Siehst Du dieses Licht? (IV)


Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

– 1.Mose 1,3 (LU17)

Licht. Mit Licht verbinden wir Menschen das Gute, positive Energie, Schönes, Wärme. Wir bringen etwas ans Licht oder Licht ins Dunkel. Manches wirft ein schlechtes Licht auf uns oder wir werden erleuchtet. Viele Sprichwörter zum Thema Licht haben sich im Sprachgebrauch etabliert.

In der Bibel taucht das Licht von Anfang an auf. Gott ist der Vater des Lichts, Jesus der Helle Morgenstern, der Heilige Geist ein Feuer vom Himmel und wir Christen werden von Paulus als die Kinder des Lichts bezeichnet.

Ich hoffe, Du hast die letzten drei Beiträge zum Thema „Licht“ gelesen – vielen Dank dafür.

Heute geht’s um uns Menschen.

Die vier Teile:

Siehst Du dieses Licht? (I) 11.12.2022: Vater des Lichts
Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (III) 24.12.2022: Jesus – Licht der Welt
Siehst Du dieses Licht? (IV) 25.12.2022: Kinder des Lichts

Siehst Du dieses Licht? Warum eigentlich?

Vielleicht fragst Du Dich, warum ich die vier Teile so genannt habe. Ich mag den Film „Blues Brothers“ sehr! Und eine meiner Lieblingsszenen ist diese:

Die beiden Brüder Jake und Elwood Blues (John Belushi, Dan Aykroyd) gehen in einen Gottesdienst. Sie wollen ihrem ehemaligen Waisenhaus helfen 5.000 Dollar Steuerschulden zu bezahlen, um es vor der Schließung zu retten. Was tun? In die Kirche gehen! Drinnen singt der Gospelchor, Reverend Cleophus James (James Brown) predigt halb singend, halb redend. Eine super ausgelassene, freudige Stimmung! Im Laufe der schwungvollen Musikpredigt scheint plötzlich ein Licht auf Jake.

Jake Blues: Die Band! Die Band!
Reverend Cleophus James: Siehst Du dieses Licht!
Jake Blues: Die Band!
Reverend Cleophus James: Siehst Du dieses Licht!
Elwood Blues: Welches Licht?
Reverend Cleophus James: Hast Du dieses Licht gesehen?
Jake Blues: Ja! Ja! Ich habe das Licht gesehen!

(Link zur Szene auf Youtube.)

Zwar sind die beiden Brüder ziemliche Gauner, aber sie haben ein gutes Herz und möchten dem Waisenhaus helfen – sie sind ein kleines Licht in der Dunkelheit. Sie sind „im Auftrag des Herrn unterwegs“…

Siehst Du dieses Licht? (IV) – Kinder des Lichts

Früher habt auch ihr in Dunkelheit gelebt; aber heute ist das anders: Weil ihr mit dem Herrn verbunden seid, seid ihr im Licht. Darum lebt nun auch wie Menschen, die zum Licht gehören! Ein solches Leben führt zu aufrichtiger Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft in allem, was ihr tut, ob es Gott gefällt. Lasst euch auf keine finsteren Machenschaften ein, die keine gute Frucht hervorbringen, im Gegenteil: Helft, sie aufzudecken. Denn was manche im Verborgenen treiben, ist so abscheulich, dass man nicht einmal davon reden soll. Doch wenn durch euch das Licht Gottes auf diese Dinge fällt, werden sie erst richtig sichtbar. Was Gott ans Licht bringt, wird hell. Deshalb heißt es auch: »Erwache aus deinem Schlaf! Erhebe dich von den Toten! Und Christus wird dein Licht sein.« Achtet also genau darauf, wie ihr lebt: nicht wie unwissende, sondern wie weise Menschen. Nutzt die Zeit, so gut ihr könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit. Seid nicht verbohrt; sondern begreift, was der Herr von euch will! Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem ausschweifenden Leben. Lasst euch vielmehr von Gottes Geist erfüllen. Ermutigt einander durch Psalmen, Lobgesänge und Lieder, wie sie euch Gottes Geist schenkt. Singt für den Herrn und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit und für alles!

Epheser 5, 14-20 (HfA)

Genauso wie die Blues Brothers sind wir Christen im Auftrag des Herrn unterwegs. Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium in die Welt hinauszutragen – das was an Weihnachten und Ostern passiert ist den Menschen erzählen.

Paulus schreibt, dass man an uns erkennen soll, dass wir Kinder des Lichts sind. Und er stellt in Epheser 5 einen ganz schönen Katalog auf. Da schluckt man erst mal und kommt ins Nachdenken. Wie schaut denn mein Leben aus? Erfülle ich die ganzen Punkte? Was muss ich denn noch alles tun? Dazu später mehr.

Kleine und große Leuchten

Wenn Du mal so überlegst, gibt es ja eine ganze Menge verschiedenen Lampen und Lichter für die unterschiedlichsten Zwecke. Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker) am Auto (außer bei Mercedes-Modellen so scheint es manchmal), eine Warnlampe am Röntgengerät, den Strahler im Leuchtturm, die Deckenlampe im Wohnzimmer, das LED-Licht in der Taschenlampe, den Laser im Laserpointer, die Anzeige am Herd, die Beleuchtung für die Fernbedienung, das Licht am Smartphone, die Leuchtfeuer von Amon Din (Herr der Ringe), den Nordstern in der Nacht, … ich könnte noch ewig weitermachen.

Wir Christen sollen Lichter in der Dunkelheit sein. Jeder hat seinen Wirkungsbereich, seine Aufgabe und seine „Zielgruppe“, also Menschen, für die er leuchten soll. Denn nicht jedes Licht erfüllt überall seinen Zweck. Ein Leuchtturm mitten in der Sahara ist fehl am Platz und einem Laien sagen die Anzeigen in der Schaltwarte eines Atomkraftwerks nichts. Deshalb: Leuchte wo Gott Dich hinstellt!

Wie leuchten?

Leuchten sollen wir Christen, indem wir Gott gehorsam sind, durch Taten seine Liebe auf der Erde sichtbar wird. Eine Lampe, die man nicht einschaltet, leuchtet nicht… Wichtig dabei ist: Das Licht braucht seine Kraftquelle, also die Steckdose. Damit Du leuchten kannst, musst Du mit Gott verbunden sein.

Weil – und jetzt komme ich auf vorher zurück – sonst wird es ein Kampf und ein Krampf. Niemals wirst Du selbst diesen Katalog von Paulus erfüllen können. Du bist ein Mensch. Du wirst Fehler machen. Du hast nur beschränkte Kraftreserven. Aber: Jesus lebt in Dir. Gott hat aus Dir einen neuen Menschen gemacht und schon alle Deine guten Taten vorbereitet. Du musst Ihm nur den Platz in Deinem Leben einräumen und Ihn machen lassen. Sei Sein Werkzeug – ein Hammer hämmert auch nicht von alleine! Jetzt nicht falsch verstehen: Die Hände in den Schoß legen, ist nicht. Der Hammer wird nur seinen Zweck erfüllen, wenn er sich bewegen lässt und mit dem Nagel in Berührung kommt. Jesus handelt DURCH uns.

Trübe Funzel

Wenn Du mal mit dem Auto eine Zeitlang über eine Schlammpiste gefahren bist, wirst Du merken, dass Deine Scheinwerfer im Dunkeln nicht mehr ganz so gut funktionieren. Sie sind voller Schlamm. Oder wenn es neblig ist, sieht man den Leuchtturm nicht mehr so weit.

Es gibt viele Dinge, die ein Licht trüben können. Manches liegt an dem Drumrum – also wie der Nebel. Zum Beispiel in Ländern mit Christenverfolgung ist es sogar gefährlich zu hell zu leuchten, weil man sonst ins Gefängnis muss oder einem noch Schlimmeres zustößt. Dort leuchten die Christen auch, aber nicht so offensichtlich, sondern sie machen es sehr klug.

Doch das meiste, was unser Leuchten trübt, liegt an uns selbst – wie der Dreck auf dem Autoscheinwerfer. Wir tun Dinge, die falsch sind, reden Bockmist, werden zornig, verschwenden Zeit, konzentrieren uns auf die Welt und nicht auf Gott – so wie es Paulus in Epheser 5 schreibt. Die gute Nachricht ist: Jesus ist sozusagen unsere Waschanlage, die alles wieder porentief rein macht. Das Einzige, was wir dazu tun müssen, ist, in die Waschanlage zu fahren, d.h. Buße tun und um Vergebung bitten. Dann können die Menschen an uns und durch uns wieder Gott erkennen.

Wir müssen bedenken, dass wir eine Baustelle sind. Wir haben Gott ins unser Lebenshaus gelassen und Er arbeitet in uns. Einen Raum nach dem anderen richtet Er her. Wenn wir Ihn lassen. Das dauert seine Zeit und manchmal kommen halt Dinge ans Licht, die eine Sanierung erschweren. Doch: Auch wenn wir nicht perfekt sind, ist Gott in uns am Werk – auch wenn wir es vielleicht nicht immer fühlen oder glauben.

Carpe diem!

Paulus schreibt:

Nutzt die Zeit, so gut ihr könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit.

Diesen Satz möchte ich Dir heute am ersten Weihnachtsfeiertag besonders ans Herz legen. Nutze Deine Zeit hier auf der Erde gut. Sie ist begrenzt. Verschwende sie nicht mit zuviel Medienkonsum, Smartphone, Computer und den vielen Verlockungen der Welt. Natürlich darf man sich mal was gönnen, einfach tun, was Spaß macht und einen freien Tag genießen. Nur frage Dich bei all den Dingen: Was nützt es mir oder meinen Mitmenschen, wen ich den fünfzehnten Abend in Folge nur fernsehe oder stundenlang durch Faceb…k scrolle? Was ist am Ende der Sinn von diesen Dingen? Was bleibt davon an Wert? Du willst am Ende Deiner Tage sicher nicht zurückschauen und Dir eingestehen müssen, dass Du viel Zeit einfach mit Nutzlosem totgeschlagen geschlagen hast.

Besuche Freunde oder Deine Eltern. Kümmere Dich um Deine Enkel oder Deine Nachbarn. Hilf im Altenheim aus oder geh in den Kindergarten und lies den Kids aus Büchern vor. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten ein Licht für Deine Mitmenschen zu sein. Stell es nicht unter den Scheffel, sondern leuchte. Frag Gott, was Er für Dich vorbereitet hat und stelle den Lichtschalter auf AN!

Herzlichen Dank für’s Lesen und eine gesegnete Weihnachtszeit!

Zu den anderen Beiträgen

Siehst Du dieses Licht? (I) 11.12.2022: Vater des Lichts
Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (III) 24.12.2022: Jesus – Licht der Welt

Weiterführende Links

Licht der Welt

Warum Salz und Licht?

Passende Bibelstellen

Ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens.

Philipper 2,15-16 (LU17)

Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.

Lukas 16,8 (LU17)

Leben wir aber im Licht, so wie Gott im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft miteinander. Und das Blut, das sein Sohn Jesus Christus für uns vergossen hat, befreit uns von aller Schuld.

1.Johannes 1,7 (HfA)

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