Der Besuch (Adrian Plass)

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Offenbarung 3,20 (LU17)

Darum geht es:

Eine aufregende Nachricht: Der Gründer der Gemeinde (Jesus) kündigt unerwartet seinen Besuch in einer kleine Kirchengemeinde an. Die Mitglieder reagieren sehr unterschiedlich darauf, teils mit Angst, Unsicherheit, aber auch Freude. Auf einmal muss sich jeder fragen, wie er mit seinem Christsein vor Jesus selbst dastehen wird und ob sein Glaube wirklich dem entspricht, was Jesus von ihm erwartet. Es macht sich eine hektische Betriebsamkeit breit. Ein Ältester der Gemeinde übernimmt die Aufgabe der Organisation des „Events“. Als Jesus dann tatsächlich erscheint, wirft er alle Erwartungen und Vorstellungen über den Haufen. Er kommt nicht als einer, der Wert legt auf ein großes Empfangskomitee und viele Ehrenbezeugungen. Er wohnt bei dem Mann, der seinen Aufenthalt organisiert. Dieser kann oft Jesu Verhalten nicht verstehen und ist auch manchmal beschämt und peinlich berührt, wenn Jesus sich in der Öffentlichkeit einfach nicht so verhält, wie es sich – denkt er – für Gottes Sohn gehört. Er ist krampfhaft bemüht, alles für ihn zu tun, ist dann aber enttäuscht, dass Jesus offenbar auf sein Bemühen nicht so viel Wert legt wie erhofft. Er fühlt sich ungeliebt und wendet sich von ihm ab. Im Lauf der Geschichte erkennt er, dass er keine Leistung bringen muss, um von Jesus geliebt zu werden und sich für nichts schämen muss, was in seinem Leben nicht stimmt, denn Jesus liebt ihn um seiner selbst willen und nimmt ihn mit allem an, was zu ihm gehört.

Was gefällt mir an dem Buch:

  • Es ist eine vom Gefühl her sehr warme und liebevolle Geschichte. Absolut lesenswert.
  • Die Vorstellung, dass Jesus – im wahrsten Sinne des Wortes – leibhaftig in meine Gemeinde kommen würde, hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Wie würde ich reagieren? Wie würde ich mich fühlen? Was würde ich denken? Was würde Jesus von mir denken?
  • Für mich macht das Buch den Menschen Jesus so plastisch. Macht es klarer, was Er durchlitten hat, für mich, für uns, für alle Menschen. Auch für Jesus war die Versuchung schwierig, aber er hat aus Liebe zu seinem Vater durchgehalten.
  • Am meisten bewegt hat mich der Dialog mit Petrus:

Am Schluß nimmt mich der gute alte Petrus zur Seite und sagt: „Ich fürchte, ich kann da nicht mithalten, ich bin nicht gut genug. Will Gott wirklich, dass wir so gut sind?“ „Ja“, sagte ich, „das will Er“. Langes Schweigen. „Nun, dann werde ich es nicht schaffen, oder?“ „Nein“, sagte ich, „das wirst du nicht.“ […] Ich hatte nicht zu ihm gesagt: „Sieh zu, dass du vollkommen wirst, und dann folge mir.“ Sondern nur: „Folge mir.“

Jesus und Petrus, Seite 76/ 77

Was können wir aus dem Buch lernen:

  • Irgendwie sind es Grundlagen des christlichen Glaubens im Buch, aber das ist eben der Kern des Evangeliums, den wir uns in unserm Alltag, in unserer eigenen Welt, mit unseren Regeln bewusst machen müssen. Weil es gut tut, zu hören: Ich muss nicht vollkommen sein, obwohl Gott die Vollkommenheit will, aber Jesus schließt die (große) Lücke zwischen meiner Unvollkommenheit und Gottes Anspruch.
  • Jesus sagt in dem Buch: Ich weiß auch über jeden von euch Bescheid (S. 78). Be(un)ruhigend?!?!!!!
  • Die „Ermahnungen“: Lest das Buch (die Bibel)! Achtet aufeinander! Vergebt einander! Liebt einander! Verletzt mich nicht! (S. 79/ 80)

Das Buch: Adrian Plass, „Der Besuch – Die Geschichte einer unverhofften Wiederkehr“, (ISBN 3-87067-892-5), Brendow-Verlag,

Das Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

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