Siehst Du dieses Licht? (III)


Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

– 1.Mose 1,3 (LU17)

Licht. Mit Licht verbinden wir Menschen das Gute, positive Energie, Schönes, Wärme. Wir bringen etwas ans Licht oder Licht ins Dunkel. Manches wirft ein schlechtes Licht auf uns oder wir werden erleuchtet. Viele Sprichwörter zum Thema Licht haben sich im Sprachgebrauch etabliert.

In der Bibel taucht das Licht von Anfang an auf. Gott ist der Vater des Lichts, Jesus der Helle Morgenstern, der Heilige Geist ein Feuer vom Himmel und wir Christen werden von Paulus als die Kinder des Lichts bezeichnet.

Frohe Weihnachten! So hört man’s heute den ganzen Tag im Büro, bei den Familien und im Fernsehen. Wir feiern das Fest der Liebe und der Familie, oder? Eigentlich feiern wir die Geburt von Jesus, dem Licht der Welt, dem Sohn Gottes, der das Dunkel der Menschen erhellt.

Die vier Teile:

Siehst Du dieses Licht? (I) 11.12.2022: Vater des Lichts
Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (III) 24.12.2022: Jesus – Licht der Welt
Siehst Du dieses Licht? (IV) 25.12.2022: Kinder des Lichts

Siehst Du dieses Licht? (III) – Jesus – Licht der Welt

Ein anderes Mal sagte Jesus zu den Menschen: »Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit umherirren, sondern er hat das Licht, das ihn zum Leben führt.«

Johannes 8,12 (HfA)

Das menschliche Auge

Um Licht wahrnehmen zu können, benötigen wir unser Auge. Es ist ein sehr komplex aufgebautes Organ, das Graustufen und Farben wahrnehmen kann. Es bildet Formen, Gegenstände und Bewegungen ab. Es kann in der Nähe und Ferne scharf sehen. Das Gesichtsfeld des Menschen – also was man ohne den Kopf zu bewegen erfassen kann – ist nach links und rechts jeweils ca. 110°, nach unten bis 80° und nach oben bis 70°. Das Auge kann die Menge des einfallenden Lichts regulieren. Er reinigt sich selbst mit Hilfe der Tränenflüssigkeit und schützt sich mit Lid und Wimpern. Faszinierend!

Querschnitt durch das Auge (Quelle: Wikipedia/Auge)

Noch faszinierender finde ich, wenn man sich die Augen eines Menschen im Detail ansieht. Ich entdecke dort soviel Schönheit, wie sonst kaum woanders…

Nur was ist, wenn wir nicht (mehr) sehen können? Wenn die Welt dunkel bleibt?

Heilung eines blind Geborenen

1 Unterwegs sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war. 2 »Rabbi«, fragten die Jünger, »wer ist schuld daran, dass dieser Mann blind ist? Hat er selbst Schuld auf sich geladen oder seine Eltern?« 3 »Weder noch«, antwortete Jesus. »Vielmehr soll an ihm die Macht Gottes sichtbar werden. 4 Solange es Tag ist, müssen wir die Taten Gottes vollbringen, der mich gesandt hat. Bald kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. 5 Doch solange ich in der Welt bin, werde ich für die Menschen das Licht sein.« 6 Dann spuckte er auf die Erde, rührte mit dem Speichel einen Brei an und strich ihn auf die Augen des Blinden. 7 Dann forderte er ihn auf: »Geh jetzt zum Teich Siloah und wasch dich dort.« Siloah heißt übersetzt: »der Gesandte«. Der Blinde ging hin, wusch sich, und als er zurückkam, konnte er sehen. 8 Seine Nachbarn und andere Leute, die ihn als blinden Bettler kannten, fragten erstaunt: »Ist das nicht der Mann, der immer an der Straße saß und bettelte?« 9 Einige meinten: »Er ist es.« Aber andere konnten es einfach nicht glauben und behaupteten: »Das ist unmöglich! Er sieht ihm nur sehr ähnlich.« »Doch, ich bin es«, bestätigte der Mann selbst. 10 Da fragten sie ihn: »Wie kommt es, dass du plötzlich sehen kannst?« 11 Er berichtete: »Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen. Dann schickte er mich zum Teich Siloah. Dort sollte ich den Brei abwaschen. Das habe ich getan, und jetzt kann ich sehen!« 12 »Wo ist denn dieser Jesus?«, fragten sie weiter. »Das weiß ich nicht«, gab er ihnen zur Antwort.

Johannes 9,1-12 (HfA)

Vermutlich können wir Menschen, die normal sehen können, uns garnicht wirklich vorstellen, was es heißt, blind zu sein. Selbst wenn wir eine Brille brauchen und halt „nur“ unscharf einen bestimmten Bereich wahrnehmen können, ist das nichts gegen eine völlige Dunkelheit. Der Mensch aus der Erzählung hatte noch nie in seinem Leben die Blumenpracht auf einer Wiese bewundert oder konnte nie einen Sonnenuntergang mit seinem Farbenspiel bewundern, geschweige denn den Sternenhimmel in der Nacht. Nicht einmal die Menschen in seiner Nähe oder das, was er aß, konnte er sehen. War er unterwegs musste er gut aufpassen, wo er hinging. Er war sicherlich oft auf Hilfe von anderen angewiesen. Und an Arbeit war nicht wirklich zu denken – sonst hätte er nicht betteln müssen. Es gab für ihn seit seiner Geburt nur Dunkelheit.

Und mitten in diese Dunkelheit tritt Jesus. Interessant ist, dass die Jünger erst eine theologische Debatte anfangen wollen. Wer ist schuld an der Blindheit? Doch Jesus stellt klar: Keiner. Gottes Macht soll sichtbar werden! Jesus macht einen Brei aus Erde und Spucke – wohl in der Antike Stand der medizinischen Behandlung von Augenleiden – und schickt den Blinden zu einem Teich. Und das Wunder geschieht: Der Blinde wird sehend! Jesus bringt Licht in seine Dunkelheit. Plötzlich kann der Mann Licht und Schatten, Farben, Formen und Schattierungen wahrnehmen. Das muss ein gewaltiger gewesen Flash sein!

Doch diese körperliche Heilung ist nicht der eigentliche Zweck, warum Jesus in die Welt kam. Es ging Gott um eine andere Dunkelheit, eine andere Blindheit, mit der wir Menschen zu kämpfen haben: Die Finsternis in unserem Innern, wenn wir ohne Gott leben.

Licht der Welt

Wenn wir ehrlich sind: Keine von uns ist perfekt. Jeder hat seine sprichwörtlich dunklen Seiten. Jeder hat Charakterzüge an sich, die er/ sie nicht leiden kann. Vielleicht sind es Ängste. Vielleicht irgendwas Schlimmes, weswegen wir ein schlechtes Gewissen haben. Vielleicht fühlen wir Bosheit in uns. Das ist ein Aspekt der Dunkelheit.

Der zweite Aspekt ist: Wir kennen Gott nicht. Haben noch von dem Gott der Bibel gehört. Die Menschen zur Zeit Jesu ließen sich in die Juden, die Gott kannten, und die Heiden, die viele Götter kannten, einteilen. Vor Jesu Zeit war die Kenntnis über den Gott der Bibel bzw. der Thora in diesem Fall, sehr lokal begrenzt. In dieser Hinsicht war viel Dunkelheit in der Welt. Doch Gott schickt Seinen Sohn Jesus auf die Erde. Er wird diese Dunkelheit erhellen. Er ist letztendlich für alle Menschen gekommen:

Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht länger in der Dunkelheit leben muss. Wenn jemand meine Botschaft hört und nicht danach handelt, verurteile ich ihn nicht. Denn ich bin nicht als Richter der Welt gekommen, sondern als ihr Retter.

Johannes 12,46+47 (HfA)

Damit bringt Jesus quasi dreifach Licht in die Welt: Körperlich, seelisch und geistlich. Ein allumfassendes Licht der Welt. Dieser Jesus wurde geboren, um uns Menschen die Rettung zu bringen. Unser Dunkel in uns zu beleuchten. Im Licht sehen wir den richtigen Weg vor uns. Jesus bringt Dinge ans Licht, sieht sie an und kann sie heilen. Was im Dunkeln bleibt, heilt nicht. Denk mal drüber nach, welche Punkte in Deinem leben Dich belasten und bring diese Dinge zu Jesus. Sprich zu Ihm und höre, was Er Dir zu sagen hat. Er möchte, dass Er DEIN ganz persönliches Licht ist. Du bist Ihm nicht egal! Er liebt Dich!

Und mit diesem Wissen kannst Du diesen Heiligen Abend zu etwas Besonderem machen. Mach Dir bewusst, dass vor über zweitausend Jahren der Retter der Welt geboren wurde. Dein persönlicher Retter!

Herzlichen Dank für’s Lesen und ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Zu den anderen Beiträgen

Siehst Du dieses Licht? (I) 11.12.2022: Vater des Lichts
Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (IV) 25.12.2022: Kinder des Lichts

Weiterführende Links

Licht der Welt

Bibelstellen zum Nachdenken

Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis, gnädig, barmherzig und gerecht.

Psalm 112,4 (LU17)

Durch die Augen fällt das Licht in deinen Körper. Wenn sie klar sehen, bist du ganz und gar vom Licht erfüllt. Wenn sie aber getrübt sind, ist es dunkel in dir.
Deshalb achte darauf, dass das Licht in deinem Innern nicht erlischt!
Wenn du es einlässt und keine Finsternis in dir ist, dann lebst du im Licht – so als würdest du von einer hellen Lampe angestrahlt.«

Lukas 11,34-36 (HfA)

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

1.Mose 3,4+5 (LU17)

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