Siehst Du dieses Licht? (I)


Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

– 1.Mose 1,3 (LU17)

Licht. Mit Licht verbinden wir Menschen das Gute, positive Energie, Schönes, Wärme. Wir bringen etwas ans Licht oder Licht ins Dunkel. Manches wirft ein schlechtes Licht auf uns oder wir werden erleuchtet. Viele Sprichwörter zum Thema Licht haben sich im Sprachgebrauch etabliert.

Die Naturwissenschaft beschäftigt sich mit Licht: Welle-Teilchen-Dualismus, Laser, Lichtbrechung, Optik und so weiter. Wenn man in diesem Bereich sich etwas auskennt und mal nachdenkt, ist Licht extrem vielseitig. Es schneidet in Form von Laserlicht sogar Stahl, es wird von Pflanzen zur Fotosynthese gebraucht, wird bilden damit in Mikroskopen kleinste Strukturen ab oder schauen in die tiefsten Tiefen des Alls. Es gibt Licht als schädliche Gammastrahlung, als sanfte Wärmestrahlung oder in den bunten Farben des Regenbogens.

In der Bibel taucht das Licht von Anfang an auf. Gott ist der Vater des Lichts, Jesus der Helle Morgenstern, der Heilige Geist ein Feuer vom Himmel und wir Christen werden von Paulus als die Kinder des Lichts bezeichnet.

In der aktuell „dunklen Jahreszeit“ so kurz vor Weihnachten will ich mich mit dem Thema „Licht“ mal etwas mehr auseinandersetzen. Schließlich ist an Weihnachten das Licht der Welt geboren worden!

Siehst Du dieses Licht? (I) 11.12.2022: Vater des Lichts
Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (III) 24.12.2022: Jesus – Licht der Welt
Siehst Du dieses Licht? (IV) 25.12.2022: Kinder des Lichts

Siehst Du dieses Licht? – Vater des Lichts

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.

Jakobus 1,17 (LU17)

Licht ist schon interessant. Je nachdem, welches Experiment man zugrunde legt, verhält es sich mal als Teilchen (Photoeffekt) oder als Welle (Streuexperimente). Vielleicht kann man das mit Wasser vergleichen: Wenn ich langsam in eine Badewanne steige, umspielt das Wasser sanft meine Beine und wenn ich einen Bauchklatschter vom Fünfmeterbrett machen, war’s das mit „sanft“. Auf jeden Fall ist das Ganze schon etwas geheimnisvoll. Gott ist genauso. Geheimnisvoll, nicht zu ergründen. Manches verstehen wir und können es erklären und manches eben nicht. Trotzdem ist Gott immer nahbar und lässt sich finden, wenn man Ihn sucht. So wie ein Licht auf einem Berg nicht verborgen bleibt.

Was ist das Wichtigste am Licht? Richtig: Die Lichtquelle.

Lichtquellen

Gott ist der Vater des Lichts. Er ist die natürliche Lichtquelle für unser Leben.

Es gibt viele natürliche Lichtquellen wie unsere Sonne, die Sterne, der Mond, Feuer, Sternschnuppen. Glühwürmchen oder Tiefseefische können selber leuchten (nicht nur bei Avatar!). Wir Menschen schaffen unsere eigenen Lichtquellen. Angefangen bei Fackeln über Glühbirnen, LEDs und bunten Neonröhren bis hin zu Attosekunden-Lasern.

Menschen leben nicht gerne im Dunkeln. Viele haben sogar Angst in finsteren Ecke oder Räumen. Das Dunkle hat immer etwas Bedrohliches. Was lauert im Schatten? Im Dunkeln wird man unsicher und hat keine Orientierung.

Wir brauchen eine Lichtquelle!

Wir brauchen das Licht! Deshalb haben wir Menschen künstliche Lichtquellen geschaffen, damit wir uns in der Dunkelheit der Nacht zurechtfinden. So geht’s uns im Leben oft auch. Wir tappen im Dunkeln, was unserer Zukunft anbelangt. Wissen wir, was richtig und was falsch ist? Wohin wenden wir uns in der Not? Und so ging es den Menschen vor tausenden Jahren schon. Doch oft wandten und wenden wir uns nicht an die natürliche Lichtquelle für unser Leben: Gott Vater, den Vater des Lichts. Nein. Wir schaffen künstliche Götter und Götzen und meinen, dass sie uns Erleuchtung bringen. Vielleicht passiert das ein bißchen. Manche Lichtquellen sind auch Fallen: Tiefseefische, die Leuchtpunkte als Köder benutzen, oder die Bewohner von Nags Had auf den Outer Banks vor der Ostküste der USA, die mit künstlichen Leuchtfeuern Schiffe in Untiefen lockten und anschließend ausraubten. Richten wir uns an der falschen Lichtquelle aus, dann gehen wir in die Irre!

Die richtige Quelle erkennen

Die richtige Lichtquelle zu erkennen, ist nicht immer einfach. Wenn ich das auf den Glauben übertrage: Ich sehe mir die Lichtquelle (Gott, die Religion) genau an. Ich prüfe, ob sie mich in der Dunkelheit trägt – ist Hilfe in Schwierigkeiten da? Kann ich mich darauf verlassen, dass sie echt ist oder zerfällt sie nach der ersten Prüfung und entpuppt sich als menschliches Konstrukt? Hilft sie mir ein besserer Mensch für meine Mitmenschen und für mich zu werden? Ist sie alltagstauglich oder nur eine Show zu bestimmten Tagen? Ist sie unabhängig von mir? Macht sie Sinn oder widerspricht sie dem gesunden Menschenverstand? (Was Wunder oder übernatürliche Dinge nicht unbedingt ausschließen muss.) Gibt es glaubwürdige Zeugen? Ist sie „praxisrelevant“ oder nur ein nettes Anhängsel? Verändert sie mein Leben zum Positiven?

Solche und ähnliche Fragen habe ich mir immer wieder mal gestellt. Ich habe mir die verschiedenen Religionen vor einigen Jahren angesehen. Habe geprüft, gerungen und gebetet. Meine Lichtquelle ist der Gott der Bibel, das ist mir in dieser Zeit klar geworden. Es gibt keine klarere oder bessere Lichtquelle in meinen Augen. (siehe auch „Warum glaube ich„).

Von der Quelle hängt es ab

An der Strahlung sollst du sie erkennen!

Wie der Lichtstrahl, der bei uns ankommt, aussieht, ist im Wesentlichen von der Lichtquelle abhängig. Dazu muss man jetzt ein paar Dinge über elektromagnetische Strahlung – die das Licht ja ist – wissen. Diese Strahlung ist wie eine Welle, die sich mit der Zeit von einem Punkt ausgehend im Raum ausbreitet. Sie hat ein Minimum und ein Maximum, die sich sinusförmig periodisch abwechseln:

Das Licht hat eine Wellenlänge. Das heißt, von einem Wellenkamm bzw. -tal zum nächsten ist der Abstand immer gleich. Und es besitzt eine Amplitude, das ist die Höhe der Wellenberge bzw. die Tiefe der Wellentäler. Die Anzahl der Wellen pro Sekunde nennt man die Frequenz – angegeben in Hertz.

Die meisten Lichtquellen strahlen einen Mix von unterschiedlichen Wellenlängen in unterschiedlicher Menge ab. Das nennt man dann das Spektrum der Lichtquelle. Man kennt das z.B. von den LEDs: „warmweiß“ oder „kaltweiß“. Abhängig ist das z.B. von der Temperatur der Lichtquelle oder den vorhandenen chemischen Elementen in der Lichtquelle. Zum Beispiel man kann aus dem Lichtspektrum eines Sterns „herauslesen“, welche Elemente in ihm vorhanden sind (vgl. Fraunhoferlinien). Das wird in der Astromnomie auch für die Bestimmung der Zusammensetzung von Exoplaneten verwendet.

Alle Wellenlängen dieser Lichtquellen bewegen sich im sogenannten elektromagnetischen Spektrum, das von harter Gammastrahlung (Wellenlänge <1 Picometer) über das sichtbare Licht bis zu den Radiowellen (Wellenlänge >1 Kilometer) reicht. Von der Wellenlänge ist zudem die Energie des Lichts abhängig. So hat rotes Licht nur etwa halb soviel Energie wie violettes Licht, oder UV-Strahlung hat 10-25 mal mehr Energie wie Wärmestrahlung – das erklärt den Sonnenbrand, da die energiereiche Strahlung Moleküle in der Hautzelle beschädigen kann.

Gott – unsere Lichtquelle

Tja. Mal ganz nett, dieses Wissen. Aber was hat das jetzt mit Glauben zu tun? Ich hab mir Folgendes überlegt: Gott ist (mindestens) so vielseitig wie die elektromagnetischen Wellen!

Gott hat eine harte Seite. Er kann zornig werden und Zerstörung bringen. So wie Gammastrahlung unseren Körper zerstören kann. Gott ist allmächtig und der Schöpfer der Erde!

Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen; die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben;

Psalm 29,5/7/8a (LU17)

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

Psalm 139,1b/2

Gott sieht in uns hinein, wie Röntgenstrahlung es kann. Er kennt unser Innerstes, unsere geheimsten Gefühle und Gedanken.

Gott macht Unsichtbares sichtbar, wie UV-Licht (Schwarzlicht), das Geheimtinte oder unsere Zähne im Dunkeln zum Leuchten bringt.

Denn es ist nicht so, wie ein Mensch es sieht: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.

1.Samuel 16,7b (LU17)

Er [der Sohn] machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Lukas 15,20 (HfA)

Gottes Liebe ist wie die Wärmestrahlung der Sonne oder eines Feuers. Sie baut unsere Seele auf. Gott wartet auf uns mit offenen Armen. Er freut sich über jeden, der zu Ihm kommt.

Gott macht unser Leben bunt – durch das Licht mit Wellenlängen von 400 – 700 nm erscheint uns die Welt so wunderbar bunt, bekommt der Regenbogen seine Farben. Ohne Gott wäre unser Leben grauer und trister.

Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des HERRN anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.

Heselkiel 1,28 (LU17)

Die richtigen Augen

Jesus rief ein kleines Kind, stellte es in ihre Mitte und sagte: »Ich versichere euch: Wenn ihr euch nicht ändert und so werdet wie die Kinder, kommt ihr ganz sicher nicht in Gottes himmlisches Reich.

Matthäus 18,2+3 (HfA)

Damit Licht wahrgenommen werden kann, braucht es Detektoren. Für das sichtbare Licht – wie der Name schon sagt – haben wir unsere Augen. Die langewelligere Wärmestrahlung spüren wir mit unserer Haut. Bienen sehen zum Beispiel auch Anteile des UV-Lichts mit ihren Facettenaugen. Stechmücken sehen Wärmestrahlung. Alle anderen Strahlungsarten können Lebewesen nicht wahrnehmen.

Kluge Menschen haben dafür eine Reihe von Detektoren als Hilfsmittel entwickelt. Radios für die Radiowellen. Röntgenschirme oder Fotoplatten für Röntgenstrahlung. Spezielle Detektoren für die Hintergrundstrahlung des Universums. Wärmebildkameras. Und so weiter.

Wichtig ist nur, dass unser Blick auf dieses Licht nicht getrübt wird. Die Astronomen bauen Teleskope auf hohen Berggipfeln, weil dort die Störungen durch die Atmosphäre sehr gering sind. Oder man baut eines gleich im Weltraum, wie das berühmte Hubble-Teleskop. Durch eine schmutzige Scheibe, trübes Wasser oder Milchglas kommt kaum Licht. Linsen, Prismen oder Spiegel lenken das Licht ab oder verändern (brechen) es. Sogar die Schwerkraft kannt den Raum so stark krümmen, dass Licht abgelenkt wird -vgl. Wikipedia – Schwerkraft.

Für Gott haben wir Menschen ebenfalls Sensoren. Er hat sie in uns hineingelegt. Es ist diese Sehnsucht nach dem Füllen der Leere in uns. Es ist unser Gewissen. Unser Verstand sagt uns, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als das, was wir sehen können. Die Liebe. Unsere Augen des Herzens sozusagen. Mit denen lässt sich Gott finden. In der Ruhe, in der Geborgenheit des Gebets, im in sich Hineinhorchen. Dort hören wir die leise Stimme Gottes, die seine Kinder zu Ihm ruft. Wir sehen das Licht, das uns zu Ihm leitet, zum Vater des Lichts.

Vater des Lichts

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.

Jakobus 1,17 (HfA)

Licht steht für das Gute. Für das Vollkommene. Für Wahrheit. Gott ist das Vater des Lichts. Von Ihm kommt ausschließlich das Gute, ist ist die Wahrheit. Er ist der Ursprung des Guten und Lebendigen. Er steht zu Seinem Wort. Er hat gute Gedanken über uns und möchte unser Bestes. Er möchte, dass wir Ihm nachfolgen und auf Seinem Weg gehen. Er möchte, dass wir gute Menschen sind und wie ein Licht in der Dunkelheit, in der Welt, sind. Denn wir wissen, dass die Welt nicht gut ist.

Das ist die Botschaft, die wir von Christus gehört haben und die wir euch weitersagen: Gott ist Licht. In ihm gibt es keine Finsternis.

1.Johannes 1,5 (HfA)

Da wir Menschen sind, werden wir niemals perfekt sein. Das ist nicht unsere Aufgabe. Aber Gott ist es! Und wir sollen den Willen Gottes tun. Er hat für uns gute Taten vorbereitet. Gottes Licht soll durch uns strahlen. Strahlen – das müssen und können wir garnicht selber. Das nimmt viel Druck, wie ich finde. Wenn wir uns in Gottes Nähe begeben – sei es durch Gebet, Gesang, Gemeinschaft mit anderen Christen – werden wir automatisch „erleuchtet“. Gott schenkt Seine große Liebe und wir können sie weiterschenken. Er versorgt uns, wir können andere versorgen. Er tröstet uns, wir können andere trösten. Er steht uns bei, wir können anderen beistehen. So kann jeder von uns Gottes Licht an finstere Orte in dieser Welt bringen. Zu Menschen, die trauern, die Drogen nehmen, die alleine sind, die an der Welt verzweifeln, Kranke und Hungernde.

Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht.

Deshalb: Bringen wir – besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit – Licht an Orte, die finster sind. Vielleicht müssen wir nicht weit gehen. Denken wir für einen kurzen Augenblick über unsere Nachbarn, Freunde, Familie, Kollegen nach. Wer könnte Hilfe gebrauchen?

Wenn Du jemanden weißt, dann nimm jetzt einfach das Telefon in die Hand und ruf an! Der Rest ergibt sich!

Herzlichen Dank für’s Lesen und eine gesegnete Adventszeit!

Zu den anderen Beiträgen

Siehst Du dieses Licht? (II) 18.12.2022: Heiliger Geist – Feuer
Siehst Du dieses Licht? (III) 24.12.2022: Jesus – Licht der Welt
Siehst Du dieses Licht? (IV) 25.12.2022: Kinder des Lichts

Weiterführende Links

Licht der Welt

Warum Salz und Licht?


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