
Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,5 (LU17)
Aber er hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.« Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir.
2.Korinther 12,9 (HfA)
Darum geht es:
Jeder Mensch hat in seiner Vergangenheit Wunden davongetragen. Jeder hat seine Schwächen. Oft verdrängen wir diese Dinge, obwohl Gott sagt, dass Seine Kraft im Schwachen mächtig ist. Thomas Härry bringt uns in seinem Buch dazu, genau über diese Dinge nachzudenken und gesund mit Gottes Hilfe zu verarbeiten. Gott kann gerade das Unvollkommene in uns nutzen, wenn wir es annehmen.
Was ich aus dem Buch gelernt habe:
Heute mache ich die Buchbesprechung mal etwas anders wie sonst. Ich finde „Das Geheimnis deiner Stärke“ sehr spannend, inspirierend und hilfreich, wenn man sich drauf einlässt und auch das Unperfekte in einem selbst zulässt. Wir leben einer Welt, in der wir nach Perfektionismus streben, aber den wird es in einer gefallenen Schöpfung nie geben. Erst im Himmel…
Und das hab ich aus dem Buch für mich mitgenommen – vielleicht hilft dir das auch. Natürlich sind hier nur ein paar Punkte aufgeführt, die für mich sehr hilfreich waren:
Wo liegen meine Wunden? Eine Suchhilfe…
- Situationen, in denen man heftig reagiert (Verhalten eines Mitmenschen, Äußerungen, ein Satz, Rückmeldungen, Kritik)
- Themen, für die man sich kämpferisch und leidenschaftlich einsetzt; sind Leute, die nicht diese Ansicht teilen eine Bedrohung oder Gegner? Fühlt man sich schuldig, wenn man nichts tut?
- Übermäßiges Treffen von Kritik. Reaktion: Laut werden, Gegenangriff, Zurückziehen, Person aus dem Weg gehen
- Fühlen sich nahestehende Menschen vernachlässigt von einem?
- Viele Konflikte mit Bekannten/ Vertrauten/ Ehepartner/ Freunde/ Kinder/ Mitarbeitern?
- Aufschieben von wichtigen Lebensentscheidungen (Jobwechsel, Ehe eingehen, Loslösung von Eltern, Loslösen von Verhaltensmustern/ Süchten)
- Schwierigkeiten in konstanten Beziehungen zu leben

Der verwundete Jesus nimmt unsere Wunden auf. (Mattäus 11,28) Im Gebet zu Jesus bringen, auch immer, wenn eine Wunde neu aufbricht/ aufgebrochen wird.
Segnen: Einen Menschen segnen heißt: ihm Gutes wünschen. Ihm die wohltuende Berührung Gottes zusprechen. Ihn dem Einfluss Gottes aussetzen: seinem gnädigen Wirken; seiner endlosen Liebe und seiner vergebenden Barmherzigkeit. Martin Luther King wies einmal darauf hin, dass man seine Feinde verliert, wenn man sie segnet. Man kann nicht weiter hassen, verachten und bekämpfen, was man segnet. Man kann seine unguten Neigungen im Inneren segnen. Diese Gefühle Gott sagen und Ihn bitten, Seinen Einfluss und Segen darauf zu legen. Verwandlung von Ärger in Gelassenheit, Konkurrenzdenken in Freiheit und Großzügigkeit, Ehrsucht in Zufriedenheit, Minderwert in inneren Reichtum und Zuversicht, Angst in Vertrauen. Gott bitten, dass Er mit diesen Dingen fertig wird und nicht selber kämpfen. Einen Feind segnen heißt, ihn Gott zu überlassen.
Paulus trägt schwere Bürden (2.Korinther. 1,8-9, 2.Timotheus 4,10-16). Er lässt es nicht es nicht zu, nur Opfer zu sein. Er geht mit seinen Wunden um. Er lässt Gott an seine Wunden ran. Er setzt das, was Gott an seinen Wunden wirkt, für andere ein. Stichwort: Verwundeter Heiler.

Gott ist ein guter Vater, der Dinge, die wir versauen, wiedergutmacht. Er lässt sein Kind nicht im Stich. Er hat ein gutes Maß zwischen Konsequenzen des Handeln bewusst machen und so zu helfen, dass aus einer verfahrenen Situation etwas Gutes wird. Gott Vater verwandelt Wunden in Stärken. Überlasse es Gott, welche Person Er aus dir formen will. Versteife dich nicht auf deine Vorstellungen, so dass du Seine Führung nicht verpasst. Zerbrochenheit macht NICHT unbrauchbar für Gott! Ein gereifter verwundeter Mensch ist aus der Opferrolle herausgekommen und muss sich nicht mehr von anderen „retten“ lassen.
Kennzeichen für Mangeldenken
- Verunsicherung – wie reagiert der andere, finde ich die richtigen Worte
- Selbstzweifel – bin ich schön genug, klug genug, andere sind überlegen
- Sorgen
- Angst vor Abweisung, der andere verachtet oder verletzt mich
- Kritisch – analysierend, berechnend, ich muss darauf achten, dass ich nichts Falsches sage, hoffentlich passiert mir kein Fehler, hoffentlich wirke ich überzeugend, liebenswert, …
- Selbstbezogenheit – hofft auf Rücksichtnahme, hoffentlich werde ich nicht überfordert
Überwundenes Mangeldenken
- Positive Grundhaltung und Zuversicht – ich weiß, dass ich ein gesegneter und von Gott geliebter Mensch bin
- Erwartungsvoll – ich möchte von anderen etwas lernen, ich möchte etwas geben
- Gelassenheit – ich mache mir im Voraus keine unnötigen Gedanken, aus Fehlern kann ich lernen
- Nicht auf das Negative konzentrieren – ich halte mich nicht an Dinge, die mich am anderen stören
- Nach Konflikten bleibt die Haltung, „wir werden einen gemeinsamen Weg finden“.

Das Buch: Thomas Härry, „Das Geheimnis deiner Stärke“ – Wie Gott deine Lebensgeschichte gebrauchen will, (ISBN 978-3-417-26286-5), SCM R.Brockhaus
Das Bild: Verlagsfoto