Familienleben: Jung und alt

Die Jugend von heute!

Die Jugend von heute!
Die Alten haben unsere Umwelt kaputt gemacht!
Ältere Arbeitnehmer sind nicht so leistungsfähig.
Junge Arbeiter haben keine Erfahrung!
Sitte und Moral verfällt bei den jungen Menschen.
Die Jugendlichen und Kinder hängen nur noch vor dem Smartphone
Die jungen Leute sind faul geworden.
Alte sind spießig und unflexibel.
Eltern sind zu doof, um mit Technik umzugehen.
Jugendliche sind verantwortungslos.
Die Alten liegen dem Gesundheitssystem auf der Tasche.

Solche und viele weitere (Vor-)Urteile gibt es gegenüber allen Altersgruppen. Entweder man ist zu jung oder zu alt. Zum Teil werden solche Vorurteile von der Politik befeuert, von den Medien breitgetreten und am Stammtisch geschürt. Auch Filme/ Videos in Kino, im Fernsehen oder auf Youtube/ TikTok oder wie sie alle heißen, tragen dazu bei. Solche Spaltungen sind Gift für eine Gesellschaft und das menschliche Zusammenleben. Vielleicht steckt in der ein oder anderen Aussage ein Körnchen Wahrheit. Klar ist, dass man nicht einfach pauschalisieren sollte. Das ist immer verkehrt. Vielleicht bequem, aber nicht richtig.

Das Thema „jung und alt“ ist nicht unbekannt. Ich kenne es aus meiner ehemaligen Kirchengemeinde: Hier hat man versucht, einen Dialog zwischen uns (damals) Jugendlichen und den älteren Gemeindemitgliedern zu fördern. Es ist zwar teilweise gelungen, war aber kein Selbstläufer. Das ist sowas nie: Beziehungen sind immer „Arbeit“. Das gilt für eine Ehe (Ehe – Tipps und Tricks auf SalzUndLicht), die Beziehungen zu den Eltern oder Kindern (Ein guter Vater auf SalzUndLicht) oder Freundschaften (Freundschaft auf SalzUndLicht).

In Deutschland ist die Diskrimierung aufgrund des Alters verboten (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Doch lange vor dem Gleichbehandlungsgesetz hat sich schon die Bibel mit dem Thema „Alter“ beschäftigt. Und das über mehrere tausend Jahre hinweg – vom Alten bis zum Neuen Testament. Mal sehen, was wir von ihr lernen können.

P.S.: Man kann hier Klagen aus den letzten paartausend Jahren nachlesen: „5000 Jahre Kritik an Jugendlichen„. Es hat sich nicht viel geändert…

Alter

Von wegen „Alte“ gehören auf das Abstellgleis:

Noah war 500 Jahre alt, als er noch Nachwuchs bekam. Er baute danach die Arche, überlebte die Sintflut und starb mit 950 Jahren (1.Mose 5,32, 1.Mose 9,28-29).

Abraham war 75 Jahre alt, als er von Gott berufen wurde. Er war hundert und Sara war neunzig als sie noch Nachwuchs bekamen (1.Mose 17,17).

Aaron war 80 und Mose 83 Jahre alt, als sie vor den Pharao traten. Mose erlebte 40 Jahre Wüstenwanderung, bevor er starb (5.Mose 34,7).

Und auch heute gibt es Beispiele: Maria Prean gründet mit über 60 Jahren die Hilfsorganisation Vision for Africa – um nur eines zu nennen. Auch der amerikanische Präsident Joe Biden (*1942) ist kein Jüngling mehr.

Alt sein, heißt also nicht unbedingt, dass man nur noch rumliegt und nichts tun oder nichts mehr anfangen kann. Natürlich ist nicht jeder ein Mose oder eine Maria Prean. Manche sind einfach körperlich nicht mehr in der Lage, viel zu machen. Gott kann auch dich noch gebrauchen – du gehörst noch lange nicht zum alten Eisen!

Vorbilder

Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir’s verkünden, deine Ältesten, die werden dir’s sagen.

5.Mose 32,7

Ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.

2.Timotheus 1,5

Die älteren Männer halte dazu an, maßvoll, ehrbar und besonnen zu leben, gesund in ihrem Glauben, ihrer Liebe und ihrer Geduld. Die älteren Frauen fordere auf, ein Leben zu führen, wie es Gott Ehre macht. Sie sollen nicht klatschen und tratschen noch sich betrinken, sondern in allen Dingen mit gutem Beispiel vorangehen. So können sie die jungen Frauen dazu anleiten, dass sie ihre Männer und Kinder lieben, besonnen und anständig sind, ihren Haushalt gut versorgen, sich liebevoll und gütig verhalten und sich ihren Männern unterordnen, damit Gottes Botschaft durch sie nicht in Verruf gerät.

Titus 2,2-5 (HfA)

Jeder Mensch kann zum Vorbild dienen. Die obigen Bibelverse fordern speziell die älteren Menschen auf, GUTE Vorbilder zu sein…

im Glauben an Gott, denn die Kinder orientieren sich an dem, wie Opa, Oma, Papa, Mama im Glauben leben und merken schnell, wie wichtig er für sie ist.

in einer ordentlichen, gottgefälligen Lebensführung – siehe Titus 2,2-5.

im Übernehmen von Verantwortung – woher sollen junge Menschen lernen, wie man respektvoll mit Mitmenschen und der ganzen Schöpfung umgeht?

in der Dankbarkeit, für alles was man hat. Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Alles, was wir haben, kommt aus Gottes Gnade. Wenn man sich dessen bewusst wird, dass wir von Gott alles bekommen, was wir brauchen – auch in schlimmen Situationen – dann können wir dankbar werden. Wenn man nicht dankbar sein kann, dann führt der Weg irgendwann in die Verbitterung…

in der Weisheit. Ältere Menschen verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz – beruflich und privat. Sie dürfen den jungen Menschen helfen, diese Schätze zu heben, indem sie sich einbringen z.B. in Kirchengemeinden, Vereinen, am Arbeitsplatz oder sich einfach Zeit für die Kinder und Enkel nehmen. Ich fand es immer sehr spannend, wenn Opa oder Oma etwas aus ihrem Leben erzählt haben. Auch wenn ein Sprichwort sagt, dass man einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen kann, sollte man sich nicht entmutigen lassen – egal wie alt man ist, man kann immer noch an Weisheit zunehmen.

Jugend

Gott kennt dich!

Eines Tages sprach der HERR zu mir: »Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt, um mir allein zu dienen. Du sollst ein Prophet sein, der den Völkern meine Botschaften verkündet.« Ich aber erwiderte: »O nein, mein HERR und Gott! Ich habe keine Erfahrung im Reden, denn ich bin noch viel zu jung!« Doch der HERR entgegnete: »Sag nicht: Ich bin zu jung! Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir auftrage. Fürchte dich nicht vor ihnen, ich bin bei dir und werde dich beschützen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.«

Jeremia 1,4-8 (HfA)

Junge Menschen sind genauso wertvoll für Gott wie Erwachsene. Maria, die Mutter Jesu, war etwa 14 Jahre alt, als sie von Gott auserwählt wurde (Matthäus 1,18).

Du bist ein von Gott gewollter Mensch - er hat dich schon gekannt, da hatten deine Eltern noch nicht mal eine Idee von dir. Gott hat dich mit Absicht geschaffen – Er hat einen guten Plan für dein Leben. Der ist meistens nicht von Anfang an klar und oft würde ich mir auch wünschen, dass Gott so direkt zu mir redet, wie zu Jeremia. Aber meistens ist es nicht so leicht, seinen von Gott bestimmten Weg, die Aufgabe oder Berufung zu finden. Im Vertrauen auf Gott darfst du mutig den Weg gehen, den Er für dich bereitet hat. Das läuft auch nicht immer glatt und leicht, doch Gott ist immer mit dir. Auch wenn du jung bist…

Mahnende Worte

Widerstehe den Verlockungen und Leidenschaften, die jungen Menschen zu schaffen machen. Bemühe dich nach Kräften um ein Leben, das Gottes Willen entspricht und von Glauben, Liebe und Frieden bestimmt ist. Setze dich gemeinsam mit allen dafür ein, die den Herrn aufrichtig anbeten. Lass dich nicht auf törichte und nutzlose Auseinandersetzungen ein. Du weißt ja, dass sie nur zu Streit führen. Wer Gott dienen will, soll sich nicht herumstreiten, sondern allen Menschen freundlich begegnen, andere geduldig im Glauben unterweisen und bereit sein, auch Böses zu ertragen.

2.Timotheus 2,22-24 (HfA)

Die Welt hat für die jungen Menschen viel zu bieten. Es gibt unendlich viel zu entdecken. Vom Baby, das anfängt zu krabbeln und dann zu gehen und später dann den Teenie, der vielleicht die erste Liebe entdeckt. Es gibt spannende Berufe und viele schöne und interessante Plätze auf dieser Welt zu entdecken.

Doch leider hat die Welt nicht nur Schönes zu bieten und man kann leicht auf Abwege geraten. Die falschen Freunde, zur falschen Zeit am falschen Ort. Es gibt Streit, Mobbing, Konkurrenzkampf, Drogen. Auch und gerade im sexuellen Bereich gibt es viele Verlockungen und Verirrungen. Pornografie ist im Internet leicht zugänglich. Genau wie Gewalt und Lüge.

Es ist heute sicherlich nicht leicht, den richtigen Weg zu gehen. Das war es vermutlich nie. Deshalb schreibt Paulus an Timotheus. Es ist wichtig, sich an Gottes Gebote zu halten – Er hat sie uns gegeben, weil sie gut für uns sind und weil sie das Leben für jeden Menschen besser machen. Selbst wenn es nicht immer leicht ist, das Richtige zu tun, bemühe dich, nach Gottes Willen zu handeln. In der Bibel ließ Er niederschreiben, was Ihm wichtig ist.

Auch Menschen, die sich an Gott halten, passieren Fehler oder Unglücksfälle, aber sie wissen in solchen Momenten ist Gott da. Er gibt ihnen Kraft und Sicherheit und Er steht alles mit ihnen durch. Sie sind nicht alleine.

Zu jung?

Niemand hat ein Recht, auf dich herabzusehen, weil du noch so jung bist. Allerdings musst du für die Gläubigen ein Vorbild sein: in allem, was du sagst und tust, in der Liebe, im Glauben und in deinem aufrichtigen Lebenswandel.

1.Timotheus 4,12 (HfA)

Zu jung – nein! König David von Israel war vor seiner Salbung zum König der jüngste von acht Brüdern und ein Schafhirte. Doch Gott hat sein Herz erkannt und ihn zum neuen König von Israel gemacht (nachzulesen in 1.Samuel 16,1-23).

Vielleicht kommst du dir für eine Aufgabe zu jung und unerfahren vor und vielleicht lächeln die Älteren nur über dich. Doch wenn dich Gott an einen Platz stellt und dir eine Mission aufträgt, dann hat Er sich etwas dabei gedacht. Timotheus war recht jung, als er in einer Gemeinde Leitungsaufgaben übertragen bekam. Paulus ermutigt ihn, dass er trotz seiner Jugend ein Vorbild sein soll. Es ist nicht eine Frage des Alters, ob man etwas gut kann. Erstens liegt es an der Erfahrung in dem Bereich, in dem man tätig ist, und zweitens gibt Gott uns die nötige Ausrüstung, wenn wir für Ihn eine Aufgabe übernehmen. Das heißt nicht, dass alles immer super läuft. Im Gegenteil: Vielleicht spürst du Druck von vielen Seiten. Denke dabei daran: Gott unterstützt dich! Er hat einen Plan für dich!

Oder Jesus

Mit zwölf Jahren beeindruckt Er die Menschen in der Synagoge:

Als Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie wie gewohnt dorthin und nahmen ihn mit. […] Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel. Er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen aufmerksam zu und stellte Fragen. Alle wunderten sich über sein Verständnis und seine Antworten.

Lukas 2,42.46-47 (HfA)

Es gibt wohl kein „zu jung“…

Egal wie alt du bist, DU BIST WERTVOLL!

Wie umgehen?

Ich dachte: ›Lass erst die alten Männer sprechen, sie schöpfen aus reicher Erfahrung!‹ Doch auf den Geist im Menschen kommt es an, auf diese Gabe des Allmächtigen: Sie allein gibt ihm Weisheit! Nein, nicht nur die Betagten sind weise; man muss nicht im vorgerückten Alter sein, um zu begreifen, was richtig ist.

Hiob 32,7-9 (HfA)

Alte Menschen sind stolz auf ihre Enkelkinder, und Kinder sind stolz auf ihre Eltern.

Sprüche 17,6 (HfA)

HERR, wie kann ein junger Mensch leben, ohne sich dabei schuldig zu machen? Indem er sich nach deinem Wort richtet.

Psalm 119,9 (HfA)

Letztendlich ist egal wie alt du bist. Es ist so. Deshalb sollte dich niemand verurteilen. Das gleiche gilt für dich: Verurteile deine Mitmenschen nicht wegen ihrem Alter. Was können wir also tun, um Hürden zwischen den Generationen abzubauen?

  • Einander Respekt entgegenbringen – nicht abfällig über- und miteinander reden. (Philipper 2,3-4)
  • Miteinander reden und einander zuhören – das hilft, den Mitmenschen und seine Motive zu verstehen. Jeder hat seine Gründe für sein Handeln. So kann man Vorurteile abbauen. (Jakobus 1,19)
  • Dem anderen seine Handlungsfreiheit lassen – ein anderer Weg, als der eigene kann auch richtig sein, oh ja… Eine Handlung, die den Mitmenschen nützt oder zumindest nicht schadet und vor allem nicht gegen Gottes Gebote ist, ist ein guter Weg. (1.Korinther 6,12)
  • Den Mitmenschen lieben wie sich selbst (Matthäus 22,36-40).
  • Vater und Mutter ehren (siehe auf SalzUndLicht)
  • Die Kinder mit einbeziehen. „Opa, du brauchst mehr Sprit, wenn du schnell fährst.“ Manchmal wissen die Kleinen schon Bescheid!
  • Die Älteren nicht aufs Abstellgleis schieben, sondern sich ihre Lebenserfahrung zu nutze machen. Man muss nicht immer dieselben Fehler machen…
  • Wir jüngeren Menschen haben den älteren viel zu verdanken – es war ihre Arbeit, ihr Fleiß und ihre Entbehrungen, die uns ein gutes Leben ermöglichen. Sicher haben sie nicht alles richtig gemacht, aber können wir von uns behaupten, dass wir immer alles richtig machen?

Wenn jeder einen Schritt auf den anderen zugeht, dann ist der Anfang für ein besseres Miteinander gemacht. (Das sollten wir in allen Bereichen bedenken.)

Gott traut dir etwas zu und hat eine Aufgabe für dich, egal wie alt du bist!

Bibelstellen

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Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

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