Entrümpeln

Zeugs

Vor einer ganzen Weile hab ich angefangen, den Keller und Kinderzimmer zu entrümpeln. Eine Wahnsinnsarbeit. Man findet Sachen, die man seit Jahre nicht mehr gesehen hat. Dinge, die einen an früher erinnern. Spielzeug, das kaputt ist. Geräte, die man höchstens einmal verwendet hat. Und Müll. Man ist erstaunt, was man alles hat. Und man weiß, man muss was davon wegschmeißen, was nicht immer leicht fällt. An vielem hängt irgendwie das Herz. Man könnt’s ja noch brauchen. Dabei hat man es seit Jahren nicht angefasst. Doch irgendwann überwindet man sich und bekommt einen Riesenstapel zum Entsorgen (Müll, Recycling, Verschenken) zusammen. Ich hab immer wieder mal aufgeräumt, doch dabei meist nur Sachen von A nach B verschoben – die Zeug und die Arbeit bleibt.

Verwalten

Ein paar Gedanken dazu:

  • Es ist erschreckend, wie sehr das Herz an Materiellen Dingen hängt. An manchen mehr, an manchen weniger. Man steht manchmal schon an der Schwelle zum Götzendienst… Sicher gibt es Erinnerungsstücke, die meine ich nicht, sondern wirklich unbedeutende Dinge, wie die 1000ste Schraube, das kleine Stückchen Blech oder anderen Krimskrams. Zumindest geht es mir so – das ist vermutlich auch der Schwabe in mir.
  • Es gibt Dinge, die habe ich beim Aufräumen gefunden und wusste nicht mal, dass ich sie gekauft hatte. Es ist auch schon passiert, dass ich etwas, was ich neu gekauft hab, beim Aufräumen im Keller gefunden hab…
  • Man braucht nicht alles, was man hat. Wenn ich überlege, wieviel Geld ich für Dinge ausgegeben habe, die ich jetzt wegschmeiße, ist das schon krass. Man hat vieles gewollt, aber nicht wirklich gebraucht. Dabei sollen wir gute, treue Verwalter sein von den Dingen, die Gott uns schenkt. Ich lerne daraus: Lieber dreimal nachdenken, bevor ich was kaufe: Was will ich? Was brauche ich? Was gefällt Gott? Vielleicht möchte Er, dass ich gerade dieses Geld woanders in Seinem Reich einsetze.
  • Den Konsum einschränken ist sicher nicht verkehrt. Wenn man finanziell knapp dran ist, überlegt man mehr, was man wirklich braucht und kauft es dann. Hat man Geld übrig, sind die Verlockungen groß: „Gönn dir was, du hast es verdient!“ „Wir können uns das leisten.“ „Ist nicht teuer.“ (doch 10 Dinge, die wenig kosten, geben trotzdem eine höhere Summe!) Die Werbung leistet unglaublich gute Dienste. Wir werden oft zum Kaufen verführt. Gemein sind Gedankenfallen wie: Ich kauf‘ es, weil ich meinen Kindern/ meine Frau/ einem Freund eine Freude machen will. Ist das wirklich so oder hab ich selber mehr Freude dran!?!?!
  • Es gibt einiges was kaputt ist, weil einfach die Qualität schlecht war. Hier gilt ebenso: Nachdenken und was Gutes kaufen, was vielleicht anfangs teurer ist, sich aber auf Dauer auszahlt. Stichwort „Haushalterschaft“ und ganz modern: „Nachhaltigkeit„.
  • Wenn wir nur alle paar Jahre ausmisten, wird der Berg riesig. Ich denke, so ist es auch mit unserer Schuld, die wir tagtäglich auf uns laden: Wir sollten regelmäßig Buße tun. Zu Gott umkehren und Sünden auf den Tisch legen. Sonst drohen sie uns zu ersticken und lähmen uns. Es ist unglaublich befreiend, Lasten loszuwerden. Und das dürfen wir am Kreuz tun.

Was tun?

Mir hilft, wenn ich mir bewusst mache:

  • Brauche ich das wirklich, was ich kaufen will.
  • Beim Entrümpeln: Was fehlt mir, wenn ich das Teil wegschmeiße? Brauch ich es wirklich noch?
  • Gott hat mir Besitz anvertraut – die Menge ist egal und bei jedem anders. Ihm gehört er und ich darf ihn verwalten. Treu und in Seinem Sinne. Und Er wird Rechenschaft darüber einfordern, was ich damit gemacht habe. Wenn ich mir das bewusst mache, fällt es mir leichter, Verlockungen zum widerstehen.
  • Ich achte darauf, dass ich meinen Kopf, mein Herz und meine Seele nicht zumülle: Darauf achten, was man in sich durch die Medien, andere Menschen, Bücher, usw. aufnimmt. Ist es nützlich? Ist es schädlich?

Und wenn ich was entsorge: Wenn es noch gut ist, kann ich es an z.B. den Kinderschutzbund, die AWO oder sonstige Organisationen weitergeben. Es hilft vielleicht jemandem anderen. Nur: Wirklich gute Sachen und nicht den „Müll“ dort entsorgen.
Ansonsten gibt es ja Ebay, Willhaben.at, Facebook, über die man was loswerden kann. Und was dann noch übrig ist: Dafür gibt’s – nach dem gelben Sack oder dem Wertstoffhof – noch die schicke schwarze Tonne…

»Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.«

Matthäus 6,19-21 (HfA)

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