Nummer 6: Nächstenliebe

»Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz Gottes?«
Jesus antwortete ihm: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹
Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹
Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten.«

Matthäus 22,37-40 (HfA)

Die Nächstenliebe ist neben der Liebe zu Gott eines der zentralen Elemente im christlichen Glauben.

Um was geht es?

Das Thema Nächstenliebe ist sehr vielschichtig. Also gehen wir’s nacheinander an.

Erstens: Liebe ist eine Entscheidung!

Die rosaroten Wolken am Anfang einer Beziehung sind Verliebtheit. Das zu seinem Partner stehen – in guten wie in schlechten Zeiten – das ist eine Entscheidung, dass man es tun will. Weil man einen Menschen schätzt, respektiert, für ihn da sein will. Weil einem dieser Mensch wichtig ist. Das gilt nicht nur in Beziehungen und Familien. Das gilt für alle Menschen. Ich kann dem Obdachlosen etwas zu Essen geben oder auch nicht: Meine Entscheidung für eine Tat der Liebe oder dagegen. Ich entscheide mich, jemandem etwas Freundliches zu sagen und Liebe auszudrücken oder ihn runterzuputzen.

Zweitens: Liebe drückt sich aus

…und das auf unterschiedliche Weise: Worte, Geschenke, Nähe, Zärtlichkeit, Anerkennung, Taten, Zeit schenken, zuhören, … es gibt vermutlich so viele Wege, wie es Menschen gibt. Jeder muss seinen Weg finden und sich in andere hineinfühlen, welche Art von Liebesprache sie sprechen. Egal wie: Liebe bleibt niemals nur Theorie! Sie wird sich immer in Worten und Taten äußern. Und wenn man „nur“ jemanden in den Arm nimmt und tröstet.

Drittens: Liebe ist bedingungslos.

Mein Gegenüber muss sich meine Liebe nicht erst verdienen. Ich stelle keinen Forderungskatalog auf, was mein Gegenüber erfüllen muss, damit ich ihn liebe. Eltern lieben ihre Kinder, obwohl sie z.B. als Baby nichts direkt zurückgeben können. Bedingungslos heißt auch, dass ich Menschen lieben kann, die nichts Gutes mit mir im Sinn haben. Das soll man sogar tun: Liebt eure Feinde (Lukas 6,27)! Unser Vorbild ist hier Jesus, der sogar die Menschen liebte, die Ihn ans Kreuz gebracht hatten.

Viertens: Liebe hat den anderen im Blick.

Wir sollen unsere Mitmenschen lieben, wie uns selbst. Das heißt, das Wohlergehen der anderen ist mir wichtig. Natürlich bin ich nicht dafür verantwortlich, dass alle Kriege aufhören, dass der Hunger in der Welt besiegt wird und es jedem Menschen gut geht. Ich kann aber dafür sorgen, dass ich in meinem Umfeld Frieden stifte, dass ich den Obdachlosen in meiner Stadt helfe oder mich um meinen Nachbarn kümmere. Und Gott wird uns immer wieder Menschen schicken, denen wir Gutes tun dürfen. Den Nächsten lieben heißt auch: Ich stelle mein Ego zurück und zeige meinem Mitmenschen, dass er mir wichtig ist.

Fünftens: Zur Liebe gehört, dass ich dem anderen vergebe…

…wenn Er mir was angetan hat (Frieden auf SalzUndLicht). Wie oft?

»Herr, wie oft muss ich meinem Bruder oder meiner Schwester vergeben, wenn sie mir Unrecht tun? Ist siebenmal genug?« »Nein«, antwortete ihm Jesus. »Nicht nur siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Matthäus 18,21-22 (HfA)

Also sehr oft. Es geht nicht darum, das genau abzuzählen und nach dem siebenundsiebzigsten Mal nicht mehr zu vergeben 😉 Wir sollen eine vergebende Herzenshaltung einnehmen und leben. Dann lebt es sich für alle leichter!

Was hat das mit Dir zu tun?

Wow! Ganz schön herausfordernd! Menschen werden das alles niemals erfüllen können. Doch wir dürfen uns Liebe von Gott schenken lassen und weitergeben. Nur müssen wir die Entscheidung dafür treffen. Leicht ist das nicht immer.
Und Jesus setzt noch eins drauf: Liebe Deine Feinde! Segnet, die euch hassen! Haltet die andere Wange hin! Das ist radikal anders. Nicht nur nett zu denen sein, die nett zu einem selbst sind, sondern gegenüber Leuten, die einem Böses wollen. Tja. Keine Chance aus menschlicher Sicht, oder? Das wirst Du nur schaffen, wenn Du in Verbindung mit Gott lebst! Um diese Verbindung solltest Du Dich bemühen.
Und Jesus weiß, wovon Er spricht: Er ging für uns Menschen ans Kreuz, obwohl Er unschuldig war und vor allem wusste, dass viele, viele Menschen Ihn ablehn(t)en.

Challenge der Woche

1. Wie drückst Du Liebe aus? Denk drüber nach.
2. Nimm Dir diese Woche vor, jeden Tag einem Menschen Deine Liebe auszudrücken. Sei kreativ!
3. Überlege, wem Du längerfristig helfen kannst. Zum Beispiel eine Patenschaft für ein Schulkind in Afrika. Unterstütze das örtliche Altenheim, indem Du mit den Menschen dort was unternimmst. Kümmere Dich um Deinen kranken Nachbarn. Bete mit jemandem, der Hilfe braucht. Setze Dich für Gerechtigkeit ein. Es gibt viele Möglichkeiten!

Bibelverse zum Nachdenken

Büchertipps


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