz auf Gott einlässt.

Es ist Zeit, die Komfortzone zu verlassen und was Neues auszuprobieren…


2 Gedanken zu “Aus dem Ei gepellt

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