Engel III – Irdische Auswirkungen

Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.« Maria erschrak über die Worte des Engels und fragte sich, was dieser Gruß bedeuten könnte. »Hab keine Angst, Maria«, redete der Engel weiter. »Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt.

Lukas 1,28-30 (HfA)

Letzte Woche haben wir uns mit Engelsbegegnungen im Alten Testament beschäftigt – da waren echt krasse Berichte dabei, wie die Zerstörung der Städte Sodom und Gomorra, Hagars Flucht, Abrahams Opfer oder Bileams Esel, der einen Engel zuerst noch vor seinem Herrn sah.

Im Neuen Testament finden wir einige Begegnungen von Engeln mit Menschen. Vor allem im Umfeld Jesu und der Apostel. Die schauen wir uns heute an.

Engel und Jesus

Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«.

Jesaja 9,5 (HfA)

Gottes Liebe zu uns ist für alle sichtbar geworden, als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch ihn leben können.

1. Johannes 4,9 (HfA)

Kein Ereignis in der Geschichte der Menschheit war so prägend, wie die Geburt und das Leben Jesu. Es war Gottes Plan, Ihn auf die Erde zur Erlösung der Menschheit zu senden. Gerade wegen dieser Wichtigkeit war Jesu Leben auf dieser Welt von Anfang an von Engeln begleitet.

Die Ankündigung von Jesu Geburt

Viele Propheten im Alten Testament kündigten hunderte Jahre vor Jesu Geburt das Kommen des Messias an. Das jüdische Volk, geplagt von Gefangenschaft und Besatzung, wartete lange auf ihn. Und dann, um das Jahr 0 unserer Zeitrechnung war es endlich soweit:

Elisabeth [Mutter von Johannes, dem Täufer, Anm. d. A.] war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. Dort sollte er eine junge Frau namens Maria aufsuchen. Sie war noch unberührt und mit Josef, einem Nachkommen von König David, verlobt. Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.« Maria erschrak über die Worte des Engels und fragte sich, was dieser Gruß bedeuten könnte. »Hab keine Angst, Maria«, redete der Engel weiter. »Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Er wird mächtig sein, und man wird ihn Sohn des Höchsten nennen. Gott, der Herr, wird ihm die Königsherrschaft seines Stammvaters David übergeben, und er wird die Nachkommen von Jakob für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.« »Wie soll das geschehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich habe ja noch nie mit einem Mann geschlafen.« Der Engel antwortete ihr: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird sich an dir zeigen. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. […]»Ich will mich dem Herrn ganz zur Verfügung stellen«, antwortete Maria. »Alles soll so geschehen, wie du es mir gesagt hast.« Darauf verließ sie der Engel.

Lukas 1,26-31 (HfA)

Eine verlobte Frau, die vor ihrer Hochzeit schwanger wurde – noch dazu nicht vom Bräutigam! – war damals eine Katastrophe. Wie sollte Maria Josef ihre Schwangerschaft erklären? Was sollte sie tun? Doch Gott kümmert sich um alles!

Josef war ein Mann, der sich an Gottes Gebote hielt, er wollte Maria aber auch nicht öffentlich bloßstellen. So überlegte er, die Verlobung stillschweigend aufzulösen. Noch während er darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn und sagte: »Josef, du Nachkomme von David, zögere nicht, Maria zu heiraten! Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn zur Welt bringen, den sollst du Jesus nennen (›Der Herr rettet‹). Denn er wird die Menschen seines Volkes von ihren Sünden befreien.

Matthäus 1,19-21 (HfA)

Einige Gedanken…

Wenn dir Gott einen Auftrag gibt, bereitet Er auch alles vor. Er kümmert sich um das Drumrum und Er sagt dir, was deine Aufgabe sein soll. Er hat im Voraus alle Schwierigkeiten im Blick und räumt sie aus. Dein Job: Vertraue auf Gott!

In der Frau Maria wächst der kleine Jesus heran. Sie bringt den Sohn  Gottes auf die Welt und dieser erlebt sozusagen hautnah, was es heißt ein Mensch zu sein. Gott ist nicht ferne von und hat keine Ahnung davon, wie es uns geht – im Gegenteil! Er ist ein Gott, der uns in Jesus ganz nahe gekommen ist.

Spannend finde ich, dass nicht Maria, sondern Josef den Sohn Gottes benennen soll. Maria wird der zwar mitgeteilt, aber Josef gibt den Namen (Matthäus 1,25: „Josef gab ihm den Namen Jesus“) Adam hat schon die Tiere im Paradies benannt. Das ist eine der Aufgaben von uns Männern – wir stiften Identität! Wir sprechen Worte in das Leben unserer Frau, unserer Kinder, unserer Freunde, Kollegen und Nachbarn. Diese Wort können wertschätzend, ermutigend und aufbauend sein und eine gesunde Identität fördern („Du bist eine wunderschöne Frau!“) oder sie können abwertend, gemein und verletzend sein und das Leben des Menschen negativ beeinflussen („Du kannst nichts!“)

Bemerkung

Gott schickt den Engel Gabriel („Gott ist meine Stärke“), um Jesu Geburt anzukündigen. Einer den wenigen Engel, die in der Bibel mit Namen genannt werden.

Exkurs

Auch Zacharias, der Vater von Johannes, dem Täufer, wurde von Gabriel besucht, nur war seine Reaktion eher ungläubig, deshalb wurde er mit Stummheit geschlagen, bis Johannes auf der Welt war. Siehe Lukas 1,11-13.

Verkündigung von Jesu Geburt

Stille Nacht! Heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht Durch der Engel Halleluja, Tönt es laut bei ferne und nah: Christus, der Retter, ist da! Christus, der Retter ist da!

Strophe 6 des Liedes „Stille Nacht“ von Franz Xaver Gruber/ Josef Mohr

Die Medien fiebern auf das große Ereignis hin. Wann kommt der neue Thronfolger des britischen Königshauses auf die Welt? Wie wird er heißen? Und als es dann soweit ist, sitzen Millionen vor dem Fernseher und sehen diesem weltbewegenden Ereignis gespannt zu.

Tja. Vor 2000 Jahren gab es noch kein Fernsehen und keine Klatschpresse. Und von einem Königspalast sind wir weit entfernt – nur ein kleiner Stall in Bethlehem. Keine Krone, kein Glitzer, kein Gold, keine Pracht. Doch was die „himmlischen Massenmedien“ den Menschen verkünden, hat eine welt- und zeitumspannende Tragweite:

In dieser Nacht bewachten draußen auf den Feldern vor Bethlehem einige Hirten ihre Herden. Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!« Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.«

Lukas 2,8-14 (HfA)

Das muss schon ein krasses Erlebnis für die Hirten gewesen sein. Unglaubliches ist passiert! Einen Engelschor sieht man nicht alle Tage und die Hirten fragten sich vermutlich, ob das alles echt ist, was sie gesehen haben. Dann entschließen sie sich, der Sache auf den Grund zu gehen und machen sich auf den Weg zum Stall in Bethlehem. Sie prüfen das Gehörte, teilen es Maria mit, die ihre Worte in ihrem Herzen behält. Dann sind die Hirten wieder weg.

Für Gott musst du nicht reich sein oder etwas Besonderes geleistet haben. Du brauchst keinen Nobelpreis oder eine Hauptrolle im nächsten Hollywoodblockbuster.  Gott kommt für alle Menschen auf diese Welt. Für die Reichen, aber besonders für die Armen, Ausgeschlossenen, Traurigen, Versager, Mutlosen, Kraftlosen, Hilflosen, Zerbrochenen. Ihnen offenbart Er sich gerne, weil sie Ihn besonders brauchen, weil sie demütig sind und nicht stolz auf ihre eigenen Leistungen sein können.

Gott ist denen nahe, die ein gebrochenes Herz haben und die verzweifelt sind.

Psalm 34,19 (HfA)

Fluchthelfer

Nicht alle waren begeistert, dass Jesus auf die Welt kam. König Herodes sah in Ihm eine Bedrohung für sein Königtum – Sterndeuter aus dem Osten bringen ihm die Kunde von dem Stern und seiner Bedeutung, dass ein König geboren wurde. Daraufhin lässt Herodes alle Jungen aus der Gegend um Bethlehem, die zwei Jahre oder jünger waren, umbringen (Matthäus 2,16). Doch Gott lässt Josef warnen:

Nachdem die Sterndeuter fortgezogen waren, kam ein Engel des Herrn im Traum zu Josef und befahl ihm: »Steh schnell auf und flieh mit dem Kind und seiner Mutter nach Ägypten! Bleibt so lange dort, bis ich dir etwas anderes sage, denn Herodes lässt das Kind suchen und will es umbringen.« 

Matthäus 2,13 (HfA)

Als Herodes gestorben war, hatte Josef in Ägypten einen Traum. Darin erschien ihm wieder ein Engel des Herrn und befahl ihm: »Steh auf und kehre mit dem Kind und seiner Mutter heim nach Israel! Die Leute, die das Kind umbringen wollten, sind tot.«

Matthäus 2,19-20 (HfA)

Wieder bringt ein Engel eine gute Nachricht für die kleine Familie. Sie sollen aus Ägypten zurück nach Israel reisen. Damit wird eine Voraussage von dem Propheten Hosea 11,1 erfüllt, dass „der Sohn aus Ägypten gerufen“ wurde. Sehr spannen.

In schwerer Stunde

Engel sind nicht nur Boten, sondern können auch verschiedene Dienste übernehmen. Jesus darf das lernen, als Er im Garten Gethsemane vor Seiner Verhaftung betet:

Dort angekommen sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass ihr der kommenden Versuchung widerstehen könnt!«  Er entfernte sich ein kleines Stück von ihnen, kniete nieder und betete: »Vater, wenn es dein Wille ist, dann lass diesen bitteren Kelch des Leidens an mir vorübergehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.« Da erschien ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft.

Lukas 22,40-43 (HfA)

Er muss wirklich extrem im Gebet gerungen haben und war sehr erschöpft. Wenn Jesus als Sohn Gottes schon so im Gebet kämpft, wieviel mehr sollten wir es tun? Ein Vater-unser am Sonntag in der Kirche und ein „Vielen Dank für’s Essen“ ist nicht gerade ein lebendiges Gebetsleben. Gott möchte zu uns eine Beziehung haben. Und eine Beziehung kann nur wachsen, wenn kommuniziert wird. Wir dürfen Gott im Gebet ALLES sagen, was uns bedrückt und Ihm zuhören, was Er uns zu sagen hat. Mir wird mehr und mehr bewusst, wie wichtig das Gebet ist. Mit dem Gebet pflegen wir nicht nur die Beziehung zu Gott, sondern sprechen in die unsichtbare Welt. Wir bereiten den Weg für unser Handeln und legen alles, was wir tun und denken, in Gottes Hand.

Am Grab Jesu

Mit dem Tod ist es zu Ende. Sollte man meinen. Doch Jesus stellt diese Behauptung auf den Kopf: Er besiegt den Tod und wird wieder lebendig. Nachdem Er die Schuld der Welt auf sich geladen und ein für alle Mal den Tod besiegt hatte.

Maria Magdalena und Maria ahnen noch nicht, was ihnen bevorstehen würde. Sie machen sich auf den Weg zum Grab Jesu, um ihn zu reinigen und zu salben, doch:

Plötzlich fing die Erde an zu beben. Ein Engel des Herrn war vom Himmel herabgekommen, hatte den Stein vor dem Grab beiseitegewälzt und sich daraufgesetzt. Er leuchtete hell wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachposten stürzten vor Schreck zu Boden und blieben wie tot liegen. Der Engel wandte sich an die Frauen: »Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden, wie er es vorhergesagt hat! Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat.

Matthäus 28,2-6 (HfA)

Es muss ein spannender Anblick gewesen sein, wie der Engel einfach so auf dem Stein vor dem Grab saß. Fast sieht man ihn, die Beine baumeln lassend mit einem Strohhalm im Mund vor dem geistigen Auge. Er verkündet den Frauen als erstes die wichtigste Botschaft der Welt: Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden! Das ist Ostern!

Parallelstellen: Johannes 20,11-13, Lukas 24,4-7

Himmelfahrt

Nach Seiner Auferstehung begegnet Jesus noch vielen Menschen. Auch mit Seinen Jüngern ist Er noch eine Weile unterwegs. Doch irgendwann ist auch diese Zeit zu Ende – Jesus verlässt als Mensch diese Erde.

Noch während sie wie gebannt zum Himmel schauten und Jesus nachblickten, standen auf einmal zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. »Ihr Galiläer«, sprachen sie die Jünger an, »was steht ihr hier und starrt nach oben? Gott hat Jesus aus eurer Mitte zu sich in den Himmel genommen; aber eines Tages wird er genauso zurückkehren, wie ihr ihn gerade habt gehen sehen.« 

Apostelgeschichte 1,10-11 (HfA)

Dieser Abschied ist nicht für immer. Erstens schickt Jesus den Heiligen Geist zu Seinen Nachfolgern (Pfingsten!). So ist Er in uns gegenwärtig, wenn wir Sein Gnadengeschenk der Erlösung von den Sünden annehmen. Zweitens wird Jesu wiederkommen – so wie in Vers 11 angekündigt und wie in der Offenbarung zu lesen ist. Dieses Mal nicht als kleines Baby in einem Stall, sondern als ein König! Das Kommen Jesu wird das Ende der Welt bedeuten, wie wir sie kennen. Gott wird in dieser sogenannten „Endzeit“ die Menschheit richten und eine neue Welt erschaffen. Keiner wird Jesus mehr ignorieren können, wie viele es heute tun. Wir haben noch die Möglichkeit der Entscheidung für oder gegen Jesus. Für das Leben oder den ewigen Tod. Gott ist nicht nur Gnade, sondern auch Gerechtigkeit. Wir werden selbst für unsere Schuld bezahlen müssen, die wir Ihm oder anderen Menschen gegenüber haben. Aber das können wir nicht. Nur wenn Jesus selbst für uns bezahlt, ist die Rechnung beglichen. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott als Jesus – keine andere Religion, keine Bestechung, keine guten Taten. Nur Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch Ihn (Johannes 14,6).

Siehe auch:

Ende Gelände auf SalzUndLicht

Die Hütte Gottes bei den Menschen auf SalzUndLicht

Engel und Apostel

In der Apostelgeschichte, die zeitlich nach den Evangelien kommt und die Ausbreitung der Botschaft von Jesus und die Gründung der ersten christlichen Gemeinden erzählt, kommen immer wieder Engel vor.

Petrus – Du kommst aus dem Gefängnis frei

Ein Botschafter Christi zu sein, war in der jüdisch geprägten Welt sehr gefährlich. Die Jünger wurden verfolgt und unter anderem auch ins Gefängnis geworfen. Doch das Evangelium lässt sich nicht einmal durch Gitterstäbe aufhalten:

Plötzlich betrat ein Engel des Herrn die Zelle, und Licht erfüllte den Raum. Der Engel weckte Petrus, indem er ihn anstieß, und sagte zu ihm: »Steh schnell auf!« Sofort fielen Petrus die Ketten von den Handgelenken. »Binde deinen Gürtel um und zieh deine Schuhe an«, befahl ihm der Engel. »Nimm deinen Mantel und folge mir!« Petrus verließ hinter dem Engel die Zelle. Aber die ganze Zeit über war ihm nicht klar, dass all dies wirklich geschah. Er meinte, er hätte eine Vision. Sie gingen am ersten Wachposten vorbei, dann am zweiten und kamen schließlich an das schwere Eisentor, das zur Stadt führte. Es öffnete sich wie von selbst vor ihnen. Nun hatten sie das Gefängnis verlassen und bogen in eine schmale Straße ein. Da verschwand der Engel, und erst jetzt begriff Petrus: »Der Herr hat mir tatsächlich seinen Engel geschickt, um mich aus der Gewalt von Herodes zu retten. Die Juden werden vergeblich auf meine Hinrichtung warten.«

Apostelgeschichte 12,7-11 (HfA)

Für Gott gibt es keine Gefängnisse und keine Mauern. Er kann sie einfach überwinden. Ob Er immer Engel als Helfer schickt, ist nicht gesagt. Er hat auch andere Möglichkeiten.

Die meisten von uns waren noch nie im Gefängnis – vermutlich nicht mal zu Besuch. Allerdings sind wir oft Gefangene in den Gefängnissen, die wir uns selbst errichten: Smartphone-Sucht, Stress und Hektik im Job und in der Freizeit, Hass- und Gewaltspiralen, Streit, andere Süchte, Selbstzweifel, … viele Dinge nehmen uns gefangen und sie tun uns nicht gut. Sie zerstören uns auf Dauer und schränken unsere Freiheit ein. Vielleicht lassen sie uns Taten begehen, die wir eigentlich nicht wollen. Oder sie stehlen uns die Zeit, die wir für wichtigere Angelegenheiten bräuchten.

Die gute Nachricht ist, dass es nicht so bleiben muss! Gott kann uns frei machen – erstens von unsere Sünde und Schuld und zweitens von all den Dingen, die uns gefangen nehmen. Wir dürfen Ihm alles im Gebet bringen und Er wird sich drum kümmern. Wir dürfen die Hilfe unsere Glaubensgeschwister im Gebet/ in der Seelsorge in Anspruch nehmen. Niemand muss so bleiben wie er/ sie ist!

Zum Nachdenken

Spannend ist auch die Geschichte um die Befreiung von Petrus herum: Die Gemeinde betet für seine Befreiung. Als er dann tatsächlich an die Tür klopft, können sie es erst mal nicht glauben und denken, ein Engel steht vor ihnen. Siehe Apostelgeschichte 12. Aber bevor wir die Ungläubigkeit und die Blindheit der Gemeinde belächeln: Geht es uns nicht manchmal auch so, dass wir nicht glauben, was wir beten oder nicht sehen was Gott tut bzw. getan hat?

Siehe auch: Apostelgeschichte 5,17-23

Gefängnis in Uganda: Uganda 2023 – besondere Erlebnisse (weiter unten im Beitrag)

Hauptmann Kornelius

Kornelius war ein frommer Mann. Aber er war kein Jude, sondern der Hauptmann der Italischen Kohorte. Ein gläubiger Mensch, aber kein Jude. Doch ihm begegnet ein Engel:

Dieser Mann hatte eines Tages gegen drei Uhr nachmittags eine Vision. Er sah deutlich, wie ein Engel Gottes bei ihm eintrat. »Kornelius!«, rief der Engel. Erschrocken sah Kornelius auf und fragte: »Was willst du, Herr?« Da antwortete ihm der Engel: »Gott hat deine Gebete gehört und weiß, wie viel Gutes du den Armen tust. Deshalb schick ein paar Leute nach Joppe. Sie sollen sich dort nach einem Simon Petrus erkundigen und ihn bitten, zu dir zu kommen. Er wohnt gerade bei dem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt.« 

Apostelgeschichte 10,3-6 (HfA)

Kornelius ist gehorsam und schickt einige Getreue zu Petrus. Als sie in der Nähe sind, war der gesuchte Petrus auf dem Dach eines Hauses, um zu beten und er wurde hungrig. In dem Moment kam Gottes Geist über ihn und zeigte Petrus ein Gefäß mit allen möglichen Tieren, die er essen sollte. Reine und unreine Tiere. Petrus als Judenchrist hielt sich an die Speisegebote, doch Gott sagte ihm, dass nichts unrein ist, was von Gott kommt. Jetzt fragt man sich erst mal, was dieser Einschub soll… Aber das wird gleich klar. Kurz drauf erscheinen die Boten des Kornelius und Petrus geht mit ihnen zurück in Kornelius‘ Haus. Dort trifft er auf alle möglichen Leute: Nichtjuden! Und eigentlich sollte ein Jude keinen Umgang mit ihnen pflegen – doch plötzlich macht die Vision von Petrus Sinn! Ihm fällt wie Schuppen von den Augen:

Da begann Petrus zu sprechen: »Jetzt erst habe ich wirklich verstanden, dass Gott niemanden wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt. Alle Menschen sind ihm willkommen, ganz gleich, aus welchem Volk sie stammen, wenn sie nur Ehrfurcht vor ihm haben und so leben, wie es ihm gefällt.

Apostelgeschichte 10,34-35 (HfA)

(P.S.: Es sind sogar Nichtjuden mit den Israeliten aus Ägypten geflohen! Siehe 2.Mose 12,38)

Und dann werden diese Nichtjuden sogar noch mit dem Heiligen Geist getauft! Das ist der Beginn des christlichen Glaubens für ALLE Völker und Menschen (auch Heidenchristen genannt) – das jüdische Volk hat Jesus zwar „zuerst bekommen“, aber nicht exklusiv. Das Evangelium für die ganze Welt ist möglich! Doch sind wir Christen sind kein Ersatz für das Volk Israel! Würde Gott die Juden fallen lassen, weil viele von ihnen Jesus nicht als Messias (an-)erkennen? Nein! Wir Christen sind aufgepfropft als „wilder Ölzweig“ in den Ölbaum Israels (Römer 11,11-24). Unsere Geschichte ist nun Teil der Geschichte von Gottes Volk! Wir gehören als Christen zur Familie der Juden und deshalb ist es unsere Pflicht, vor allem in der aktuellen Situation mit Israel/ Hamas/ Iran/ Gaza, für Gottes Volk im  Gebet einzustehen und es zu segnen!

Die ganze Geschichte von Kornelius ist in Apostelgeschichte 10 nachzulesen.

Paulus – eine letzte Reise

In der letzten Nacht stand neben mir ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene.  Er sagte: ›Fürchte dich nicht, Paulus. Du wirst vor den Kaiser gebracht werden, so hat Gott es bestimmt, und auch alle anderen auf dem Schiff wird Gott deinetwegen am Leben lassen.‹ Deshalb habt keine Angst! Ich vertraue Gott. Es wird sich erfüllen, was er mir gesagt hat. Wir werden auf einer Insel stranden.« 

Apostelgeschichte 27,23-26

Der Apostel Paulus ist als Gefangener auf dem Weg nach Rom mit insgesamt 276 Personen auf einem Schiff, dass seit Tagen im Sturm treibt. Paulus riet vor der Abfahrt, auf Kreta zu bleiben und dort zu überwintern, aber der Kapitän stach trotzdem in See. Dann kam der Sturm. Die Menschen bekamen es mit der Angst zu tun, doch Paulus bleibt ruhig: Ein Engel brachte ihm Gottes Zusage, dass er in Rom zum Kaiser gebracht werden würde – und Gott hält Seine Versprechen, egal wie die Situation augenscheinlich aussieht. Das ist, was wir immer im Hinterkopf, nein, besser im Herzen, behalten dürfen:

Engel heute

Die Schutzengel unseres Lebens fliegen manchmal so hoch, dass wir sie nicht mehr sehen können, doch sie verlieren uns nie aus den Augen.

Jean Paul

Das waren also Begegnungen mit Engeln aus dem Neuen Testament. Die Frage ist, ob es auch heute noch sowas gibt? Möglich ist es auf jeden Fall! Warum auch nicht? Gott hat heute immer noch etwas zu uns zu sagen. Er spricht auf vielfältige Weise – warum sollte das nicht durch seine Boten, die Engel, sein?

Es ist eine Tatsache, dass es die unsichtbare Welt gibt, zu der auch die Engel gehören – sie wurden nicht mit dem Kommen des Heiligen Geistes abgeschafft. Paulus schreibt:

Vergesst nicht, Gastfreundschaft zu üben! Denn ohne es zu wissen, haben manche auf diese Weise Engel bei sich aufgenommen.

Hebräer 13,2 (HfA)

Ich hab zwar noch keine Engel als Lichtgestalten gesehen, doch ich glaube, dass meine Familie und ich unsere Schutzengel haben – vor allem wenn ich sehe, wie meine Kids immer wieder krasse Stürze oder ähnliches hatten, und danach nur ein paar Schrammen blieben. Da hat jemand auf uns aufgepasst. Wir sehen ja nur was vor unseren Augen geschieht, das andere, was passiert, nicht. Ich kenne Menschen und habe Geschichten von Menschen gehört, denen ich vertraue, die Engeln begegnet sind. Wir sollten unseren Glauben an Gott nicht einschränken, indem wir die Realität der Engel belächeln oder für unmöglich halten. Doch die Engel sind und bleiben die Boten und Diener Gottes. Wir sollen sie nicht anbeten. Und ein „Glücksengel“ oder „Schutzengel“ als Kettchen um den Hals wird nichts bringen.

Denn Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

Psalm 91,12 (HfA)

Engel haben Einfluss auf unser Leben – das war früher so, warum sollte es heute anders sein? Und: Gott wird Engel schicken, wenn du sie brauchst!

Zum Schluss

Ich weiß, dass es drei lange Texte waren, doch die Engel sind so vielfältig in die Bibel eingebunden, dass es mit ein paar wenigen Sätzen nicht getan ist. Ich danke dir auf jeden Fall für’s Durchhalten!

Wir durften lernen, was Engel sind, welche Aufgaben sie haben, dass sie keine netten, kleinen Pummelchen sind, sondern Kämpfer oder auch in Menschengestalt auftreten. Abraham, Lot und Jakob haben mit Engeln gesprochen, Paulus und Petrus wurden von ihnen aus dem Gefängnis befreit. Und am Ende der Zeiten wird es gewaltige „Engelserscheinungen“ geben – nämlich dann, wenn Jesus wiederkommt. Und auf eines können wir uns immer verlassen:

Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt. 

Römer 8,38-39 (HfA)

Vielen Dank für’s Lesen und eine gesegnete Weihnachtszeit!

Ein Kommentar zu “Engel III – Irdische Auswirkungen

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