
Es kann vorkommen, dass ein verheirateter Mann an seiner Frau etwas Anstößiges findet und ihm nichts mehr an ihr liegt. Er schreibt ihr eine Scheidungsurkunde und schickt sie weg.
5.Mose 24,1 (HfA)
Ehebruch, Scheidung und Wiederheirat…
…sind schwierige, sensible und sehr emotionale Themen. Die Meinungen gehen hier auseinander. Als ich noch im Kindergarten bzw. in der Grundschule war eine Scheidung nicht üblich und Scheidungskinder, die man selbst kannte, selten. Heute gibt es sehr viele geschiedene Ehepaare, wiederverheiratete Ehepartner, Patchworkfamilien und so weiter. Scheidung ist sozusagen üblich. Die Ehe hat ihren Wert verloren. Mittlerweile gibt es fast keinen Katastrophenfilm mehr, in dem die Eltern nicht getrennt leben („2012“ usw.).
Selbst in der christlichen Gemeinschaft ist kein Konsens zu finden. Die katholische Kirche geht relativ streng damit um. Die evanglische sehr liberal. Bei den anderen Denomiationen gibt es diese Spannweite ebenfalls. Manchmal wird das Thema auch einfach ignoriert…
Natürlich wäre es als glücklich verheirateter Mann einfach zu sagen: Bleibt halt zusammen. Ihr müsst euch nur anstrengen. Gott wird das schon richten. Aber so einfach ist es leider nicht.
Man kann sehr schnell ins Verurteilen kommen. Dabei kennt man erstens meistens die Umstände nicht, die zur Scheidung führten und zweitens sollen wir andere nicht richten (Richtet nicht! oder Wir sind Richter! auf SalzUndLicht). Manchmal kann man gut verstehen, warum die Frau sich vom Mann getrennt hat oder umgekehrt. Es können viele Verletzungen jeglicher Art in einer Ehe passieren.
Dran arbeiten
Es lohnt sich immer, für eine gute Ehe zu kämpfen und nicht aufzugeben. Man kann viel tun, bevor es zu einer Scheidungssituation kommen muss (Ehe – Tipps und Tricks auf SalzUndLicht). Eine Beziehung – egal ob zum Ehepartner, Gott, Kindern, Eltern oder Freunden – ist nie ein Selbstläufer! Es bedeutet immer Zeit, Arbeit, Geduld und Liebe. Aber es lohnt sich! Und ja: Es gibt auch glücklich verheiratete Paare!

Keine Gewinner
Sicher ist, dass es beim Scheitern einer Ehe (normalerweise) keine Gewinner gibt – außer die Scheidungsanwälte vielleicht. Es gibt Streit, Hass, Verletzungen, die Seele leidet, die Kinder nimmt es mit, das Leben, das man sich aufgebaut hat, ist kaputt. Es leiden die Freunde und die restliche Familie mit. Der Umgang mit dem gemeinsamen Vermögen ist immer ein schwieriger Punkt. Manchmal zieht es jahrelange Rechtsstreits um Unterhalt, Sorgerecht, usw. hinter sich her. Zum Teil gibt es Stalking, Drohungen, ja sogar Morde gab es aus diesem Grund schon.
Ich glaube nicht, dass Gott sich sowas für uns wünscht. Gott hat die Ehe als perfekte Gemeinschaft geplant. Die Ehe ist Ihm wichtig (Ehe – Die Welt und Gott auf SalzUndLicht). Außerdem ist die Ehe ein Sinnbild für die Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel und zwischen Jesus (Bräutigam) und der Gemeinde (Braut).
In der Bibel
Die Bibel bietet Einiges den Themen Ehe, Ehebruch, Scheidung und Wiederheirat. Es scheint einer der kompliziertesten Themenkomplexe zu sein und es bleiben immer wieder Fragen offen. Ein paar Stellen möchte ich rausgreifen und versuchen zumindest ein kleines bißchen Klarheit hineinzubringen und die Themen zu beleuchten. Manches mag heutzutage ziemlich unpopulär erscheinen, aber nichts desto trotz steht es in der Bibel.
Da kamen einige Pharisäer zu Jesus, weil sie ihm eine Falle stellen wollten. Sie fragten ihn: »Darf sich ein Mann von seiner Frau aus jedem beliebigen Grund scheiden lassen?« Jesus antwortete: »Habt ihr denn nicht gelesen, was in der Heiligen Schrift steht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang die Menschen als Mann und Frau schuf und sagte: ›Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.‹ Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Und was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.« »Doch weshalb«, fragten sie weiter, »hat Mose dann vorgeschrieben, dass der Mann seiner Frau eine Scheidungsurkunde geben soll, wenn er sie wegschicken will?« Jesus antwortete: »Mose erlaubte es, dass ihr euch von euren Frauen scheiden lasst, weil er euer hartes Herz kannte. Am Anfang ist es jedoch anders gewesen. Ich sage euch: Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch, es sei denn, seine Frau hat ihn betrogen.«
Matthäus 19,3-10 (HfA)
Jesus spricht an, was Gott sich wünscht und wie Er es sich gedacht hat: Die christliche Ehe ist eine Verbindung von einem Mann und einer Frau, die volle Vereinigung zwischen zwei Personen. Diese Verbindung ist wichtiger als die Beziehung zu den Eltern und soll nicht durch menschliche Dinge zerstört werden. Doch Jesus versteckt sich nicht vor der Welt/ der Realität des Menschseins und ist irgendwie abgehoben. Gott toleriert die Umstände, heißt aber deswegen noch lange nicht alles gut. Jesus spricht an, was Gottes Absichten sind und Er verurteilt nicht.

Ehebruch
Nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten gibt Gott Mose und dem Volk die 10 Gebote. Darunter ist zu lesen:
Du sollst nicht die Ehe brechen!
2.Mose 20,14 (HfA)
Gott schützt damit die Ehe und die Ehepartner vor dem Fremdgehen, d.h. dem Geschlechtsverkehr mit einem anderen Menschen außer dem Ehemann oder der Ehefrau. Der Bruch der Ehe wird im Alten Testament schwer bestraft. Hintergrund dafür ist unter anderem, dass Gott ein heiliges Volk möchte, es sich von den heidnischen Völkern unterscheiden und gehorsam sein soll:
Wenn ein Mann mit der Frau eines anderen die Ehe bricht, sollen beide getötet werden.
3.Mose 20,10 (HfA)
Damit ist klar, dass die Ehe keine lockere Absprache zwischen zwei Menschen ist oder dass sie keine Bedeutung hat, sondern sie eine besondere Gemeinschaft zwischen zwei Menschen – die engste Beziehung, die möglich ist, sein soll. Gott ist diese Keimzelle der Familie und der Gesellschaft extrem wichtig, denn wenn es keine gute Regelung, keine tragfähige Einheit im Kleinen gibt, wie soll dann ein ganzer Staat, eine ganze Gesellschaft bestehen und funktionieren? Über kurz oder lang wird Chaos ausbrechen, wenn es nichts mehr gibt, auf was man sich verlassen kann. Und welches Leid eine gescheiterte Ehe mit sich bringt, hab ich schon weiter oben geschildert.
Heute wird – zumindest in der westlichen Welt – niemand mehr wegen Ehebruch bestraft. Das soll aber nicht heißen, dass es deswegen okay ist, fremdzugehen. Im Gegenteil; Jesus sagt in der Bergpredigt Folgendes:
»Ihr wisst, dass es heißt: ›Du sollst nicht die Ehe brechen!‹ Doch ich sage euch: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.
Matthäus 5,28
Vermutlich wären viele von uns zum Steinigen verurteilt… Jesus weiß, dass die Sünde nicht erst beginnt, wenn die Tat ausgeführt wird, sondern die Saat schon im Herzen gelegt ist; schon beim Verlangen beginnt es. Vor allem, wenn dieses Verlangen weiter genährt wird, indem man sich den Gedanken weiter hingibt und in seiner Fantasie die tollsten Dinge ausmalt.
Im Johannesevangelium wird eine Begebenheit aus Jesu Leben berichtet:
Jesus verließ die Stadt und ging zum Ölberg. Aber schon früh am nächsten Morgen war er wieder im Tempel. Viele Menschen drängten sich um ihn. Er setzte sich und lehrte sie. Da schleppten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau heran, die beim Ehebruch überrascht worden war. Sie stellten sie in die Mitte, wo sie von allen gesehen werden konnte, und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu?« Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon – die älteren zuerst. Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: »Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?« »Nein, Herr«, antwortete sie. »Ich verurteile dich auch nicht«, entgegnete ihr Jesus. »Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr!«
Johannes 8,1-11 (HfA)
„Wir Schriftelehrten haben sie erwischt! Die Ehebrecherin! Wo war der Mann? Gute Frage… Egal, auf jeden Fall muss dem Gesetz genüge getan werden. Ob Jesus das tut und das Richtige sagt? Wollen wir ihn testen und dann können wir hoffentlich endlich Anklage gegen diesen Mann erheben! Oder ihn als Römerfreund bezichtigen.“ So etwas oder so etwas Ähnliches muss damals den Schriftgelehrten durch den Kopf gegangen sein. Es ging in diesem Fall weniger um die Schriftauslegung als um eine Anklage gegen Jesus zu finden. Doch Jesus lässt sich nicht auf das Spielchen ein. Er will, dass das Todesurteil von denen vollstreckt wird, die selbst ohne Sünde sind. Und das war offensichtlich keiner. Für uns heißt das, dass wir nicht schnell über andere urteilen und Strafen aussprechen sollten, denn wir sind selbst nicht besser. Jeder von uns müsste weggehen, wie alle anderen in dieser Geschichte.
Zum Schluss steht nur noch die Frau bei Jesus. Er bestraft sie nicht, aber Er lässt den Ehebruch auch nicht einfach auf sich beruhen. Im Gegenteil: Erstens ist Er gnädig und zweitens fordert Er die Frau auf, von ihrem falschen Weg umzukehren und nicht mehr zu sündigen.
Auch wenn Gott gnädig ist und Sünde vergibt, wenn wir sie bereuen, ist das noch lange kein Freibrief dafür, dass wir tun und lassen können, was uns gerade passt. Egal, ob es Gott gefällt oder nicht.

Ehescheidung
Ihr fragt nach dem Grund? Nun, der HERR selbst ist Zeuge dafür, wie ihr Männer eure Frauen verstoßen habt, mit denen ihr seit eurer Jugend verheiratet wart. Ihr habt ihnen die Treue gebrochen, obwohl ihr mit ihnen einen Bund fürs Leben geschlossen habt und sie immer an eurer Seite waren. Hat Gott euch nicht zu einem Leib und einem Geist vereint? Und warum hat er das getan? Er wollte, dass eure Nachkommen zu seinem Volk gehören. Darum nehmt euch in Acht und haltet euch an den Treueeid, den ihr einst euren Frauen geschworen habt. Denn der HERR, der allmächtige Gott Israels, sagt: »Ich hasse Ehescheidung, ja, ich verabscheue es, wenn ein Mann seiner Frau so etwas antut. Darum nehmt euch in Acht und brecht euren Frauen nicht die Treue!«
Maleachi 2,14-16 (HfA)
Gott macht hier deutlich, dass wir den Ehepartnern die Treue halten sollen und dass Er Ehescheidung nicht will. Das ist eine klare Position.
Ein lapidares „Wir haben uns auseinandergelebt.“ ist sicher kein Grund sich scheiden zu lassen. Vorher gibt es noch genug Möglichkeiten entgegenzusteuern und die Ehe lebendig zu halten. Doch gibt es Gründe, wann eine Scheidung für einen Christen „zulässig“ wäre:
Für diejenigen, deren Ehepartner nicht gläubig ist, gibt es keinen ausdrücklichen Befehl des Herrn. Deshalb rate ich: Wenn ein Christ eine ungläubige Frau hat, die bei ihm bleiben will, soll er sich nicht von ihr trennen. Und wenn eine Christin einen ungläubigen Mann hat, der bei ihr bleiben will, soll sie ihn nicht verlassen. Denn der ungläubige Mann steht durch seine gläubige Frau unter dem Einfluss Gottes, ebenso die ungläubige Frau durch ihren gläubigen Mann. Sonst würden ja auch eure Kinder fern von Gott sein. Doch auch sie stehen unter Gottes Segen. Wenn aber der ungläubige Partner auf einer Trennung besteht, dann willigt in die Scheidung ein. In einem solchen Fall ist der christliche Partner nicht länger an den anderen gebunden. Denn Gott will, dass ihr in Frieden lebt. Es ist ja nicht sicher, ob du als Frau deinen Mann zu Christus führen kannst oder ob du als Mann deiner Frau zum Glauben verhelfen wirst.
1.Korinther 7,12-15 (HfA)
Der erste Grund ist, wenn einer der Partner ungläubig ist. Wenn möglich sollen die Partner beieinander bleiben, da der gläubige einen guten Einfluss auf den ungläubigen haben kann. Das kann heilsam für die ganze Beziehung und die Familie sein. Andererseits ist es sicher nicht leicht, wenn ein Ehepartner nicht glaubt, denn es kann sich über einen wichtigen Lebensbereich nur eher schwierig ausgetauscht werden. Das birgt Konfliktpotential, wenn der gläubige Partner viel Unverständnis erntet oder mit „aller Gewalt“ versucht, den anderen zu bekehren. Nichtsdestotrotz kann eine gute Ehe diese Spannung aushalten und Paulus schreibt, dass sich der christliche Partner nicht trennen soll. Besteht der unchristliche Partner auf der Trennung, sieht die Sache anders aus und eine Scheidung ist im biblischen Sinne möglich.
»Es heißt auch: ›Wer sich von seiner Frau trennen will, soll ihr eine Scheidungsurkunde geben.‹ Doch ich sage euch: Wer sich von seiner Frau scheiden lässt, obwohl sie ihn nicht betrogen hat, der treibt sie in den Ehebruch. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, der begeht Ehebruch.«
Matthäus 5,31-32 (HfA)
Ich sage euch: Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch, es sei denn, seine Frau hat ihn betrogen.
Matthäus 19,9 (HfA)
Der zweite Grund ist klar: Geht der Ehepartner ein sexuelles Verhältnis mit einem anderen Menschen ein, ist das Ehebruch und somit KANN die Ehe geschieden werden. Denn das Fremdgehen ist ein extremer Bruch des Vertrauens zwischen den Ehepartnern und das kann oft nur schwer wiederhergestellt werden. Die Wunden brauchen lange, um zu heilen. Eine Scheidung ist kein MUSS – denn der/ die „Fremdgehende“ kann seine/ ihre Tat ja bereuen, zurückkehren und um Vergebung bitten. Die Chance auf eine Wiederherstellung der Beziehung ist da. Das ist sicher kein einfacher Weg – und man sollte sich unbedingt Hilfe suchen, wenn ihn gehen möchte. Vorausgesetzt beide möchten es.
Gewalt in der Ehe
Ich habe mich noch gefragt, wie es wohl ist, wenn der Ehepartner den anderen verbal angreift, demütigt, beleidigt, misshandelt, missbraucht, schlägt oder vergewaltigt. Sowas kommt leider vor – auch im christlichen Bereich. Obwohl das niemals sein darf. Gott hat sich das nicht für uns gedacht und gewünscht. Ganz sicher nicht. (siehe auch Familienleben: Ehe – Was sagt die Bibel dazu? oder Love Challenge für Männer auf SalzUndLicht.)
Doch was ist in diesem Fall richtig? Ist eine Scheidung biblisch gesehen zulässig? Sollte die geprügelte Ehefrau bei ihrem Partner bleiben? Ich habe dazu keine konkrete Bibelstelle gefunden, in der das explizit erwähnt wird. Sicher ist:
- Die Ehe ist eine intime Beziehung, in der gegenseitige Unterstützung vorherrscht, in der sich beide Partner auf Augenhöhe gegenüberstehen und sich gegenseitig mit Respekt und Liebe behandeln.
- Die Täter müssen aufhören, ihren Partner zu misshandeln und Buße tun.
- Das Opfer soll sich in Sicherheit bringen, wenn es notwendig ist.
- Das Opfer soll Hilfe suchen – es gibt Beratungsstellen dafür. Notfalls auch die Polizei einschalten.
- Herrscht Gewalt in der Ehe, ist das Vertrauensverhältnis zerstört und das Opfer seiner Menschenwürde beraubt.
Das darf alles nicht sein und ich glaube, dass Gott auch nicht möchte, dass wir unser Leben lang in einer solchen zerstörten Beziehung leben.

Wiederheirat
Witwer/ Witwen
Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt und in der Nähe ein Bruder von ihm lebt, muss dieser die Witwe zur Frau nehmen. Sie soll keinen Mann außerhalb der Familie heiraten, sondern ihren Schwager.
5.Mose 25,5 (HfA)
Sorge für die Witwen, wenn sie keine Angehörigen haben, die sie unterstützen. […] Eine Witwe dagegen, die ganz allein ist, hat gelernt, ihre Hoffnung auf Gott zu setzen und Tag und Nacht zu ihm zu flehen und zu beten. […] Junge Witwen darfst du nicht in die Liste aufnehmen. Denn wenn ihre Leidenschaft groß ist und sie eines Tages doch wieder heiraten wollen, halten sie ihr Versprechen nicht, Christus allein zu dienen. […] Deshalb möchte ich, dass die jüngeren Witwen wieder heiraten, Kinder bekommen und sich um ihren eigenen Haushalt kümmern. Dann liefern sie keinem unserer Gegner einen Anlass, uns etwas Schlechtes nachzusagen.
1.Timotheus 5,3+5+11+14 (HfA)
Im Prinzip ist es in diesen ausgewählten Bibelstellen klar gesagt: Witwen dürfen wieder heiraten, die jüngeren Witwen sollen es sogar. Witwen genießen in der Bibel besonderen Schutz und Fürsorge.
Witwer werden zwar nicht explizit erwähnt, aber ich denke, dass für sie das Gleiche gilt: Wiederheirat ist von der Bibel her möglich.
Geschiedene
Den Verheirateten aber gebiete ich – nein, nicht ich, sondern der Herr –, dass die Frau sich nicht von ihrem Manne scheiden lassen soll – hat sie sich aber scheiden lassen, soll sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen – und dass der Mann seine Frau nicht fortschicken soll. […] Wenn aber der ungläubige Partner auf einer Trennung besteht, dann willigt in die Scheidung ein. In einem solchen Fall ist der christliche Partner nicht länger an den anderen gebunden. Denn Gott will, dass ihr in Frieden lebt.
1.Korinther 7,10+11; 15 (HfA)
»Es heißt auch: ›Wer sich von seiner Frau trennen will, soll ihr eine Scheidungsurkunde geben.‹ Doch ich sage euch: Wer sich von seiner Frau scheiden lässt, obwohl sie ihn nicht betrogen hat, der treibt sie in den Ehebruch. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, der begeht Ehebruch.«
Matthäus 5,31-32 (HfA)
Die Bibel verschließt nicht die Augen davor, dass es Scheidungen und Untreue gibt. Es darf auch wieder geheiratet werden, allerdings wohl nur, wenn die beiden Gründe Ehebruch oder ein ungläubiger Partner sind – wie weiter oben erwähnt. Ansonsten begehen die Verheirateten Ehebruch – das wäre ein dauerhaftes Leben in einer sündhaften Beziehung.
Also: Wenn man „unzulässig“ geschieden ist, wird nicht mehr geheiratet. Punkt. Das ist jetzt sehr leicht gesagt. Aber wie ist es in der Wirklichkeit? Auf dem Papier ist alles recht einfach. Doch Menschen sind keine Buchstaben, sondern denkende und fühlende Wesen, die von Gott geliebt sind und Würde haben.
Ich denke, dass hier sehr viel Weisheit und Heiliger Geist sowie auch Buße und Vergebung notwendig sind, um mit dieser Situation umzugehen, wenn christliche Partner wieder heiraten. Was ist richtig und was ist falsch? Wer will der Richter sein? Wer kennt die Umstände der Scheidung? Wie gelingt der Spagat zwischen Gnade und Gesetz? Wie erst nehmen wir Gottes Wort? Wer will jemandem Glück verwehren? Oder: Wer wirft den ersten Stein?

Happy ever after!?!
Eine gute, glückliche Ehe ist Gottes Ziel für uns, denn Er weiß, wie wertvoll sie ist. Doch leider schläft der Teufel nicht und greift genau dort die Menschen an, wo sie empfindlich zu treffen sind. Eine Scheidung reißt immer mehrere Menschen ins Unglück – der Schaden ist besonders groß. Deshalb steht die Ehe unter Beschuss – wir sehen es in den Medien, in der Politik, in unserem Umfeld.
Es wird immer eine Herausforderung bleiben, eine gute Ehe zu führen und Gottes Wort in jeder Lebenslage ernst zu nehmen. Niemand hat gesagt, dass beides leicht ist. Egal, was ist, Gott wird bei uns sein und uns die Kraft geben, Prüfungen zu bestehen – wenn wir es wollen.
Bleibt keinem etwas schuldig! Was ihr einander allerdings immer schuldet, ist Liebe. Wer nämlich seine Mitmenschen liebt, der hat Gottes Gesetz erfüllt. Die Gebote: »Du sollst nicht die Ehe brechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; begehre nicht, was anderen gehört« und alle anderen Gebote sind in einem Satz zusammengefasst: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.« Denn wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. So wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.
Römer 13,8-10 (HfA)

Andere Bibelstellen zum Themenkomplex
- 1.Mose 12,10-20: Abram und Sarai beim Pharao – Wert der Ehe für Gott
- 1.Mose 20,1-17: Abram und Sarai beim Philisterkönig Abimelech – Wert der Ehe für Gott
- 3.Mose 18: Verbotene sexuelle Beziehungen
- 5.Mose 24,1-4: leichtfertige Ehescheidung
- 5.Mose 24,5: besonderer Schutz der Ehe
- Jeremia 3,1-8: Die Ehe als Bild der Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel
- Markus 10,1-12: Frage nach der Ehescheidung
- Markus 12,18-27: Schwagerehe und Auferstehung (vgl. 5.Mose 25,5-10)
- Johannes 8,1-11: Jesus und die Ehebrecherin
- 2.Petrus 2,14: „Fremdgehen mit den Augen“
Links
- Eine Sammlung zum Thema „Ehebruch“ gibt es auf Wikipedia: Ehebruch
- Eine Stichwort- und Bibelstellensammlung zum Thema „Häusliche Gewalt“: www.abigails.org
- Zum Thema „Verwundungen“: Innere Wunden auf SalzUndLicht.

Wenn Du in einen Streit oder extreme Konflikte in der Ehe hast, ob Du Scheidungssituation steckst, ob schon geschieden bist oder wieder heiraten willst…
Vergiß nicht:
Gott liebt Dich, egal was Du tun wirst und wie Du Dich entscheidest.
Gott möchte Dein Bestes.
Gott möchte Dir helfen.
Gott ist nichts unmöglich!
Bete zu Gott und bitte um Weisheit!
Nimen zhen bang (chin: Ihr seid echt klasse)
Und ebenso ist es dieser Beitrag, der puncto Vielsichtigkeit und Einfühlungsvermögen etc, kurz gesagt Weisheit einige Predigten, die ich zu diesem leider allzu häufigen Thema in den Schatten stellt.
Lieber Richard, herzlichen Dank! LG Alex