Familienleben: Abtreibung – Teil II

Du hast mich mit meinem Innersten geschaffen, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen.

Psalm 139,13-15 (HfA)

Inhaltsverzeichnis

Zum Anfang

Wenn man über Abtreibung nachdenkt, merkt man schnell, dass das Thema sehr vielschichtig ist, daher habe ich zwei Teile draus gemacht. Beim Schreiben hab ich allerdings gemerkt, dass es wirklich nicht einfach ist, alle Facetten ausführlich zu beleuchten, deshalb verzeihe man mir bitte auftretende Unvollständigkeiten. Vielleicht gibt es mal einen Teil III. Vielen Dank!

Teil I beschäftigt sich mit…

…mit Fragen rund uns das Thema Leben und Entwicklung eines Kindes im Mutterleib, Menschenwürde, Gesetze und die Abtreibung an sich (zu Teil I).

In Teil II nimmt Themen wie…

…Verhütung, Krisensituationen, Pro Life/ Pro Choice auf und beschäftigt sich mit der Frage, was Jesus tun würde.

Verhütung

Manche sehen in der Abtreibung eine Möglichkeit der Geburtenkontrolle. Es gibt allerdings andere:

  • Enthaltsamkeit
  • Verhütungsmethoden wie die Pille, Kondome, Vasektomie, Spirale, usw.
  • sich bewusst sein, dass Sex bedeuten kann, dass dabei ein Baby entsteht
  • ein geordnetes Sexualleben

Manches davon ist nicht einfach. Doch als erwachsene, denkende Menschen besitzen wir Eigenverantwortung für unseren Körper und unser Leben – für alles was wir tun.

Wenn’s doch passiert

Egal, wie gut man aufpasst, kann es immer passieren, dass ein Kind entsteht. Es gibt Frauen, die sich darüber trotzdem freuen, aber für viele ist es erst einmal ein Schock mit dem sie umgehen müssen. Uns sollte bewusst sein, dass eine Abtreibung nicht die einzige Möglichkeit ist, mit einer ungewollten Schwangerschaft umzugehen.

Es gibt…

  • den Partner, Freunde und Familie, die beistehen können
  • es kann finanzielle Beratung und Hilfe gesucht werden
  • es gibt die Möglichkeit der Seelsorge – online, telefonisch, persönlich
  • man kann seine Lebensplanung anpassen
  • man kann Gott um Mut, Weisheit und Kraft bitten
  • es gibt Hilfe bei Überforderung: Babysitter, Haushaltshilfen, Ratgeber, Bücher, Beratungsstellen
  • man könnte das Kind bewusst zur Adoption freigeben, denn es gibt viele Paare, die keine Kinder bekommen können, aber welche möchten

Das Leben ist immer ein Risiko – egal wie man sich entscheidet, es kann richtig oder falsch sein. Die Konsequenzen wird in erster Linie erst einmal die Frau tragen müssen, die Schwangerschaftskonflikt steckt. Ich glaube, dass sich es 99% der Frauen nicht leicht mit der Entscheidung für oder wider eine Abtreibung machen. Das müssen auch wir/ die Männer, die Politik und die Gesellschaft respektieren.

Krisensituation

Falls Du gerade in der Situation steckst, dass Du ungewollt schwanger bist, dann habe ich einen Tipp für Dich: Wende Dich an die Organsation ProFemina (1000plus). Dort bekommst Du Hilfe.

Webseite: www.1000plus.net
Direkt zur Beratung: www.profemina.org

Meine Familie und ich haben die Menschen persönlich kennengelernt, als wir sie besucht haben und mit ihnen gesprochen haben. Bei ihnen findest du ein offenes Ohr und ein offenes Herz.

Kontroverse: Ist Abtreibung ein Menscherecht? Wie ist es mit dem Recht auf Leben des ungeborenen Kindes?

Wir werden uns immer über Abtreibung streiten. Es ist eine schwierige und umstrittene Entscheidung, und deshalb bin ich für Abtreibung, weil ich möchte, dass die Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen.

Hillary Clinton

Diese Diskussion wird von der Pro Choice Bewegung (für das Recht auf Abtreibung) und der Pro Life Bewegung (für das Leben des Kindes) seit vielen Jahrzehnten geführt. Zum Teil mit aller Härte. Ein Ende ist nicht in Sicht, wobei immer mehr Staaten auf der Erde ein Recht auf Abtreibung anerkennen.

Auf Wikipedia findest du zu beiden Bewegungen ausführliche Artikel:

Das von den Abtreibungsbefürwortern immer wieder vorgebrachte „My body, my choice“ gilt – das übersehen diese immer wieder – nur bis zum Zeitpunkt der Empfängnis. Ab der Empfängnis kann für die schwangere Mutter nur gelten: „Dein Leben, meine Verantwortung!“

aus einem Newsletter von Pro Life Europe

Mein Körper gehört mir!

My body, my choice

Ob Kinder oder keine, entscheiden wir alleine.

Slogans aus den 1970er Jahren

Was sagen Frauen, die das Kind behalten haben?

Meine Mutter wurde im Jahr 1957 vergewaltigt. Das und die daraus folgende Schwangerschaft war ganz furchtbar für sie, aber sie hat mich geboren und zur Adoption freigegeben (was dann direkt nach der Geburt emotional auch sehr schwer für sie war). Damit hat sie meine Adoptiveltern sehr glücklich gemacht und mich noch viel mehr! Meine Seele hat zwar auch Wunden durch das ursprüngliche Ungewolltsein erlitten, aber ich durfte und darf leben. Inzwischen habe ich 4 Kinder und 6 Enkelinnen. Ein großer Reichtum und ein großes Glück! Ich bin meiner leiblichen Mutter soooo dankbar. Sie hat es sich nicht leicht gemacht mit dieser Entscheidung umgeben von einer Gesellschaft, die damals ja noch viel intoleranter war. Ich empfinde, dass sowohl sie als auch meine sehr geliebten Adoptiveltern mir das Leben gerettet haben (leiblich und emotional) . Gott sei Dank dafür!!!“ (Kommentar von @claudiaotterpohl3879 zum Youtube-Video „Abtreibung: Menschenrecht oder Menschenrechtsverletzung? | Hartls Senf #19

Guten Tag, es ist sehr lieb, dass Sie nachfragen. Ich habe mich mittlerweile ganz klar für das Kind entschieden. Wie es aussieht war es nur der erste Schock, der mich in eine kurzzeitige Krise versetzt hat. Ich habe mich allerdings wieder gefangen und freue mich mittlerweile über die Schwangerschaft. Ich habe die volle Unterstützung meiner Familie und auch alles Weitere bekomme ich hin. Die Texte auf Ihrer Website haben mir bei meiner Entscheidung geholfen, indem sie mich bestärkt haben, auf mein Herz zu hören. Ich bedanke mich bei Ihnen. Viele Grüße, Alexandra“ (Babypost von 1000plus vom 27.09.2024)

Ich musste heute an Sie denken. Ich wollte mich noch einmal recht herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir so Mut gemacht haben. Heute feiern unsere Zwillinge ihren ersten Geburtstag und wir als Eltern sind unglaublich stolz, sie damals nicht abgetrieben zu haben. Vielen lieben Dank nochmal! Ich schicke liebe Grüße von uns an Sie, Zita“ (Babypost von 1000plus vom 27.09.2024)

Was sagen Frauen, die abgetrieben haben?

Frauen sprechen offen über ihre Abtreibung: „Schwangerschaftsabbruch darf keine Straftat mehr sein“ – Video von Stern TV auf Youtube.


Ich hatte im Alter von 14 Jahren eine Abtreibung ich ging auf ein Gymnasium und lebte bei meiner Oma weil meine beiden Eltern verstorben waren. Meine Oma war in Rente und ihrem Gehalt reicht kaum für uns zwei. Ich hatte keine Ahnung von Kindern und meine Oma auch nicht so wirklich. Will mir da hier irgendwer sagen das ist das beste für mich und das Kind gewesen wäre es zu bekommen?“ (Quelle: Kommentar von @annikakiefer9639 zum Youtube-Video „Sollten Schwangerschaftsabbrüche legalisiert werden? I 13 Fragen

Ein Dilemma auch für Ärzte

Nachdem der Bundestag auf Betreiben der Regierung legale Werbung für Abtreibung eingeführt hat, will Familienministerin Lisa Paus weitergehen. »Wir dürfen da nicht stehen bleiben«, kündigte sie in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel an (siehe Pressebericht hier). » Die verschiedenen medizinischen Methoden von Schwangerschaftsabbrüchen sollten zum Beispiel für Ärztinnen und Ärzte zur Ausbildung gehören.« Darüber habe sie bereits Gespräche mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geführt.“ (Quelle: Familienschutz.de)

Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.“ (Quelle: Hippokratischer Eid, Wikipedia)

Was würde Jesus zu einer Frau, die vor der großen Frage steht, sagen?

Ich möchte mir jetzt nicht anmaßen für Jesus zu sprechen, doch ich kann versuchen darzulegen, was ich aus dem Kontext der Bibel und vor allem aus Seinen Worten dazu finden und ableiten kann.

Ich weiß, dass sich Jesus gerade um die Schwachen und Ausgestoßenen gekümmert hat, die sonst keiner haben wollte: Unreine (Aussätzige, blutflüssige Frau), Zöllner (zu Gast bei ihnen, Matthäus, Zachäus), Bessene (Gerasener, mondsüchtiger Knabe), Armen, Witwen, Ehebrecher, Kranke, Blinde, Taube, Lahme … Kurz: Menschen, die in einer Notlage sind und Hilfe benötigen. Jesus würde einer Schwangeren, die nicht mehr weiter weiß, beistehen. und sie nicht alleine lassen.

Jesus weiß, was es heißt, alleine zu sein (am Kreuz), verraten worden zu sein ( Judas), am Pranger zu stehen und verurteilt zu werden (vor dem Hohen Rat), verleugnet zu werden (durch Petrus). Er weiß, wie sich jemand fühlt, der kurz vor dem Abgrund steht.

Jesus sagt, dass Gott unsere Gebete erhört – wir müssen Ihn nur bitten: „Bittet so wird euch gegeben„. Gott weiß, was wir benötigen, bevor wir es wissen. (Matthäus 6,8). Er kann uns Menschen in jeder Situation helfen und ganz sicher ist, dass Gott uns beisteht. In Psalm 50,15 steht: „Und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.

Aus der Situation, in der Jesus mit der Ehebrecherin sprach, die von Schriftgelehrten und Pharisäern gesteinigt werden sollte, können wir unter anderem diese zwei Dinge lernen: Erstens steht Er der Frau bei und zweitens verurteilt Er sie nicht, fordert sie aber auf, ihr Leben in die Griff zu bekommen (Johannes 8,2-11).

Für Jesus und Seinen Vater sind wir unglaublich wertvoll:

Welchen Wert hat schon ein Spatz? Man kann zwei von ihnen für einen Spottpreis kaufen. Trotzdem fällt keiner tot zur Erde, ohne dass euer Vater davon weiß. Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Darum habt keine Angst! Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Spatzenschwarm.

Matthäus 10,29-31 (HfA)

Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes und ein wertvolles Geschöpf für Ihn. Nicht nur die verzweifelte, werdende Mutter, sondern auch das ungeborene Kind.

Wir können uns an Gott wenden, denn Er hat Wege, wenn wir keine mehr sehr. Er lässt Tote auferstehen (Johannes 12,1), seine Gedanken sind größer als unsere (Jesaja 55,8-9) und bereitet Wege in der Wüste (Jesaja 43,19). Wenn wir Ihm vertrauen, ist Er bei uns – auch wenn alles um uns dunkel erscheint:

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Psalm 23,4 (LU17)

Gott hat voller Absicht das menschliche Leben geschaffen und Er hat sich jeden Menschen gewünscht.

Deshalb denke ich, dass Jesus diese Frau ermutigen würde, ihr Kind zu bekommen.

Persönliches Statement

Ich bin begeistert von Kindern – sonst hätten meine Frau und ich keine vier Kids bekommen. Sie alle bereichern mein Leben ungemein, auch wenn nicht immer alles easy ist und glatt läuft. Deshalb möchte ich jeder/ jedem Mut machen, „Ja“ zum Kind zu sagen. Jedes Kind hat eine Chance verdient.

Es ist nicht einfach, über das Thema Abtreibung zu schreiben. Ich bin für das Leben, aber ich will keine Frau verurteilen, die sich gegen ihr Kind entscheidet. Das steht mir nicht zu.

Auch wenn es auf der Welt nicht gerade toll aussieht – zumindest wenn man den Medien glaubt – und die eigene Situation nicht leicht ist, wenn man vor einem Berg von Problemen steht, so gibt es doch immer Hoffnung. Eine Hoffnung, die auf Jesus Christus gründet; eine Hoffnung, die nicht ins Leere zielt (Hoffnung auf SalzUndLicht).

Ich denke, dass es unglaublich wichtig ist, einer Frau, die nicht mehr weiter weiß, weil sie ungewollt schwanger ist, beizustehen. Deshalb bin ich sehr froh, dass es Organisationen wie 1000plus gibt, die sehr wertschätzend und mit viel Liebe und Geduld, Frauen in Not beistehen.

Abgesehen davon glaube ich, dass sich die Menschheit eines daran messen lassen muss, wie sie mit den Schwächsten unserer Gesellschaft – den Kindern, den Alten, den Behinderten, den Armen, den Kranken und auch den Ungeborenen – umgegangen ist.

Beiträge im Zusammenhang mit dem Thema auf SalzUndLicht

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

Ein Kommentar zu “Familienleben: Abtreibung – Teil II

  1. Sehr komplexe Themen Abtreibung für Frauen und Männer unterschiedliche Weise Wahrscheinlich Wahrgenommen, Weil in Amerika Gesellschaft und Politik Stark hochgeschaut damit Politik gemacht, Es Sehr Sinnvoll für Ärmsten Länder Wie Bangladesch Weil Nahrung Knappheit, Klimawandel, Armut und So weiter Risiko für Kind weltzubringen aber nicht für Deutschland oder Amerika nicht geeignet ist? Sie haben genug Geld für Kinder weitzubringen hier gibt für jeden eine Perspektive hast,aber Ärmere Ländern Sie habe keine Möglichkeit außer Abtreibung. Vielen Dank 😊
    Sehr gute Beiträge.

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