
Gott krönt das Jahr mit seinem Gut
Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde.
Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.
Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.
Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;
der du die Berge gründest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht;
der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.
Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässt ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land.
Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.
Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Spuren triefen von Segen.
Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel gürten sich mit Jubel.
Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.Psalm 65 (LU17)
Psalmen finde ich unglaublich schön. Die ist Sprache oft sehr poetisch und bildreich. Sie drücken die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle wie Liebe, Hass, Schmerz, Leid, Freude, Ehrfurcht, Hoffnung aus Dankbarkeit aus. Und sie führen uns immer wieder Gottes Größe, Macht und Ehre vor Augen.

Psalm 65 – ein paar Gedanken…
Lob, Gebet und Gebetserhörung
Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde.
Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.
Weil Gott der Schöpfer der Welt ist und Er alle Ehre verdient, wird Er gelobt und angebetet. Denn Er verdient es! Bist du dir bewusst, dass Gott dein Herr ist und wie drückt sich das in deinem Leben aus? In unserer hektischen Zeit können wir schnell in den Alltagstrott geraten und Gott lassen wir links liegen. Es gibt ja immer vieles Wichtiges zu tun. Stille kennen wir oft auch nicht mehr – oder können sie nicht mal mehr aushalten. Doch Gott lädt uns ein, trotz allem innezuhalten und zu Ihm zu kommen: Zum Loben und Anbeten und um selbst wieder Kraft aus einer Begegnung mit Ihm schöpfen zu können.
Im Gebet begegnen wir Gott und Er hat versprochen, dass Er Gebete erhört:
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt – Frucht, die bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.
Johannes 15,16 (HfA)
»Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Matthäus 7,7-8 (HfA)
Die Bibel ist voller Geschichten, in denen Gebete erhört werden. Und manchmal werden sie auch nicht erhört. Gott entscheidet das – und zwar nicht, um uns zu ärgern, sondern weil Er am besten weiß, was gut für uns ist.
Gnade und Gerechtigkeit
Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.
Psalm 65 ist vom König David geschrieben worden. Er weiß, wie es ist, wenn einen die Lasten der Schuld und der Sünden drücken. Vor allem nachdem er mit der Frau eines anderen ins Bett gegangen ist und eben diesen Mann hat umbringen lassen (2.Samuel 11). Ich weiß nicht, wie es dir heute geht, ob dich etwas bedrückt, weil du Schuld auf dich geladen hast. Vielleicht schläfst du unruhig, weil du ein schlechtes Gewissen hast. Vielleicht musst du den Mut fassen, einen Fehler einzugestehen. Ich will dir Mut machen, vorwärts zu gehen:
Nenne das, was dich belastet beim Namen und bringe es vor Gott. Wenn du um Vergebung bittest, vergibt Er dir gerne. Für deine Schuld gegenüber Gott hat Jesus bezahlt.
Gehe auf die betroffenen Menschen zu und entschuldige dich. Das macht dich und sie wieder frei.
Trage die Konsequenzen deines Handels, auch wenn sie unangenehm sein mögen. Das ist vielleicht hart, aber es ist der richtige Weg.
Gott ist gerecht und wird keine Schuld übersehen. Für Schuld muss bezahlt werden. Wir hätten die Strafe – den ewigen Tod – eigentlich verdient. Doch ist Gott gnädig, denn Er vergibt denen, die an Seinen Sohn Jesus glauben.

In der Nähe Gottes
Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.
Der Vorhof des Tempels war der Bereich vor dem Allerheiligsten. Diesen Vorhof durften auch „normale“ Juden betreten; das Allerheiligste, wo Gottes Gegenwart war, nur bestimmte Priester (und aufwändige Buß- Sühne- und Reinigungsrituale waren nötig). Auch wenn der Vorhof „nicht ganz bei Gott“ war, steht in Psalm 84:
HERR, ein Tag in den Vorhöfen deines Tempels ist mehr wert als tausend andere!
Psalm 84,11 (HfA)
Durch die Gnade Gottes wird eine Begegnung mit Ihm selbst möglich: Vor zweitausend Jahren kam der Sohn Gottes auf die Welt. Durch Ihn können wir alle Gott begegnen. Der Vorhang zwischen Vorhof und dem Allerheiligsten ist bei Seinem Tod am Kreuz zerrissen (Lukas 23,45) – ein Symbol dafür, dass wir nun Gott begegnen können.
In der Nähe Gottes sein, heißt, dass wir frei zu Ihm sprechen dürfen, Ihn manchmal hören oder sogar spüren können. Wir sind frei von der Sünde, die uns von Ihm trennt, weil Jesus die Schuld bezahlt hat. Das ist ein riesiges Gnadengeschenk, dass jeder von uns annehmen darf. Egal was in seinem Leben schon passiert ist.
Segen
Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.
Du suchst das Land heim und bewässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässt ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land.
Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.
Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Spuren triefen von Segen.
Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel gürten sich mit Jubel.
Wenn ich diese Verse lese, entstehen in mir Bilder von grünen, fruchtbaren Landschaften, weiten Weizenfeldern und vollen Honigwaben. Gott segnet das Land, spricht also Gutes über ihm aus, so dass es reiche Frucht bringen kann. Nicht nur ein bißchen – nein! Denn Gott ist so großzügig, dass das Gute überfließt, dass es trieft. Gott möchte uns Menschen Gutes tun, sonst hätte Er ihn nicht in den Garten Eden gesetzt, in dem es alles gab, was der Mensch brauchte.
Ich wünsche dir, dass dich Gott segnet und das Gute über dich, dein Leben, deine Familie ausgießt und dir alles gibt, was du brauchst!

Zuversicht
Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;
Laut Duden ist die Zuversicht ein „festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen“. Wie kann man heutzutage positiv in die Zukunft blicken? Bei all den gesellschaftlichen Fragen und den Unsicherheiten und den Katastrophenszenarien? Hm, die ganze Welt werden wir nicht wirklich verändern können. Aber wir können die Welt um uns und in uns verändern und versuchen, eine optimistische Grundeinstellung zu bekommen. Wie kann das funktionieren?
Manche Situationen müssen wir aushalten und manche Krise müssen wir durchleben. Das gehört zum Leben dazu und solche Situationen können uns reifen lassen. Wir lernen, Gott in den dunkelsten Stunden zu vertrauen und werden sehen: Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels (nein, das muss kein D-Zug sein😉!).
Wichtig ist, dass du Freundschaften pflegst und dass du Menschen um dich hast, die dir beistehen. Ihr könnt euch gegenseitig Mut machen und euch stützen, wenn es mal schlecht läuft.
Nimm dir auch Zeit zu entspannen und einen Gang runter zu schalten. Mach etwas, was dir gut tut und dir Spaß macht.
Lass dich nicht vom Alltag treiben, sondern übernimm selbst das Ruder.
Sei dankbar für die Dinge, die gut laufen, die du hast und auf die du dich freuen kannst.
Wende dich an denjenigen, der die ultimative Hoffnung ist: Jesus. Sprich mit Ihm und vertrau Ihm deine Sorgen an. Er kümmert sich darum. So seht es schon im Psalm 65: Gott ist die Zuversicht aller auf Erden!
Gottes Macht
der du die Berge gründest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht;
der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen.
David ist überwältigt von Gottes Macht und drückt in gewaltigen Bilder Gottes Souverenität über alle Schöpfung aus. Jesus selbst ist derjenige, der den Sturm stillt (Matthäus 8,23-27) und Ruhe bringt. Das gilt nicht nur für das echte Meer, sondern auch für die Stürme in unserem Leben. Uns begegnen immer wieder Dinge, die echt heftig sind und unseren Alltag ganz schön durcheinanderwirbeln. Wir suchen Hilfe und Halt. Manchmal wissen wir einfach nicht, wie es weitergehen soll oder wie wir all die Ereignisse noch verkraften sollen. Genau in solchen Situationen ist Gott für dich da und wenn du dich Jesus anvertraust, zu Gott betest, wirst du merken, dass du nicht allein bist und dass sich Gott um die kümmert. Manchmal müssen wir – wie es David in Psalm 23 schreibt – durch die finsteren Täler hindurchgehen. Aber Gott ist da und führt uns durch.

Dank
Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.
Am Ende des Psalms drückt David seinen Dank gegenüber Gott für allen Segen aus, weil er weiß, dass von Gott aller Segen kommt. Überlege dir heute an diesem Sonntag, welche Segnungen du in den letzten Wochen und Monaten erleben durftest und schreibe sie auf. Auch wenn es dir aktuell nicht gut gehen mag, gibt es auch in deinem Leben Dinge, für die du dankbar sein kannst. Und all die Dinge, die wie eine Last auf dir liegen, kannst du zu Jesus bringen, denn Er kümmert sich drum.
Der Psalm in Bildern












Links
- Dankbarkeit oder Zitronen auf SalzUndLicht
- Zuversicht auf SalzUndLicht
- Umkehren auf SalzUndLicht
- Die Hütte Gottes bei den Menschen auf SalzUndLicht
- Ich werde euch Ruhe geben auf SalzUndLicht
- Psalm 65 in moderner Übersetzung: Hoffnung für alle