Buß- und Bettag 2024: Psalm 38

Zermürbt von Krankheit und Schuld
HERR, du lässt mich deinen Zorn spüren. Ich flehe dich an: Strafe mich nicht länger!

Deine Pfeile haben sich in mich hineingebohrt, deine Hand drückt mich nieder.

Weil ich unter deinem Strafgericht leide, habe ich keine heile Stelle mehr am Körper. Weil mich die Sünde anklagt, sind alle meine Glieder krank.

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen. Wie schwer ist diese Last! Ich breche unter ihr zusammen.

Wie dumm war ich, dich zu vergessen! Das habe ich nun davon: Meine Wunden eitern und stinken!

Gekrümmt und von Leid zermürbt schleppe ich mich in tiefer Trauer durch den Tag.

Von Fieber bin ich geschüttelt, die Haut ist mit Geschwüren übersät.

Zerschlagen liege ich da, am Ende meiner Kraft. Vor Verzweiflung kann ich nur noch stöhnen.

Herr, du kennst meine Sehnsucht, du hörst mein Seufzen!

Mein Herz rast, ich bin völlig erschöpft, und meine Augen versagen mir den Dienst.

Psalm 38,2-11 (HfA)

Man leidet förmlich mit, wie David unter seiner Schuld leidet. Innerlich und äußerlich ist er am Ende. Ihn macht es völlig fertig, dass er sich von Gott entfernt hat und dass er einen Riesenmist gebaut hat.

Abgründe

Mal ganz ehrlich: Hast Du schon mal so große Schuld empfunden und Dich vor Gott so geschämt, dass Du es David in Psalm 38 richtig nachempfinden kannst? War es schon mal für Dich schlimm, dass Du Gott vergessen hast? Hast Du gelogen und warst völlig fertig?

Ich muss sagen, dass ich so wie David gelitten hab, war noch nicht wirklich so. Vielleicht mal in den Anfangszeiten als Christ vor vielen Jahren. Aber wenn wir ehrlich sind, sind wir doch Profis, dass wir unsere Taten und Worte rechtfertigen, innerlich schönreden, relativieren oder fromme Ausreden dafür finden. Ich hab jetzt nicht die Wahrheit gesagt, weil ich den anderen nicht verletzen wollte. Dabei waren wir einfach nur feige und wollten einen möglichen Konflikt umschiffen. Oder wir verbiegen Gottes Wort aus der Bibel so, dass es zu unserer Lebensweise passt und sich schön christlich anhhört – dabei wissen wir eigentlich ganz genau, was richtig und was falsch ist. Vielleicht ist auch all unser christliches Reden in der Gemeinde nur eine Fassade, damit wir nicht anecken oder Menschen etwas Schlechtes von uns denken. Vielleicht haben wir Angst vor Ablehnung. Immer wieder suchen wir Mittel und Wege, die unser Handeln rechtfertigen.

Ja, da tun sich Abgründe auf.

Gewissenlos?

Und was tut das Gewissen. Erst schreit es auf, doch es wird immer leiser und leiser und schließlich – verstummt es. Wir sind ganz weit weg von einem David, den seine Sünde umtreibt. Und ganz weit weg von Gott und Seinem Willen.

Es geht nicht darum, vor Sünden verzehrt auf dem Boden umherzukriechen, denn uns kann sie ja durch Jesus vergeben werden, sondern dass wir nicht leichtfertig sündigen. Denn die Sünde trennt uns von Gott und das ist das Schlimmste, was uns passieren kann.

Der einzige Weg, die Sünde im Leben zu besiegen, ist sie beim Namen zu nennen, vor Gott und den Menschen zu bekennen und den Opfertod Jesu am Kreuz für uns in Anspruch zu nehmen. Bitten wir wie David in Psalm 38:

HERR, verlass mich nicht! Mein Gott, bleib nicht fern von mir! Komm und hilf mir schnell! Du bist doch mein Herr und mein Retter!

Psalm 38,22-23 (HfA)

Letzten Mittwoch war Buß- und Bettag und diesen Tag nutze ich gerne, um über das Thema Buße nachzudenken.

Dazu gehört, dass wir die Sünden herzlich
erkennen, vor Gott und in gewissen Fällen auch vor Menschen bekennen,
bereuen, hassen und lassen und im Glauben an Jesus Christus in einem neuen
Leben wandeln.

Martin Luther (über das Buße tun)

Ich möchte Dich ermuntern, in Deinem Leben zu forschen, was Dich von Gottes Weg abbringt, was Dich behindert und welche versteckten Sünden in Dir lauern. Denk drüber nach, welche Strategien Du verwendest, um Dein Gewissen zu beruhigen. Bring das alles zu Jesus. Er wird Dir vergeben!

Sei gesegnet!

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