Ein gutes Zeugnis

„Zeugnis geben“

Wer gedacht hat, es ginge um Schulzeugnisse, ist leider auf dem Holzweg. Für Christen ist das Wort „Zeugnis“ normalerweise damit verbunden, mehr oder weniger öffentlich seine Lebensgeschichte, seinen Weg zum Glauben, zu erzählen. „Zeugnis geben“ nennt man das. Man kann aber auch ganz ohne Worte „Zeugnis geben“: Eine Frage, die jeder für sich im Stillen mal beantworten soll: Erkennt man an meinem Lebenswandel, dass ich zu Gott gehöre? Woran? Was fällt mir als Beispiel ein? Oder falls Du nicht an Gott glauben solltest: Erkennst Du an Christen, dass sie sich anders (am besten positiver) wie „Otto-Normal-Verbraucher“ verhalten? Oder nerven sie? Oder sind sie genauso schlimm wie jeder andere?

Josef

Die Ismaeliter hatten Josef nach Ägypten gebracht. Dort war er an den Ägypter Potifar verkauft worden, den Hofbeamten des Pharaos und Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache. Der HERR half Josef, so dass ihm alles glückte, was er unternahm. Er durfte im Haus arbeiten, und auch Potifar merkte bald, dass der HERR auf seiner Seite stand und ihm großen Erfolg schenkte. Deshalb bevorzugte er ihn vor allen anderen Sklaven und machte ihn zu seinem persönlichen Diener. Er setzte Josef zum Hausverwalter ein und vertraute ihm seinen ganzen Besitz an.Von da an segnete der HERR Potifar und ließ es ihm Josef zuliebe gut gehen. Die Arbeiten im Haus waren erfolgreich, es gab eine gute Ernte, und die Viehherden vergrößerten sich. Potifars Vertrauen wuchs: Er ließ Josef freie Hand und kümmerte sich selbst um nichts mehr, außer um seine eigenen Speisen. Josef sah sehr gut aus.

Mose, 39, 1-6 (HfA)

Offensichtlich hat Joseph so sein Leben geführt, dass Potifar erkennen konnte, dass Gott mit ihm ist. Dass er ein Diener Gottes ist. Deshalb die Fragen am Anfang…

Was können wir von Josef lernen?

Machen wir unsere Arbeit gut und zuverlässig

– auch wenn’s nur in der Position eines Dieners ist, es ist nicht wichtig was wir tun, sondern dass wir’s für Gott tun an dem Platz, an den er uns hinstellt. Erstens kann’s sein, dass unser Fleiß belohnt wird und wir mit neuen „besseren“ Aufgaben belohnt werden – siehe Josef.

Tipps
  • Letztendlich tun wir alles, was wir tun, für Gott. Egal ob’s im Haushalt, im Beruf oder der Gemeinde ist – wenn man sich das immer wieder bewusst macht, findet man auch wieder Sinn und Freude in der Arbeit, auch wenn’s manchmal monoton ist
  • Kleine Aufgaben gewissenhaft erledigen und die großen natürlich auch
  • Die Arbeit „mit Liebe machen“, auf Details achten
  • Respektvoll mit Kollegen, etc. umgehen
  • Mal mehr tun, als gefordert ist

Handeln wir treu

Gott lässt sich nicht lumpen und segnet Josef UND Poitifars Haus; unser treues Handeln kann Segen für andere sein, das können andere sehen. Hier merken sie, dass Gott mit uns ist, das ist ein gutes Zeugnis! Wenn durch Gott unsre Arbeit gelingt, es ist nicht das Ergebnis menschlicher Anstrengung: Gott gibt das Gelingen. Die anderen sollen den Segen Gottes  an den Früchten unserer Arbeit erkennen.

Tipps
  • Ich kann meine Aufgaben im Gebet vorbereiten
  • Ich mach mir bewusst, für wen ich arbeite
  • Natürlich ist Gott keine Wunschmaschine, mit dem ich einen Deal eingehe – „ich bin fleißig“, du gibst mir alles. Gott vergisst unsre guten Taten und unsern Fleiß nicht, wir werden Früchte ernten – wie auch immer die aussehen können oder ob wir sie direkt sehen können. Vielleicht sind sie nicht immer wie erwartet.

Unser Handeln muss zu unserem Reden passen

An unserm Handeln, unserm Befolgen von Gottes Willen, können andere sehen, dass wir Christen sind, geredet ist schnell und viel, aber das Handeln gehört dazu (Glaube ohne Werke ist tot)! Wir sollen Gottes Geboten halten: Potifars Frau will Josef verühren: Er lässt sich nicht auf ihre Annäherungsversuche ein und kommt ins Gefängnis, weil Potifars Frau behauptete, dass Josef sie vergewaltigen wollte. Potifar hätte sicher nichts gemerkt, wenn Josef mit der Frau ins Bett gegangen wäre, aber Josef hält sich Gottes Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“.

Tipps – es gibt noch viel mehr!
  • Zum Beispiel Einkaufen:  Man bekommt an der Kasse zu viel Wechselgeld zurück – es wäre ein leichtes, es einzustecken. Richtig ist, die Kassiererin darauf aufmerksam zu machen; oder eine Ware, die aus Versehen nicht bezahlt wurde, zurückbringen, bzw. bezahlen; oder einen Pfandzettel, den man im Automaten finden, an der Info abgeben – das sind Kleinigkeiten, an denen Leute sehen, das „man anders ist“
  • Stichwort – Ehrlichkeit bei der Steuererklärung. „Da trickst doch jeder“ zählt nicht.
  • Stichwort – Filme/ Musik illegal aus dem Internet runterladen, „das macht doch jeder“
  • Wenn schlecht über Kollegen, etc. geredet wird, hält man sich raus bzw. macht das den anderen bewusst, dass das nicht in Ordnung ist oder wenn in der Spielgruppe über die Mama gelästert wird, die grad rausgegangen ist oder deren Kind.
  • Die Zunge im Zaum halten, böse Worte zurückhalten, erst denken, dann reden
  • Das Reden und Handeln stimmt überein.
  • Typischer Interessenkonflikt: Der Chef lässt sich am Telefon verleugnen – was tue ich? Lügen um dem anderen zu Gefallen oder ich klär die Sache anders und sag die Wahrheit? „Hr. X ruft Sie später zurück.“
  • Wir suchen Frieden, versuchen Konflikte direkt zu regeln.

Zum Nachdenken

Das Beispiel Josefs fordert uns auf, Gott zu dienen und Ihm in allem was wir tun, zu gefallen. So wird die uns anvertraute Aufgabe gelingen und wir sind ein gutes Zeugnis.

Wenn wir eben nach Gottes Willen handeln, handeln wir oft anders wie die Welt – und daran kann man uns Christen erkennen (an den Früchten sollt ihr sie erkennen…)

Welchen Ruf haben wir bei den Menschen um uns herum? Können sie an uns erkennen, dass wir Gottes Diener sind? Das gilt für uns alle – nicht nur für Pastoren und Missionare.

Darüber sollten wir nachdenken…

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