Familienleben: Stammbäume

Dies ist das Verzeichnis der Nachkommen von Adam: Als Gott die Menschen schuf, machte er sie nach seinem Ebenbild. Er schuf sie als Mann und Frau, segnete sie und nannte sie »Mensch«. Adam war 130 Jahre alt, als er einen Sohn zeugte, sein Ebenbild, das ihm sehr ähnlich war. Er nannte ihn Set. Danach lebte er noch 800 Jahre; ihm wurden noch weitere Söhne und Töchter geboren, bis er im Alter von 930 Jahren starb. Set war 105 Jahre alt, als er Enosch zeugte. Danach lebte er noch 807 Jahre; ihm wurden noch weitere Söhne und Töchter geboren, […]

1.Mose 5,1ff (HfA)

Wir kennen unsere Eltern, unsere Großeltern. Manche von uns sogar noch ihre Urgroßeltern. Je weiter man zurückgeht bei den Vorfahren, desto dünner wird die Datenlage. Vor vielen Jahren habe ich mich mal mit meiner Familiengeschichte beschäftigt – hauptsächlich deswegen, weil ein entfernter Verwandter sehr viel Ahnenforschung betrieben und mir Daten überlassen hatte. Das war sehr spannend zu sehen, dass der Stammbaum mütterlicherseits bis 1545 zurückverfolgt werden konnte. Von einigen meiner Vorfahren waren sogar noch die Berufe bekannt. Leider hab ich keinen König oder wenigstens einen Fürsten im Stammbaum…

Das Titelbild ist übrigens ein Aquarell meines Großvaters.

Biblischer Stammbaum

Konrad Weber aus Gelterkinden in der Schweiz hat akribisch diesen Stammbaum fast aller Personen der Bibel zusammengestellt. Insgesamt 1698 Personen, davon 125 Frauen, 50 Könige, 25 Völker, … Siehe hier.

Wer schon mal die Bibel studiert hat, trifft unweigerlich auf einen Menge Stammbäume – vor allem in den Büchern der Chronik, in 1.Mose oder auch in den Evangelien. Diese Abschnitte zu lesen, ist oft eine große Herausforderung. Namen über Namen. Manchmal ein paar interessante Hinweise, was diese oder jene Person gemacht hat. Zum Beispiel Tubal-Kain, der erste in der Bibel erwähnte Handwerker (1.Mose 4,22). Aber eigentlich scheinen sie staubtrocken.

Da fragt man sich, warum diese „Geschlechtsregister“, wie sie auch genannt werden, in der Bibel stehen. Gedanken dazu…

Von Adam (der erste Mensch) bis Noah (der mit der Arche und der Sintflut) findet man den Stammbaum in 1.Mose 5. Spannend ist, dass die Menschen der Flut ein extrem hohes Alter erreichen z.B. Methuschelach wurde 969 Jahre alt. Die Sintflut war ein extremes Ereignis, das nur wenige Menschen überlebten. Von Noahs Söhnen Sem, Ham und Jafet stammen letztendlich alle Völker ab. Das ist zum Beispiel in 1.Chronik 1,1-54 oder 1.Mose 10 beschrieben. Oder die Vorfahren des Namesgebers der Mose-Bücher stehen hier: 2.Mose 6,14-27.

Meistens enthalten die Stammbäume die Namen der männlichen Familienoberhäupter – aber auch immer wieder werden Frauen erwähnt.

Das Land Kanaan westlich des Jordan wurde unter die übrigen neuneinhalb Stämme aufgeteilt. Der Priester Eleasar, Josua und die Stammesoberhäupter losten aus, welcher Stamm welches Gebiet erhalten sollte. So hatte es der HERR durch Mose befohlen. Zweieinhalb Stämme hatten bereits östlich des Jordan Grundbesitz erhalten. Nur den Leviten wurde kein Land zugeteilt. 

Josua 14, 1-3 (HfA)

Ab Josua 13 geht es um die Verteilung des Landes Kanaan. Gott ordnet selber an, welcher Stamm wo siedeln soll. Den einzelnen Sippen werden Orte zugewiesen.

Dort warf Josua in der Gegenwart des HERRN das Los und teilte den restlichen sieben Stämmen und ihren Sippen die Gebiete zu. 

Josua 18,10 (HfA)

Und jetzt ein sehr wichtiger Punkt, warum soviel Wert auf Stammbäume und andere Aufzeichnungen gelegt wurde:

Grundstücke dürfen nicht das Eigentum eines anderen Stammes werden.

4.Mose 36,9 (HfA)

In diesem Jahr [dem Erlassjahr, Anm.d.A.] soll auch jeder von euch seinen alten Grundbesitz zurückbekommen. Betrügt einander nicht beim Kauf oder Verkauf von Land! Weil im Erlassjahr jedes Stück Land wieder dem alten Besitzer zufällt, soll beim Kaufpreis berücksichtigt werden, wie viele Jahre der Käufer das Land noch bewirtschaften kann: 

3.Mose 25,13-15

Das heißt also, die Israeliten müssen genau wissen, wem welches Grundstück gehört. Das war vor allem wichtig, nach dem das Volk aus dem Exil aus Babylon zurückgekehrt war. Siehe z.B. Esra 2.

Was interessant ist: In der männerdominierten Welt des Orients bekamen – zwar nur unter bestimmten Umständen – sogar die Töchter das Erbrecht. Siehe 4.Mose 27,1-11. Das ist einmalig zu dieser Zeit.

Jesu Stammbaum

Passend zu der Zeit so kurz vor Ostern, wollte ich noch über einen besonderen Stammbau schreiben – den von Jesus Christus.

Matthäus beginnt seinen Bericht mit dem Stammbaum von Abraham bis Jesus (Matthäus 1,1-25). Als Jesu Vater steht hier zwar Josef drin, der ihn ja tatsächlich aufzog, aber der Vater Jesu ist der Heilige Geist, von dem Maria schwanger wurde (Matthäus 1,18).

Dieser Stammbaum zeigt die heilsgeschichtliche Bedeutung von Jesus. Zum einen ist Er in einer Ahnenreihe mit Abraham, einem der Erzväter, der Gott vertraute und sein Land verließ. Jesus ist in einer Linie mit König David von Israel, der ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Auch andere bekannte Namen, wie Boas, der Mann von Rut sind vorhanden (Rut 2ff).

Von Adam bis Abraham gibt es ebenfalls einen Stammbaum. Darin sehen wir den Plan Gottes von Anfang an, den Er mit der Menschheit hatte: Obwohl wir Menschen von Anbeginn der Geschichte Fehler machen, was Gott auch schon wusste, ging und geht Er mit uns den Weg bis zum Ende. Adam, der erste Mensch war aus Erde gemacht und ihm wurde von Gott das Leben gegeben. Durch Adams Ungehorsam – er aß mit Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis (1.Mose 3,2-7) – kam die Sünde in der Welt und wir Menschen kommen nicht mehr davon los.

Doch dieses Dilemma löst Jesus:

In der Heiligen Schrift heißt es ja von Adam, dem ersten Menschen, dass er »ein lebendiges Wesen« wurde. Er trug jedoch nur irdisches Leben in sich. Aber Christus, der letzte Adam, war erfüllt vom Geist Gottes, der unvergängliches Leben schenkt.

1.Korinter 15,45 (HfA)

Dadurch haben wir die Möglichkeit, Kinder Gottes zu sein. Und als Seine Kinder haben wir ein Erbrecht:

Weil wir nun zu Christus gehören, hat Gott uns als seine Erben eingesetzt; so entsprach es von Anfang an seinem Willen. Und was Gott einmal beschlossen hat, das führt er auch aus.

Epheser 1,11 (HfA)

Wir sollen – laut 1.Mose – die Erde bebauen, bewahren, beherrschen, Gottes Ebenbild sein und mit Ihm in Gemeinschaft leben. Dazu sind wir gemacht.

Dein Stammbaum

Soweit, so gut – aber was hat das Ganze mit dir zu tun?

Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben, das ich, der HERR, dein Gott, dir gebe. 

2.Mose 20, 12 (HfA)

Hast du dich schon mal mit deinem eigenen Stammbaum und deiner Herkunft beschäftigt? Ich denke, das ist in verschiedener Hinsicht interessant. Denn:

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Sprichwort

Dort findest du deine familiären Wurzeln. Vielleicht stammst du aus einem „guten Stall„, wie man so schön sagt. Aber oft genug gibt es in Familien düstere „Familiengeheimnisse“, Schatten der Vergangenheit liegen auf den Nachkommen oder es gibt sogar regelrechte „Familienflüche“ (z.B. 2.Mose 20,5). Was meine ich damit? Es gibt Familien, in denen war der Vater ein Trinker, der Großvater und der Urgroßvater auch. Vielleicht ist unvergebene Schuld da. Manche scheinen vom Unglück verfolgt. Bei den nächsten hält keine Ehe oder es sind kriminelle Neigungen da. Manche haben starke Tendenzen zu Depressionen. Oder es gibt selbstzerstörerisches Verhalten.

Was sind die Ursachen dafür? Woher kommt ein destruktives Verhalten innerhalb von Familien? Ist das alles vererbt? Ich weiß es nicht.

Keine Ahnung, wie es bei dir ist. Es ist immer interessant, mit den Großeltern oder Urgroßeltern zu reden, sofern sie noch leben. Vielleicht kommt ja was ans Licht. Vielleicht kannst du Muster innerhalb deiner Family erkennen, die sich wiederholen. Vielleicht findest du raus, warum du so bist, wie du bist. Oder du findest eine Erklärung dafür, warum was schief läuft. Es gibt natürlich auch gute Muster in Familien. Vielleicht erfolgreiche Geschäftsleute, begabte Musiker oder Handwerker, liebevoller Umgang mit anderen Menschen.

Wir bekommen mehr von unseren Vorfahren mit, wie wir denken.

Für diese Muster in deiner Familie kannst du nichts. Du hast sie dir nicht rausgesucht. ABER: Diese Muster sind nicht dein Schicksal, in das du dich ergeben musst. Du kannst dich entscheiden, was du behältst und was du wegwirfst; welches Verhalten du übernimmst oder auch nicht. Behalte das Gute und schmeiß das Schlechte über Bord. Das ist manchmal leichter gesagt, als getan. Vor allem, wenn extreme Situationen kommen – Arbeitslosigkeit, Tod eines Ehepartners, … da können wir in alte Muster oder Fahrwasser zurückfallen, um solche Schicksalschläge zu verarbeiten.

Wie ich schon oft auf SalzUndLicht beschrieben hab, gibt es einen Weg, der uns aus solchen Situationen führen kann: Der Glaube an Jesus. Denn Er ist gekommen, unsere Last zu tragen (Matthäus 11,28), unsere Sünden zu bezahlen (1.Petrus 1,2) und uns frei zu machen, durch den Heiligen Geist:

Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein, liebe Brüder und Schwestern!

Galater 5,13a (HfA)

Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

2.Korinther 3,17b (HfA)

Du vertraust dich Gott an. Du betest zu Ihm und bittest Ihn um Hilfe. Frag Ihn, wo Ursachen für deinen „Familienfluch“ liegen und was du dagegen tun kannst. Oder dass Er dir Menschen zeigt, die dir helfen können, z.B. ein Seelsorger/ eine Seelsorgerin in deiner Gemeinde. Bete für die Situation. Vielleicht handelt Gott sofort, vielleicht dauert es auch länger. Bleib auf jeden Fall dran. Nimm dir auch Zeit und Ruhe, auf Gott zu hören. Notiere dir, wie es dir jetzt geht und schau ein paar Monate später drauf, was sich verändert hat. Gott handelt. Aber nicht immer gleich im Sichtbaren. Du merkst vielleicht mit der Zeit, wie sich Menschen verändern oder dass du dich verändert hast. Gebet wirkt.

Es besteht immer eine Chance auf Erneuerung! Du kannst angestammte Wege verlassen…

By the way: Wenn du negative Muster durchbrechen kannst, ist das nicht nur gut für dich selbst, sondern du kannst an deine Kinder und Enkel Positives weitergeben…

  • Am Wasser auf SalzUndLicht
  • Israel auf SalzUndLicht unter der Überschrift „Botanik, Juden und Christen

Vielen Dank für’s Lesen und Gottes Segen!

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