
Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Matthäus 3,2 (HfA)
Bis 1994 war der Buß- und Bettag in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Er wurde zur Finanzierung der neueingeführten Pflegeversicherung zur Entlastung der Arbeitgeber abgeschafft. Ob das so eine gute Entscheidung war?
Natürlich ist Buße nicht von einem bestimmten Tag abhängig. Nur leider zeigt die Abschaffung den Stellenwert der Buße in der Gesellschaft und: Buße ist eigentlich eine gute „Pflegeversicherung“ für die Seele. Denn was gibt es Besseres, als das Herz und die Seele von Last zu befreien und in die offenen Arme Gottes zu laufen?
Jesus vergibt der Ehebrecherin
Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg. Aber schon früh am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich und lehrte sie. Da schleppten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau heran, die beim Ehebruch überrascht worden war. Sie stellten sie in die Mitte, wo sie von allen gesehen werden konnte, und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu?« Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon – die älteren zuerst. Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: »Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?« »Nein, Herr«, antwortete sie. »Ich verurteile dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr!«
Johannes 8, 1-11 (HfA)
Aus dieser Geschichte von Jesus können wir viel lernen.
Ankläger
Die Ankläger schleichen sich davon. Das muss eine amüsante Szene gewesen sein, wie sie, als Jesus sie anspricht, betreten auf den Boden sehen. Vielleicht mit den Füßen langsam in der Erde hin- und herscharren. Ein verstohlener Blick nach links. Ein Blick nach rechts. Was machen die anderen? Was soll ich jetzt tun? Wenn ich gleich gehe, meinen alle, ich wär der größte Sünder und würde mich nicht an die Gesetze von Mose halten. Viele Gedanken müssen ihnen durch den Kopf schießen. Wie komm ich da bloß raus? Der erste – der ganz hinten steht – geht langsam davon und huscht um eine Ecke. Puh! Außer Sicht. Immer mehr bröckelt die Menge der vorher so selbstsicheren und selbstgerechten Männer. Und tatsächlich sind nach kurzer Zeit alle weg.
Bevor wir jetzt die Schriftgelehrten und Pharisäer verurteilen, sollten wir uns an der eigenen Nase packen! Wie schnell erheben wir uns über andere Menschen, die in unseren Augen Fehler machen? Wie schnell verurteilen wir die Taten eines anderen? Dabei haben wir ALLE Falsches getan, das der Vergebung bedarf. Jeder hat seine kleineren und größeren Sünden. Denk mal drüber nach – wie hast du das letzte Mal reagiert, als dir jemand blöd kam? Was hast du über deinen Chef gedacht, als er dir das Wochenende mit viel Arbeit zugemüllt hat? Was hast du auf Facebook gepostet? Oder gibt es noch schlimmere Dinge, die du getan hast? Warst du untreu? Hast du gestohlen? Hast du Gott vernachlässigt? Bekenne diese Schuld vor Gott, so wird er dir vergeben:
Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.
1.Johannes 1,9 (HfA)
Umkehr
Ich denke mal, die Frau aus der Geschichte muss sehr verwundert gewesen sein, als plötzlich alle gingen und sie nicht verurteilt wurde. Und erleichtert. Natürlich weiß sie, dass sie Mist gebaut hat. Und sicherlich kannte sie das Gesetz. Auch wir wissen, was gut und was böse ist – und trotzdem tun wir oft das Falsche.
Spannend ist, dass Jesus die Frau nicht verurteilt, aber Er sagt einen wichtigen Satz: Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr! Tue Buße! Das ist damit gemeint: Eine Umkehr vom falschen Weg. Beim Buße tun geht es nicht um ein „Sorry, tut mir leid„, sondern um die Änderung unseres Lebenswandels. Eine 180°-Wende hin zu Gott! Das gilt für uns auch. Natürlich werden wir immer wieder fallen und den falschen Weg einschlagen. Nur ist es wichtig, dass wir dann aufstehen und in die richtige Richtung weitergehen. Das ist der Sinn des Buß- und Bettages, dass wir uns Zeit nehmen und bewusst machen, in welche Richtung wir momentan eigentlich laufen – wie der Prophet Jona vor Gott weg oder wie der verlorene Sohn auf den Vater zu? Es ist unsere Entscheidung, die wie jeden Tag aufs neue treffen können. Nicht nur am Feiertag. Dazu lade ich dich heute ein!
Gebet
Lieber Vater im Himmel!
Wir danken Dir, dass Du mit offenen Armen auf uns wartest! Danke, dass Du uns die Sünden im Namen Jesu vergibst! Danke, dass Du uns zeigst, wo wir Fehler machen und uns mit Deinem Heiligen Geist leitest, zu Menschen zu werden, die Dir nachfolgen!
Amen

Links zu Buß-Tagen
Wikipedia
National Sorry Day in Australien
Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag